Wirtschaft
«Banken werden künftig nicht mehr bloss erfolgsorientiert sein»
Von Claude Chatelain. Aktualisiert am 19.01.2012 8 Kommentare
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Nicht nur das regulatorische, auch das geschäftliche Umfeld wird sich für Banken ändern. Und im Unterschied zur öffentlichen Wahrnehmung werden die Banken ihr Geschäftsmodell nicht nur aufgrund der neuen gesetzlichen Vorgaben, sondern auch aufgrund einer inneren Überzeugung anpassen. Dies sagte am Mittwochnachmittag Josef Ackermann, der deutsche Top-Banker mit Schweizer Pass. Die Bank der Zukunft werde wieder traditioneller operieren, mehr Eigenkapital ansammeln, höhere Liquidität bereitstellen und den Eigenhandel aufs absolute Minimum beschränken.
Wie weit das Investmentbanking auch in Zukunft zu einer Grossbank gehört, liess der Chef der Deutschen Bank offen. Als Ackermann 1996 in die Geschäftsleitung der Deutschen Bank trat, war er zuständig für das Investmentbanking. Er meinte lediglich, dass sich die Investmentbanker der zweiten und dritten Reihe zunehmend verabschieden. Die grossen Player in diesem Feld würden daher noch grösser.
Vertrauen als roter Faden
Wie ein roter Faden zieht sich das Wort «Vertrauen» durch seinen Vortrag. «Banken können nur überleben, wenn sie das Vertrauen geniessen», ist Ackermann überzeugt. Gerade dazu liege aber einiges im Argen. Das zeige sich auch in den Aktienkursen. Die meisten Bankaktien werden unter ihrem Buchwert gehandelt. Auch das sei Ausfluss mangelnden Vertrauens. Zudem werde in der öffentlichen Wahrnehmung die Banken für die Systemkrise verantwortlich gemacht.
«Die Bewertung der Bankaktien erfolgt nicht aufgrund der Erträge, sondern aufgrund der Strukturkrise», womit Ackermann vorab die horrende Verschuldung gemeint haben dürfte. Offen liess Ackermann, ob das Vertrauen und der Aktienwert nicht erhöht würden, wenn sich Grossbanken aktiv vom risikoträchtigen Investmentbanking verabschieden würden, wie das viele Politiker gerne sähen.
Doch die künftige Struktur wird laut Ackermann nicht mehr bloss erfolgs-, sondern vermehrt wieder werteorientiert sein. Das könnte bedeuten, dass die Bank der Zukunft sich wieder stärker in den Dienst der Volkswirtschaft stellt, statt in einer virtuellen Welt auf eigene Rechnung mit risikoträchtigen Papieren zu handeln. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.01.2012, 18:40 Uhr
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8 Kommentare
«Banken werden künftig nicht mehr bloss erfolgsorientiert»... Kurioser Titel, den ich nicht schnalle. Banken werden nicht mehr erfolgsorientiert.... was? erfolgsorientiert sein? erfolgsorientiert arbeiten? Die Sprachkünste des Titelsetzers sind offenbar so zweifelhaft wie die Auffassungen Ackermanns, was eine gute Bank ausmacht... Antworten
"Die Botschaft hör ich wohl, doch mir fehlt der Glaube." Banker ändern sich nur unter Druck, und der ist jetzt langsam spürbar – mit Einsicht und Wertewandel hat das nichts zu tun, daher mein Faust-Zitat, das noch immer Gültigkeit hat! Antworten
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