Trendiger geworden, exklusiv geblieben

Mit der Überarbeitung rückt Toyotas Yaris näher an ­andere Kleinwagen heran. Als einziger Vollhybrid im Segment bleibt er dennoch konkurrenzlos.

Der breite, trapezförmige Kühlergrill ist die auffälligste Neuerung beim Yaris. Foto: PD

Der breite, trapezförmige Kühlergrill ist die auffälligste Neuerung beim Yaris. Foto: PD

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Gesucht im Kreuzworträtsel: japanisches Hybridauto mit fünf Buchstaben. Die Antwort ist einem lange Zeit leicht- gefallen: Prius. Weil es zum Hybridpionier von Toyota, 1997 lanciert und seither vier Millionen Mal verkauft, schlicht keine Alternative gab.

20 Jahr später fällt einem die Antwort auf die gleiche Kreuzworträtselfrage ungleich schwerer – selbst wenn man sie auf eine einzige japanische Marke eingrenzen würde. Denn im Sog des Prius und seines Erfolges bietet Toyota heute weitere vier Modelle seiner Palette zusätzlich zum konventionellen Antrieb mit Hybridtechnologie an. Zwei davon – Zufall oder nicht – haben ebenfalls fünf Buchstaben, der Auris und der Yaris.

Schluss mit Rätselraten. Fakt ist, dass sich diese beiden Kompaktmodelle nicht nur generell gut verkaufen, sondern insbesondere in der Schweiz einen sehr hohen Hybridanteil haben. Beim Auris, den es auch als gängigen Kombi gibt, liegt er bei 80 Prozent. Der kleinere Yaris wurde letztes Jahr als Drei- oder Fünftürer zu 62 Prozent als Hybrid ausgeliefert. Bei Toyota Schweiz geht man davon aus, dass dies insbesondere beim Yaris so bleibt. Denn erstens ist der Anteil an Hybridfahrzeugen im letzten Jahr generell weiter gewachsen: um 34 Prozent laut Hannes Gautschi, Technikdirektor bei Toyota Schweiz in Safenwil. Und zweitens ist der Yaris im B-Segment, wo er hierzulande hinter dem Erfolgstrio VW Polo, Skoda Fabia und Renault Clio als schärfster Verfolger unterwegs ist, nach wie vor der einzige Vollhybrid.

Facelift im wörtlichsten Sinn

Deshalb hatten die Japaner erklärbar wenig Grund, beim anstehenden Facelift der dritten Generation viel zu ändern. Und so wurde der Hebel dort angesetzt, wo es bei japanischen Marken, auch wenn sie wie der Yaris in Europa entwickelt worden sind, noch am ehesten Nachholbedarf gibt – beim Design. Augenfälligste Änderung: der breite, trapezförmige Kühlergrill mit je nach Ausstattungslinie horizontalen Lamellen oder klassischem Wabenmuster. Zur Individualisierung, die gerade im Kleinwagensegment je länger je gefragter ist, bietet Toyota den Yaris optional in einer Zweifarbenlackierung an. Moderner wirkt auch das Heck mit den neuen LED-Leuchten, die sich weit in die Heckklappe hineinziehen.

Bei den Motoren ersetzt ein neuer 1,5-Liter-Vierzylinder mit 111 PS den etwas schwächlichen 1,3-Liter-Benziner des Vorgängers. Auch die Hybridversion basiert nun auf diesem Aggregat, das wie bisher von einem 45-kW-Elektromotor – macht 61 PS – unterstützt wird. Als Normverbrauch gibt Toyota 3,3 Liter auf 100 Kilometer an, ein Wert, der bei einer ersten Testfahrt auf topfebener Strecke in Holland durchaus zu erreichen war. In der Hybridversion startet der Yaris ab 23'450 Franken, die konventionelle Basisversion mit einem 1,0-Liter-Benziner mit 69 PS kommt auf mindestens 16'400 Franken zu stehen. Eine Sportvariante namens Yaris GRMN mit 210 PS ist noch für 2017 angesagt.

Peter Hegetschweiler fuhr den neuen Yaris auf Einladung von Toyota Schweiz am 5./6. April in Holland. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 24.04.2017, 20:46 Uhr

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