Tradition statt Tamtam

Seit 33 Jahren schon baut Suzuki den Swift, jetzt kommt die sechste Generation. Beim Fünftürer ist so einiges neu.

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Dieser Mini hat keinen Kultstatus. Das ist auch nicht der Anspruch bei Suzuki. Aber auf die Tradition des Swift pocht der japanische Autobauer dann schon. Seit mehr als drei Jahrzehnten ist der Kleinwagen auf dem Markt, allein die beiden letzten Generationen haben sich weltweit fünf Millionen Mal verkauft. Und so steht der Topseller nicht nur eindrücklich für den Erfolg der Marke, sondern auch für das Know-how der Japaner im Kleinwagensegment, dem sie sich voll und – fast – ganz verschrieben haben.

Kompakt zum Erfolg: So lautet das Motto von Suzuki Schweiz. Seit die japanische Marke zur Emil-Frey-Gruppe gehört, hat sich das Verkaufsvolumen in der Schweiz weit mehr als verdoppelt: von 2500 Fahrzeugen im Jahr 2004 auf 6500 Einheiten Ende 2016. Diese Entwicklung hat auch, aber nicht nur mit dem Swift zu tun, den es – Zufall oder nicht – seit ebendiesen zwölf Jahren auch als 4x4-Version gibt. Noch bedeutungsvoller war, wie gut es die Emil-Frey-Tochter verstanden hat, ihre Flotte konsequent auf das Kompaktsegment auszurichten – Allradantrieb fast immer inklusive.

Erst recht forciert hat Safenwil diese Entwicklung von 2014 an, als man die 4,65 Meter lange Stufenheck-Limousine Kizshi ersatzlos aus dem Angebot strich. «Das Auto hat schlicht nicht mehr zu unserer Palette gepasst», erklärte Marketingchef Jürg Naef schon damals. Gelegen kam Suzuki Schweiz zudem, dass die Japaner mit dem Kleinstwagen Celerio ein neues Einstiegsmodell für die in die Jahre gekommenen Alto und Splash auf den Markt brachten. Mehr noch: Suzuki stufte den 4,62 Meter langen Gran Vitara zum Vitara zurück und machte aus dem nun 4,17 Meter kurzen SUV analog zum neu eingeführten S-Cross ein ebenso erfolgreiches Kompaktmodell. Die beiden sind in der Schweiz die Nummern 2 und 3 hinter dem Swift.

Rundum in neuer Form

Und die Kompakt-Offensive rollt weiter. Nach seiner Weltpremiere im letzten Herbst hat zu Jahresbeginn auch Suzuki Schweiz den ersten Mikro-SUV der Marke auf die Strasse gebracht – den Ignis. Der robuste, fünfplätzige Allradler könnte hierzulande dem Swift schon in naher Zukunft den Spitzenplatz streitig machen – vorerst übertrumpfen lässt er sich aber wohl nicht. Denn der Topseller, der in der Schweiz ein Drittel aller Suzuki-Verkäufe ausmacht, kommt im Mai rundum erneuert auf den Markt.

Zum einen haben die Japaner ihren Mini ein bisschen geschrumpft: 10 Millimeter kürzer, 15 Millimeter flacher, dazu 40 Millimeter breiter, was ihm nicht nur optisch gut ansteht, sondern dank zusätzlich verlängertem Radstand den Insassen sogar ein wenig Platz bietet. Selbst bei einer Körpergrösse von 1,90 Metern sitzt man vorne gut und hinten noch durchaus akzeptabel. Das Kofferraumvolumen ist um mehr als 20 Prozent auf 254 Liter gestiegen, bei umgeklappter Rückbank beträgt es fast 1000 Liter. Für einen Mini maximal.

Tabelle: Die wichtigsten Kennzahlen Grafik: baz.ch/Newsnet

Der grösste Fortschritt neben der von Suzuki erreichten Gewichtsreduktion von über 100 Kilogramm – in seiner Basisversion wiegt der Swift gerade mal 870 kg – findet sich jedoch unter der Haube. Der quirlige 3-Zylinder-Turbo mit exakt 998 Kubikzentimeter Hubraum sorgt bei einer Leistung von 111 PS durchaus für gute Dynamik. Im Stadtverkehr gibt er sich dank seines Antrittsvermögens (0 auf 100 km/h in 10,6 Sekunden) agil, auf der Fahrt über Land dank gutem Federungskomfort durchaus reisefreudig. Zusätzliche Unterstützung bekommt der 1-Liter-Benziner auf Wunsch und gegen Aufpreis von 2000 Franken von einem Mild-Hybrid-System, das über den integrierten Startgenerator elektrische Energie zum Anfahren und Beschleunigen liefert. Und es hilft beim Spritsparen, weil beim Bremsen in eine kleine Lithium-Ionen-Batterie rekuperiert wird.

Wermutstropfen für Safenwil

Diese neue Motorisierung gibt es allerdings nur in Kombination mit Vorderradantrieb. Ein Wermutstropfen für Suzuki Schweiz, denn laut Marketingchef Naef macht die Allradversion bis zu 80 Prozent des Swift-Volumens aus. Wer auf den bewährten 4x4 besteht, muss weiterhin den 1,2-Liter-Benziner mit 90 PS ordern, den es in der Allradversion ab 19'990 Franken gibt. Der neue 1-Liter-Turbo kostet mit manueller 5-Gang-Schaltung 17'990 Franken; als Mild-Hybrid 19'990 Franken. In der Topversion mit Sicherheitsfeatures wie Müdigkeitserkennung, radargestütztem Notbremssystem und Berganfahrhilfe beläuft sich der Preis auf mindestens 21'990 Franken.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Swift auf Einladung von Suzuki Schweiz am 20./21. März in Südfrankreich. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.04.2017, 17:41 Uhr

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Suzuki SwiftDer Mini mit Allrad

Modell: Kleinwagen mit 5 Türen

Masse: Länge 3840 mm, Breite 1735 mm, Höhe 1495 mm, Radstand 2450 mm

Kofferraum: 265 bis 947 Liter

Motoren: 1,2-Liter-Benziner und 1,2-Liter-Mild-Hybrid mit je 90 PS, 0,9-Liter-Turbo mit 111 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 10,6 bis 12,6 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit von 170 bis 195 km/h

Verbrauch: 4,3 bis 5,0 Liter auf 100 Kilometer

CO2 -Ausstoss: 90 bis 104 Gramm/Kilometer

Markteinführung: Mai 2017

Preis: ab 15 950 Franken

Infos: www.suzuki.ch


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