Wirtschaft

Das grosse Ringen um den Rettungsfonds

Aktualisiert am 29.11.2011 16 Kommentare

Die Finanzminister der Eurostaaten verhandeln heute über die Erhöhung des Rettungsfonds EFSF sowie über den nächsten Notkredit für Griechenland. Ob sie eine Einigung erzielen werden, ist fraglich.

Suchen nach einer Lösung für die Krise: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker (l.) und Wirtschaftskommissär Olli Rehn.

Suchen nach einer Lösung für die Krise: Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker (l.) und Wirtschaftskommissär Olli Rehn.
Bild: Keystone

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Die Euro-Finanzminister ringen heute erneut um die Eindämmung der Schuldenkrise. Die Eurogruppe muss dringend vor allem die Stärkung des Rettungsfonds EFSF unter Dach und Fach bringen. Die Feuerkraft soll dabei durch Finanzhebel auf eine Billion Euro vervierfacht werden. Doch ob das gelingt, bleibt noch offen. Auch das grüne Licht für die nächsten Griechenland-Notkredite muss die Eurogruppe geben, sonst droht Athen in den kommenden Wochen der Bankrott.

Weil immer mehr Euro-Staaten bedrohlich hohe Zinsen für ihre Kredite zahlen müssen, ist der Druck auf Berlin zu einem Befreiungsschlag in den vergangenen Tagen deutlich höher geworden. Doch alle Rufe nach einer Kreditgarantie durch die Europäische Zentralbank oder nach Eurobonds hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bisher energisch zurückgewiesen. Schäuble will in Brüssel stattdessen für Vertragsänderungen werben – für ihn ist die Sicherstellung der Haushaltsdisziplin der Ausweg aus der Krise.

Wichtige Zeit vertan

Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick glaubt nicht an den Erfolg einer durch Hebelung geplanten Verstärkung des Euro-Krisenfonds EFSF. Die Bundesregierung habe von den drei Varianten der Hebelung des EFSF «die kostengünstigste und stabilste – die Banklizenz – ausgeschlossen und dafür zwei andere Varianten auf den Weg gebracht, deren Wirksamkeit inzwischen allgemein bezweifelt wird», sagte Schick «Handelsblatt online». Damit sei einmal mehr wichtige Zeit vertan worden.

Die Hebelung könne allenfalls dann Stabilität schaffen, wenn sie als Übergang in eine stabile langfristige Lösung genutzt werde. Schick forderte daher die Bundesregierung auf, ihre Blockade aufzugeben und den Vorschlag der «Wirtschaftsweisen» für einen Schuldentilgungspakt aufzugreifen. (kpn/dapd)

Erstellt: 29.11.2011, 07:45 Uhr

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16 Kommentare

Bruno Bänninger

29.11.2011, 09:42 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Seit 2 Jahren pflegen die Eurokraten ihre Illusionen. Illusionen sind die gefährlichsten Berechnungen die man machen kann und politisch eine tödliche Gefahr. Zähle ich richtig, dann präsentieren die Eurokraten bald die 9. Lösung der Eurokrise.
Lenins Spruch: "Wer die Kapitalisten vernichten will, muss ihre Währung zerstören" ist falsch. Die Kapitalisten zerstören ihre Währung selbst!
Antworten


Urs Holzapfel

29.11.2011, 09:03 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Im Grunde verdanken wir den Schlamassel mit der Euro-Einführung Herrn Mitterand,der Deutschland nach der Wiedervereinigung damit in Schach halten wollte... Antworten



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