Wirtschaft
Ägypten bringt die Angst zurück
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 31.01.2011 8 Kommentare
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Die Krise in Ägypten lastet nicht nur auf den Titeln einzelner Schweizer Aktien (siehe Artikel zum Thema), sondern belastet die Börsen weltweit. In den USA hat sie den Trend des Dow Jones Industrial Indexes gebrochen, der seit Ende November 2010 fast nur noch angestiegen ist und letzte Woche sogar zum ersten Mal seit dem Sommer 2008 wieder die Marke von 12’000 Punkten geknackt hat. Aktuell notiert der Index wieder bei 11'823 Punkten. Analysten sind laut Meldungen der internationalen Finanzpresse der Ansicht, dass der Druck auf die Kurse nicht so rasch abebben wird.
Unter Druck geraten sind alle anderen grossen Börsenindex der Welt. Der SMI, der führende Aktienbarometer der Schweiz liegt vor 11 Uhr morgens mit 0,8 Prozent im Minus, nachdem er schon an den Vortagen 0,52 Prozent (Freitag) und 0,46 Prozent (Donnerstag) verloren hat. Dabei schien seit einigen Wochen an den Börsen nur noch der Optimismus zu dominieren. Selbst die grossen Sorgen durch die Eurokrise, wegen einer hohen Inflation in China – und der damit verbundenen Angst vor weiteren konjunkturdämpfenden Massnahmen der dortigen Regierung – sowie der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den USA konnten der Stimmung der Anleger weltweit nicht mehr viel anhaben. Dieser in den Kursen enthaltene Optimismus ist allein schon ein Grund für den Taucher der Börsen nach den Ereignissen in Ägypten: Viele Anleger nutzen die Gelegenheit, jetzt mit Verkäufen Gewinne ins Trockene zu bringen.
Flaschenhals Suezkanal
Doch das reicht als Erklärung für die Kurseinbrüche nicht. Die Bedeutung von Ägypten für die Weltwirtschaft ergibt sich zu einem grossen Teil durch den Suezkanal, der noch immer eine für den Welthandel bedeutende Transportroute darstellt. Die grössten Sorgen drehen sich aber um die Ölversorgung. Anders als andere Länder im Nahen Osten ist Ägypten zwar nur ein unbedeutender Exporteur von eigenem Öl, doch per Schiff durch den Suezkanal und über die «Sumed»-Pipeline fliessen täglich rund 2,9 Millionen Fässer des schwarzen Goldes.
Das entspricht zwar nur 2,6 Prozent der täglichen Erdölproduktion. Doch weil ein solcher Ausfall nicht rasch wett gemacht werden kann, würde er zu deutlich steigenden Ölpreisen führen. Das Öl der in Europa gängigen Brent-Qualität kostet bereits fast 100 Dollar pro Fass – so viel wie seit dem Hoch im Jahr 2008 nicht mehr. Die Sorte WTI, die in New York gehandelt wird, kostet noch knapp 90 Dollar. Diese vorläufige Abkoppelung des US-Ölpreises erklären sich Beobachter mit stark angefüllten Lagerbeständen in den USA. Ein weiter ansteigender Ölpreis könnte das Wachstum der Weltwirtschaft deutlich beeinträchtigen, besonders weil schon jetzt einige aufstrebende Länder mit stark steigenden Preisen kämpfen und die wirtschaftlich noch immer geschwächte USA nach wie vor sehr stark von diesem Rohstoff abhängig sind. Einen Ausfall der Öltransporte durch Ägypten würden allerdings zuerst die Europäer spüren.
Flucht in die Sicherheit
Doch die Ereignisse in Ägypten führen nicht nur zu erhöhter Nervosität wegen dem direkten Einfluss des Landes auf die Weltwirtschaft. Immerhin ist das Land selber von den Ereignissen in Tunesien angesteckt worden. Damit besteht die Möglichkeit, dass auch in weiteren Ländern dieser sonst schon labilen Region weitere Volksaufstände ausbrechen. Damit wäre nicht nur die Ölversorgung der Welt gefährdet, sondern eine neue Quelle von Spannungen und Instabilität wäre geschaffen.
Auch diese Sorge zeigt sich an den Kapitalmärkten, indem die Investoren sich in den letzten Tagen nicht nur von Aktien getrennt haben sondern auch wieder alles gekauft haben, was sie als «sicheren Hafen» erachten: Schweizer Franken, Gold, Staatsanleihen von Ländern wie USA, Schweiz oder Deutschland. Entsprechend ist der Franken gegenüber allen grossen Währungen angestiegen, ebenso haben das Gold und die Renditen der erwähnten Anleihen nach unten korrigiert. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 31.01.2011, 13:28 Uhr
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8 Kommentare
Wenn die Moslem-Bruderschaft die Macht in Ägypten und Tunesien übernimmt, ist nicht nur der Frieden in dieser Region gefährdet, sondern auch Europa hat dann Al Qaida direkt vor den Toren.Dann ist nicht nur der Suez-Kanal und damit die Ölzulieferungen nach Europa gefährdet, sondern es kann auch zu weltpolitisch relevanten Verwerfungen kommen,die dann auch zu Rezession mit Arbeitslosigkeit führen. Antworten
amerika hat jahre lang diese unrechts regime unterstütz weil sie für amerikas interesen sehr hilfreich sind wärend die menschen die dort leben unter dem staats knüppel leiden,hoffentlich geben diese demonstranten nicht auf den genau jetzt ist der anfang von mubaraks ende,nicht aufgeben leute die revolution wird siegen. Antworten
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