Wirtschaft
Ben Bernanke, Superstar
Von Philipp Löpfe. Aktualisiert am 10.08.2009 36 Kommentare
Alle vier Jahre muss der Präsident der Vereinigten Staaten den Mann ernennen, den viele eigentlich für den mächtigste der Welt halten: den Präsidenten der Notenbank. Die Wahl ist eine Gratwanderung, wenn der Fed-Präsident einmal gewählt ist, hat er weitgehend freie Hand. Auch in den USA ist die Notenbank unabhängig von der Politik.
Der aktuelle Fed-Präsident Ben Bernanke muss bald in seinem Amt bestätigt oder ersetzt werden. Er ist jedoch mit einem Handicap belastet: Er wurde noch von George W. Bush eingesetzt. Zudem wollen Washington-Insider wissen, dass auch Lawrence Summers, der ökonomische Chefberater von Präsident Barack Obama, Ambitionen auf den Fed-Chefessel haben soll. Trotzdem hat Bernanke beste Aussichten auf eine weitere Amtszeit. Er gilt derzeit als der Mann, der eine zweite grosse Depression verhindert hat.
Keine Fehler wie in den Dreissigerjahren
In harten Fakten gesehen ist die Rezession noch nicht vorbei, aber die Stimmung in den USA hat gedreht. Zuerst haben sich die Börsen erholt, dann stabilisierten sich die Immobilienpreise. Nun melden die meisten Unternehmen überraschend gute Halbjahreszahlen und selbst auf den Arbeitsmärkten bessert sich das Klima: Die Arbeitslosigkeit ist von 9,5 auf 9,4 Prozent gesunken.
Bernankes Geldpolitik wird eine zentrale Rolle in diesem Turnaround zugeschrieben. Der ehemalige Wirtschaftsprofessor der Princeton University ist ein Spezialist in Sachen Depression. Es ist ihm gelungen, die Fehler der Dreissigerjahre zu vermeiden. Als nach dem Kollaps der Investementbank Lehman Brother ein Zusammenbruch des gesamten Finanzsystems drohte, hat er nicht auf Sparen und hohe Zinsen gesetzt. Er hat im Gegenteil alle Geldschleusen geöffnet, die Leitzinsen gegen Null gesenkt und den Banken Liqudität in Hülle und Fülle bereitgestellt.
Linken und rechten Forderungen widerstanden
Bernanke hat sich dabei nicht nur fachlich, sondern auch politisch sehr klug verhalten. Er hat seine Geldpolitik mit der Wirtschaftspolitik des Weissen Hauses abgestimmt. «Bernanke, Obama, Geithner und Summers waren intellligent genug, um zu wissen, dass die Rechten verrückt waren mit ihrer Forderung: ‹Lasst die Banken bankrott gehen›, und sie waren selbstbewusst genug um die Forderung der Linken ‹Verstaatlicht die Banken› zu ignorieren», lobt die «New York Times».
Inzwischen mehren sich die Stimmen, die eine Wiederwahl Bernankes fordern. Crashprophet Nouriel Roubini macht sich öffentlich für ihn stark. Die «Financial Times» fordert: «Präsident Barack Obama sollte ihn bald zur Wiederwahl vorschlagen; der Senat sollte diesen Vorschlag rasch bestätigen.» Die Chancen, dass dies geschehen wird, stehen gut. Präsident Obama setzt bei seinem Personal auf die Besten und die Klügsten. Ben Bernanke hat bewiesen, dass er diesen Anforderungen genügt. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.08.2009, 12:09 Uhr
Kommentar schreiben
36 Kommentare
Der Artikel respektive der Titel zeugen nicht unbedingt von grossem wirtschaftshistorischen Hintergrund. Die Dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts sind wohl kaum mit den Anfängen des 21. Jahrhunderts vergleichbar. Zudem - und das ist jetzt bereit klar - wird die Dämpfung des wirtschaftlichen Niedergangs in der Gegenwart durch die Zukunft bezahlt werden müssen. Alles andere ist illusorisch. Antworten
Die Herren Bernanke, Obama und ihre Freunde werden als grosse Schuldenmacher u Totengräber des freien Marktes (welcher sich selber sehr gut reguliert - Goldi und seine bonusgeschützten Manager hätten die Krise ohne Hilfe von Barak, Ben und Konsorten nicht überlebt) in die Analen der Weltgeschichte eingehen. Die Hydra Infltation steht vor der Tür, die "kleinen Leute" werden ein zweites Mal betrogen Antworten
Wirtschaft
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.



