Wirtschaft
Arbeitslosigkeit ist leicht zurückgegangen
Positive Überraschung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar dieses Jahres zum ersten Mal seit neun Monaten wieder zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der offenen Stellen deutlich an.
Ende Februar waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) noch 172'999 Menschen als Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Das waren 2766 Arbeitslose weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank von 4,5 auf 4,4 Prozent. Es handelt sich um den ersten Rückgang der Arbeitslosigkeit seit dem Mai letzten Jahres. Ökonomen hatten für Februar nochmals mit leicht steigenden oder stabilen Arbeitslosenzahlen gerechnet. Saisonbereinigt verharrte die Arbeitslosigkeit bei 4,1 Prozent.
Deutlich über Mittel
Überdurchschnittlich sank die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen: 28'874 Jugendliche im Alter zwischen 15 bis 24 Jahren waren noch ohne Job. Das waren trotz eines Rückgangs um 0,2 Punkte mit 5,2 Prozent aber immer noch deutlich über dem landesweiten Mittel. Das gilt noch stärker für die Ausländer und für die lateinische Schweiz mit Quoten von 8,8 beziehungsweise 6,0 Prozent.
Der Blick auf die Entwicklung in den Kantonen zeigt, dass die Arbeitslosigkeit einzig im Kanton Genf weiter gestiegen ist, und zwar um 0,1 Punkte auf 7,4 Prozent. Im Wallis sank die Quote am stärksten, von 5,9 auf 5,4 Prozent. Der Verteilung der Arbeitslosen auf die Wirtschaftszweige sind Besserungstendenzen auch in der Industrie zu entnehmen. Die Zahl der Arbeitslosen ging in der Industrie um 2,4 Prozent zurück, während sie im Dienstleistungssektor nur um 1,5 Prozent sank.
Weniger Schulabgänger
Ins aufgehellte Bild des Arbeitsmarktes passen auch die Daten über die offenen Stellen und die Kurzarbeit. Die Zahl der offenen Stellen erhöhte sich im Februar um 2267 auf 14'795. Die Kurzarbeit nahm im vergangenen Dezember gemessen an den ausgefallenen Arbeitsstunden gegenüber dem Vormonat um fast einen Viertel ab. Die Lehrstellensituation präsentiert sich ein halbes Jahr vor dem Beginn der neuen Lehren stabil, wie das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie gleichentags mitteilte. Hier kommt als Entlastung der Umstand hinzu, dass die Zahl der Schulabgänger erstmals nach 15 Wachstumsjahren wieder rückläufig ist.
Saisonale Faktoren sollten dem Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten zusätzliche Impulse verleihen. Die Prognosen für das ganze Jahr könnten damit weiter zurückgenommen werden. Das Seco rechnet zurzeit noch mit einer mittleren Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent. Eine neue Prognose wird am Dienstag nächster Woche veröffentlicht. (sam/sda/)
Erstellt: 08.03.2010, 09:53 Uhr


