Wirtschaft

Elf Jahre Gefängnis für Anlagebetrüger

Von Rita Flubacher. Aktualisiert am 25.07.2011 18 Kommentare

Der Deutsche Helmut Kiener legte über seinen Hedgefonds K1 auch in der Schweiz zahlreiche Geldgeber herein.

Von ihrem Geld haben die Geschädigten noch nichts gesehen: Helmut Kiener (52) im Gerichtssaal des Landgerichts Würzburg.

Von ihrem Geld haben die Geschädigten noch nichts gesehen: Helmut Kiener (52) im Gerichtssaal des Landgerichts Würzburg.
Bild: Keystone

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Helmut Kiener gab sich nach dem Urteil des Landgerichts im deutschen Würzburg erleichtert. Zehn Jahre und acht Monate muss der verurteilte Betrüger hinter Gitter. Er gratulierte am Freitag seinen Anwälten für die gute Arbeit, denn es hätten noch mehr Jahre werden können. Kiener (52) hatte über seinen Hedgefonds K1 300 Millionen Euro veruntreut. Der britischen Grossbank Barclays hatte er 147 Millionen Euro und der französischen BNP Paribas 40 Millionen Euro abgeschwatzt.

Fast ein Jahrzehnt lang hatte er Kontoauszüge gefälscht, Gelder veruntreut und sich ein schönes Leben gemacht: in der Heimatstadt Aschaffenburg, in Florida. Er leistete sich Privatjet, Jacht und Hubschrauber. Tolle Feste soll er zusammen mit seinem Partner Dieter Frerichs in Spanien gefeiert haben. Der Münchner Frerichs hatte 2010 Selbstmord begangen.

Briefkasten in Göschenen

Gegen 5000 Kleinanleger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich wurden von Kiener geschädigt. Im Schnitt sollen sie 50'000 bis 100'000 Euro bei K1 investiert haben. Nach Auskunft des Zürcher Wirtschaftsanwalts Daniel Fischer handelt es sich bei den Opfern von Kiener in über 60 Prozent der Fälle um Schweizer. Derzeit würden hierzulande noch verschiedene Verfahren laufen.

Kiener lockte die Anleger mit angeblich hohen Renditen. In Wahrheit machte er Verluste, die er viele Jahre kaschierte. 2001 bekam er erstmals Ärger mit der deutschen Finanzaufsicht. Er verlagerte das Geschäft daraufhin formell auf die britischen Jungferninseln. Seine Fäden reichten bis in den Kanton Uri. In Göschenen existierte ab 2003 ein Treuhandbüro namens Treukapital. Über diese Adresse wurden die Verkaufsprovisionen an die Vermittler der Fonds K1 Global und K1 Invest abgerechnet. Nachdem Helmut Kiener aufgeflogen war, wurden auch die Büros in Göschenen durchsucht. Von ihrem Geld haben die Anleger noch nichts gesehen. Der Insolvenzverwalter in Deutschland hat bis jetzt nur 2,5 Millionen Euro sicherstellen können.

Mitarbeit: Markus Zydra (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.07.2011, 07:33 Uhr

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18 Kommentare

Trudi Locher

25.07.2011, 08:30 Uhr
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Zur Nachahmung wärmstens empfohlen. Diverse Polizeistellen und Staatsanwaltschaften bei uns waren über die Betrügereien von Kiener informiert, aber sie sahen ums Verroden keinen "Anfangsverdacht", deshalb wurd Kiener auch nicht gestoppt. Die Masche darf ungestraft kopiert werden. Zwar kennt das Strafgesetz genügend Handhabe gegen betrügerische Geschäftsbesorger, aber sie wird halt nicht angewandt. Antworten


Peter Hofer

25.07.2011, 11:08 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Pech gehabt das er niemanden umgebracht hat. Da wäre er nach ein paar monaten frei. Unglaublich. Vermögensdelikte werden härter bestraft als gewaltdelikte Antworten



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