«Ein einziger Traum»

Nach dem besten Jahr seiner Karriere wird Cristiano Ronaldo zum 4. Mal Weltfussballer.

Er holt sich den Titel zum vierten Mal: Der Portugiese Christiano Ronaldo. Video: Reuters

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Es gab Jahre, da war er sprachlos. Wie 2014, als ihm nach dem Titel stattdessen fast eine Träne über die Backe gerutscht wäre. Er setzte sich aber auch schon in Pose wie eine Art vokale Version seines Freistossstandes sozusagen. «Siiiim!», schrie Cristiano Ronaldo 2015, als ihm der Sieg zugesprochen wurde «Jaaaa!». Schon eher sein Stil. Nun schreiben wir 2017, und nach einem Jahr Unterbruch ist der Portugiese wieder der beste Fussballer des Planeten, des Universums vielleicht, wer weiss das schon.

Zum dritten Mal in vier Jahren und zum vierten Mal ins­gesamt hat er seine Nemesis Lionel Messi auf Platz 2 verwiesen. Die Champions League hatte er 2016 gewonnen und an der EM endlich auch einen Titel mit dem Nationalteam. Und so nickt er kurz ­affirmativ mit dem Kopf, als das Verdikt bekannt ­gegeben wird. Es geht auch für ihn in Ordnung: «2016 war das beste Jahr meiner Karriere, ein einziger Traum. Der Preis spricht für sich», findet er.

Und er hat ja recht: Das Ergebnis ist keine Überraschung – es stimmt auch mit den Voten des Schweizer Nationaltrainers Vladimir Petkovic und dessen Captain Stephan Lichtsteiner überein. Selbst Messi hat es wohl geahnt. Auf einen Auftritt in Zürich jedenfalls ver­zichtet der Argentinier gleich ganz.

CR7 dagegen ist da, natürlich, und als er rund 100 Minuten vor seiner Ehrung ins SRF-Studio huscht, bricht Hektik aus. Es fällt die Schallgrenze. Kinder, Tee­nager und ältere Fans harrten stundenlang in der Kälte in Leutschenbach aus und kämpfen, als die lange Parade der Fussballgrössen beginnt, um Autogramme, ein Selfie (oder einfach ein ziemlich verwackeltes Bild). Ronaldo kommt aber spät, als Letzter, und muss darum an der Menge vorbeihetzen. Darob enttäuscht, versucht der eine oder andere, die Gitter zu überspringen.

Davor sehen die Kiebitze in Leutschenbach eine Parade von Fussballgrössen. Die eleganteste Figur von allen macht Dani Alves, der Brasilianer von Juve. Im Glitzeranzug wirkt er wie ein Matador. Sportlicher Reals Marcelo, der gegen seinen 7-jährigen Sohn Enzo kurzerhand zum Penaltyschiessen antritt. Diego Maradona dagegen hält sich vor allem an Gianni Infantino, den Fifa-Präsidenten und nun erstmals Gastgeber.

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Ranieri: «Ein seltsames Jahr»

Eine Premiere ist nach Jahren in Opern- und Kongresshaus auch das Gastspiel des Weltverbands beim Schweizer Fernsehen, und für diese Gelegenheit richtet er mit grosser Kelle an. Noch bevor die Show beginnt, fällt Infantino sein Urteil: «Es ist fantastisch.» Hollywood-Grösse Eva Longoria präsentiert zusammen mit Marco Schreyl die Preisträger.

Dazu gehört Carli Lloyd, die Weltfussballerin wird, obschon das US-Nationalteam mit ihr als Captain bei Olympia im Viertelfinal ausschied. Als Trainer des Jahres werden Claudio Ranieri und Silvia Neid aus­gezeichnet. ­Ranieri steht als Meistertrainer von Leicester für eine der grössten Überraschungen in jüngerer Zeit und spricht von einem «seltsamen» und «unglaublichen Jahr». Neid darf die Trophäe zum Abschied ihrer elfjährigen Amtszeit als deutsche Nationaltrainerin ein drittes Mal entgegennehmen. Der Fairplay-Preis geht an den kolumbianischen Club Atlético Nacional für dessen Titelverzicht zugunsten von Finalgegner Chapecoense nach der Flugzeugtragödie um das brasilianische Team.

Erstmals wird zudem ein Fanpreis ­verliehen – zur Premiere an die Anhänger von Liverpool und Dortmund. Die beiden Fangruppen hatten anlässlich des Jahrestags der Hillsborough-Katastrophe im vergangenen Frühling gemeinsam «You’ll Never Walk Alone» intoniert. Dortmunds Fanverantwortlicher überlässt den Preis der gerührten ­Liverpool-Vertreterin zu Ehren der 96 Todesopfer.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.01.2017, 22:15 Uhr

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