Leuenberger vergleicht Baselworld mit «politischem Spannungsfeld»

Aktualisiert am 18.03.2010 3 Kommentare

Bundesrat Moritz Leuenberger hat am Donnerstag die 38. Uhren- und Schmuckmesse Baselworld offiziell eröffnet. Bundesrat Leuenberger nutzte die Gelegenheit, um mehr Toleranz einzufordern.

Bundesrat Moritz Leuenberger, Regierungsrat Christoph Brutschin (rechts), Jacques J. Duchêne (Präsident des Ausstellerbeirats, links) und  Messe-Ceo-René Kamm (nicht im Bild) eröffnen die Baselworld.

Johannes Dietschi, newspictures

Unter Blitzlichtgewitter durchschnitt er das Band und besuchte darauf einige Hallen. Die Luxusmesse ist noch bis am 25. März geöffnet.

Auf dem wohldosierten Zeitplan standen traditionsgemäss Besuche bei den Ständen von Rolex, Patek Philippe, Chopard, sowie der Swatch-Group, lauter Schwergewichten der Schweizer Branche. Deren Stände gehören zu den prunkvollsten auf der insgesamt 160'000 Quadratmeter grossen Messe.

In seiner Ansprache unterstrich Leuenberger am Mittag die Bedeutung der Uhrenindustrie für die Schweiz. Die in Basel vertretenen 456 Schweizer Hersteller repräsentieren über 90 Prozent des Exportvolumens dieses landesweit drittwichtigsten Industriezweigs.

Leuenberger wies auf das Paradoxon hin, dass die «Baselworld» eine globalisierte Messe für individuellen Schmuck sei - ein politisches «Spannungsfeld». Schmuck sei Zierde und Signal, auch der Abgrenzung. Doch Abschottung sei auch eine Reaktion aus Angst vor der Globalisierung, die Ordnungen auflöse und Bindungen schwäche. So drohe der «Clash der Kulturen».

Für Globalisierung mit menschlichem Mass

Mit Verweis auf das Ja des Schweizer Volks zur Minarett- Initiative sagte er: «Die Ängste vor der Globalisierung wurden unterschätzt.» Diese Initiative richte sich auch gegen die Wirtschaft. Wenn die Wirtschaft Parteien toleriere und unterstütze, «die den Hass und die Ängste schüren», schiesse sie sich ins eigene Bein.

Kultureller Friede sei «wichtigste Infrastruktur für den Handel», mahnte der Magistrat - immerhin Basel als weltoffener Messe-Kanton hätte die Minarett-Initiative abgelehnt. Leuenberger plädierte für Respekt statt Abgrenzung; Geschäfte zwischen Partnern unterschiedlichen Kulturen erforderten aufeinander einzugehen.

An der 38. «Baselworld» präsentieren 1915 Aussteller aus 45 Ländern ihre neusten Modelle und Kollektionen. Erwartet werden rund 100'000 Fachbesucher und 3000 Medienleute aus aller Welt. Nach Messeangaben ist die Basler Schau die weltweite Leitmesse der ganzen Uhren- und Schmuckindustrie - und daher gerade in Krisenzeiten unverzichtbar. (amu/sda)

Erstellt: 18.03.2010, 13:13 Uhr

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3 Kommentare

Martin Schuler

18.03.2010, 14:24 Uhr
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Wieso hat BR Leuenberger diese Luxus-Messe eröffnet und nicht die Wirtschaftsministerin.? Die SP bekämpft unsere Wirtschaft vehemment mit höheren Abgaben, Steuern und Umweltsauflagen! Antworten


Charles. M. Goldschild

18.03.2010, 17:05 Uhr
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@M.S. - Ganz einfach, weil BR Leuenberger seit 15 Jahren im Amt ist und noch nie an der BASELWORLD war. Ale ehemaliger Basler-Schulbueb hat da doch seine Richtigkeit. Der Bundesrat tickt eben auch mal anders..... Antworten



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