50-Franken-Gutscheine in St. Galler Briefkästen

Um die Wirtschaft zu stützen, hat die Stadt St. Gallen am Dienstag Einkaufsgutscheine an rund 72'000 Einwohnerinnen und Einwohner verschickt – im Gesamtwert von mehr als dreieinhalb Millionen Franken.

Die Aktion zur Steigerung der Kaufkraft war Ende April vom Stadtparlament auf Grund des guten Rechnungsabschlusses 2008 bewilligt worden. Die Gutscheine im Gesamtwert von 3,6 Millionen Franken gehen an alle in der Stadt wohnhaften und unbeschränkt steuerpflichtigen Einwohner – und deren minderjährige Kinder. Einen Gutschein erhielten aber auch in der Stadt ansässige und beschränkt steuerpflichtige Inhaber von Betriebsstätten. Ausgeschlossen sind nicht steuerpflichtige Wochenaufenthalter und vorläufig aufgenommene Ausländer und Asylsuchende.

Die Gutscheine, die nicht persönlich zugeordnet sind, können bis zum 28. Februar 2010 bei allen Anbietern von Waren und Dienstleistungen auf Stadtgebiet eingelöst werden, die sich an der Aktion beteiligen. Dazu gehören laut Stadtkanzlei Grossverteiler, Restaurants, Handwerker, aber auch Ärzte, Anwälte und kulturelle Institutionen. Mit dabei ist auch die Post, wobei die Gutscheine nur für Einkäufe, aber nicht für Einzahlungen gelten.

Die Gutscheine werden wie Bargeld verwendet – doch Retourgeld gibt es nicht. Geschäfte können sie dann bei der Bank CA spesenfrei in Bargeld umtauschen. Der Umtausch in Bargeld durch Privatpersonen ist nicht zulässig. Alle an der Aktion interessierten Geschäfte erhalten für Eingangstüren und Kassen Kleber und Plakate mit der Aufschrift «Wir machen mit». Die Aktion wird von der Fachhochschule St. Gallen wissenschaftlich begleitet. Der St. Galler Stadtrat zeigte sich zuversichtlich, dass auf die Gutscheinaktion weitere innovative Ideen folgen und weitere positive Zeichen gesetzt werden. (raa/ap)

Erstellt: 12.08.2009, 08:32 Uhr

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6 KOMMENTARE

Joe Brühlmann

13.08.2009, 21:57 Uhr

Wenn man bedenkt, dass die Stadt St. Gallen jährlich mehr als 16,2 Millionen Sonderlastenausgleich a fonds perdu bekommt, sind nun alle Einwohner der Gemeinden mit dem höchsten Steuerfuss (162%) des Kantons (Steuerfuss bald nach oben offen!) natürlich sehr gespannt wie der innerkantonale Steuerausgleich nun angepasst wird. Auch wir Goldinger haben uns bis vor Bundesgericht dagegen eingesetzt!


Max Giger

12.08.2009, 20:59 Uhr

Da freut sich die St. Galler Stadtbevölkerung. Hoffentlich wird diese Aktion nicht durch den Sonderlastenausgleich der Stadt St. Gallen finanziert, sonst ist es effektiv ein Problem für die Gemeinden des Kantons, welche nicht in den Genuss dieser Brosamen kommen!


Ben Müller

12.08.2009, 12:21 Uhr

Bin auf die Auswertung / Analyse dieser Aktion gespannt. Spontan scheint mir das eine wesentlich effizientere Methode der Konjunkturankurbelung zu sein als alles andere. Meistens ist das einfache auch das richtige.


Silvia Surer

12.08.2009, 12:10 Uhr

Also ich find es ja Toll das mal die Leute etwas zurück bekommen aber das andere Gemeinden davon nichts zu Spüren bekommen finde ich eine Frechheit es ist ja nicht nur das Geld von unseren St.Gallern Stadtbewohnern. Das ist normal das es zu Neiderscheinungen kommt und man sich fragt wozu werden meine uberscvhüssigen Steuregelder verwendet etwa um das 1000 Dorffest zu "feiern".(Auch dort zahlt man)


Sandro Berwert

12.08.2009, 09:26 Uhr

Da können die Regierungen lernen, wie man die Wirtschaft effektiv ankurbelt. Einfach, effektiv, der Bürger freut sich und das "Konjukturpaket" versandet nicht einfach im Nirvana. Bei 50Fr. legt man gerne nochmals 50Fr. drauf um sich das Eine oder Andere zu gönnen. An die Schweizer Gemeinderegierungen: bitte nachmachen und die lokale Wirtschaft stärken.


Tom Kuhn

12.08.2009, 09:02 Uhr

Diese Aktion finde ich super. Schön bekommt der Steuerzahler auch mal etwas zurück. Hoffentlich sind etliche Geschäfte daran beteiligt, ansonsten macht sowas keinen Sinn. Das Geld soll breitflächig in die Wirtschaft einfliessen und nicht einzelne Firmen stützen.



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