Wirtschaft
Haiti: Duvalier-Millionen bleiben bei der UBS blockiert
Von Romeo Regenass. Aktualisiert am 16.01.2010
Die 7 Millionen Franken des Clans vom haitianischen Ex-Diktator «Baby Doc» Jean-Claude Duvalier, die sich mehrheitlich bei der UBS befinden, bleiben vorderhand in der Schweiz blockiert. Beim Bundesgericht in Lausanne, das in letzter Instanz über einen Rekurs des Duvalier-Clans entscheiden muss, ist das entsprechende Verfahren noch immer hängig. «Wir können noch nicht darüber informieren», sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage des TA.
Zwar hat das Bundesstrafgericht im August 2009 einen Entscheid des Bundesamtes für Justiz vom Februar des gleichen Jahres bestätigt, wonach die seit 2002 eingefrorenen Mittel an Haiti herausgegeben werden sollen. Der von 1971 bis 1986 in Haiti herrschende Duvalier und seine Entourage müssten auch nach Schweizer Recht als kriminelle Organisation bewertet werden, die unter Ausnutzung der absoluten Staatsmacht in einem Klima des Schreckens systematisch die Staatskasse geplündert hatte.
Duvalier soll in ärmlichen Verhältnissen leben
Doch eine liechtensteinische Stiftung des Clans hat dieses Urteil angefochten, nachdem sie bereits gegen den Entscheid des Bundesamts für Justiz rekurriert hatte. Der heute 59-jährige Jean-Claude Duvalier soll in ärmlichen Verhältnissen in Frankreich leben.
Kommt es zur Rückzahlung der Gelder an Haiti, sollen sie gemäss Bundesamt der Justiz zum Wohle der Bevölkerung eingesetzt werden. Diese könnte die Gelder nach dem tragischen Erdbeben gut gebrauchen. (meo)
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.01.2010, 18:55 Uhr


