Gehackte Airbnb-Profile spielen Einbrechern in die Hände

Einbrecher haben sich über Airbnb Zugang zu Wohnungen verschafft. Und diese leergeräumt. Das Wohnungsportal will die Sicherheitslücke nun schliessen.

Gehacktes Wohnungsportal: Benutzerprofile von Airbnb wurden von Kriminellen übernommen.

Gehacktes Wohnungsportal: Benutzerprofile von Airbnb wurden von Kriminellen übernommen. Bild: Yuya Shino/Reuters

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Verbrecher sind kreativ. Nun haben sie einen Weg gefunden, wie sie via Airbnb ungestört ganze Wohnungen ausräumen können. Das berichtet die BBC. Mehrere Kunden aus verschiedenen Ländern erlebten, wie ihre Wohnungen komplett leer waren, nach dem sie diese über das Portal an vermeintlich vertrauenswürdige Kunden vermietet hatten. Zudem beklagen sich Dutzende Kunden in den sozialen Medien und im Airbnb-Forum darüber, dass ihre Benutzerkontos gehackt wurden.

Ein Airbnb-Vermieter erklärt der BBC, wie er Opfer der Masche wurde. Er war verreist und erhielt von seinem vermeintlichen Airbnb-Mieter ein SMS. Dieser schrieb ihm, dass er nicht in seiner Wohnung sei, denn sein Airbnb-Konto sei geknackt worden. Für den Vermieter ein Schock. Er hatte keine Ahnung, wem er seine vier Wände wirklich überlassen hatte. Als er nach Hause kam, hatte er die bittere Gewissheit: Es waren Einbrecher. Sein Londoner Apartment war leergeräumt.

Verifizierte Benutzerprofile gekapert

Das Perfide daran: Der Vermieter hatte seine Wohnung an einen verifizierten Airbnb-Kunden vermietet. Diese Kunden haben sich mit einem amtlichen Ausweis oder einem anderen Dokument beim Internetportal angemeldet. Das Portal überprüft die Angaben, so sollen gefälschte Profile verhindert werden. Die Angaben der verifizierten Mieter sollten also eigentlich für die Vermieter besonders vertrauenswürdig sein.

Doch gelang es den Kriminellen, solche Profile zu übernehmen und sich mit ihnen zu Wohnungen Zugang zu verschaffen. Sie manipulierten sie, statteten sie mit anderen Profilbildern und anderen persönlichen Angaben aus. Ihr potenzielles Opfer ahnte von nichts.

Airbnb reagiert

«Leider kam es zu Zwischenfällen, bei denen Gastgeber und Gäste geschädigt wurden», schreibt Airbnb-Mitgründer Nate Blecharczyk in einem Blogbeitrag. Das sei nicht akzeptabel. Nun sollen die Sicherheitseinstellungen bei Airbnb verbessert werden.

Das Portal setzt neu auf eine Mehr-Faktor-Authentifizierung. So wie das Google, Facebook und viele andere Internetdienste schon lange machen. Wenn grundlegende Benutzerangaben verändert werden, verschickt Airbnb ein SMS mit einem Code, der vom Nutzer bestätigt werden muss.

Dadurch sinken die Chancen, dass sich ein Krimineller unbemerkt Zugang zu einem Airbnb-Konto verschaffen und dies unbemerkt manipulieren kann. Zudem will das Portal nun auswerten, woher die Zugriffe auf ein bestimmtes Profil stammen und ob sich auffällige Muster ergeben. Bei Airbnb hofft man so, den Vertrauensverlust in das Portal möglichst klein zu halten. Es liege in der Natur des Geschäfts von Airbnb, dass Vertrauen besonders wichtig sei, schreibt Blecharczyk. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.04.2017, 18:00 Uhr

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