Wirtschaft

Das irische Drama

Irland sei im nächsten Jahr zahlungsunfähig, prophezeit ein irischer Ökonom. Noch vor kurzem haben alle den «keltischen Tiger» beneidet. Jetzt drohen gar soziale Unruhen. Die Geschichte einer selbstgemachten Katastrophe.

Die ausländischen Banken erhielten ihr Geld zurück, die Steuerzahler müssten die Rechnung noch über viele Jahre begleichen: Protest in Dublin schon am Anfang der Krise im Februar 2009.

Die ausländischen Banken erhielten ihr Geld zurück, die Steuerzahler müssten die Rechnung noch über viele Jahre begleichen: Protest in Dublin schon am Anfang der Krise im Februar 2009.

Noch vor wenigen Jahren hat man in der Schweiz ernsthaft debattiert, was wir hier falsch machen und die Iren richtig. Wirtschaftlich galten die «keltischen Tiger» als die Überflieger Europas. Jetzt ist genau das Gegenteil der Fall. Irland ist wirtschaftlich am Boden: «Nach einer plötzlichen Verschlechterung seines Zustandes wurde der irische Patient – einst bekannt als irische Republik – in die Intensivstation verlegt, wo er jetzt künstlich beatmet wird», schreibt der irische Ökonom Morgan Kelly in einem Anflug von Sarkasmus und fährt fort: «Während ein Sprecher des Spitals – genannt Jean-Claude Trichet – Optimismus zu verbreiten versucht, besteht keine Aussicht darauf, dass der Patient wieder gesund wird.»

Wirtschaftsprofessor Kelly ist in Irland vor allem dafür bekannt, dass seine Einschätzungen zur Krise bisher äusserst treffsicher waren. Daher hat ein Artikel, den er mit dem obigen Vergleich in der «Irish Times» eingeleitet hat, auch eine besonders grosse Bedeutung. Dort zeigt er sich überzeugt, dass Irland einen Staatsbankrott nicht werde vermeiden können, schon im nächsten Jahr werde das Land zahlungsunfähig sein. Insolvent sei der Staat bereits jetzt.

Nur die Steuerzahlen müssen bluten

Am Anfang des von Kelly beschriebenen Dramas stand, dass die irische Regierung für alle Schulden ihrer Banken die Garantie übernommen hat. Da die Institute nur unzureichend über ihre wahre Lage informiert haben, hätte sich der Staat laut Kelly um diese teure Absicherung scheren können. Letztlich sei sie erfolgt, weil irische Politiker davon ausgehen, am Ende durch EU-Gelder gerettet zu werden, denn nichts anderes würde schliesslich am Ende auch im Fall von Griechenland geschehen.

An einer Begleichung der Bankschulden war aber auch die Europäische Zentralbank (EZB) interessiert. Diese sorgt bisher dafür, dass die irischen Banken weiter mit Liquidität versorgt werden, was auch dem irischen Staat in den nächsten Monaten das Überleben noch ermögliche. Die EZB habe sich mit einem Beobachtungsposten im irischen Finanzministerium eingenistet, ihre Vertreter dort würden schlicht «die Deutschen» genannt. Mit ihrem Engagement will die EZB gemäss Kelly eine weitere europaweite Bankenkrise unter dem Deckel halten. Aus diesem Grund haben die vom irischen Staat gestützten Banken im September noch 55 Milliarden Euro an ihre Gläubigerbanken in Grossbritannien, Deutschland und Frankreich zurückbezahlt. Damit ist laut dem irischen Ökonomen die letzte Chance für das Land vertan worden.

Nur bei einem Zins von unter zwei Prozent überlebensfähig

Für die ausländischen Banken hat sich damit das riskante Geschäft mit ihren irischen Partnern gelohnt, ebenso für die einstigen Topmanager der irischen Finanzinstitute, die sich an den einst üppig erhaltenen Boni und Löhnen noch immer erfreuen können. Ganz anders sieht es für die irischen Steuerzahler aus, die müssen die Suppe jetzt auslöffeln. Allein um die Schulden der Banken zurückzubezahlen, müsste Irland laut Morgan Kelly in den nächsten rund 6 ½ Jahren die gesamten Einkommenssteuern verwenden. Sein Fazit: Das Land ist schon jetzt bankrott. An den Finanzmärkten hat Irland schon jetzt denselben Schuldnerstatus wie die Ukraine oder Pakistan. Sowohl der Zins für die Staatsverschuldung wie auch die Prämie auf Kreditausfallversicherungen des Landes (CDS) befinden sich aktuell auf einem neuen Rekordstand.

Der Ökonom hat ausgerechnet, dass Irland angesichts seiner düsteren Wachstumserwartungen nur bei Schuldzinsen von unter 2 Prozent langfristig der Schuldenfalle entkommen könnte. Doch damit ist nicht zu rechnen. Im Gegenteil: Die EZB und die europäischen Politiker wollen Schuldnerländer mit hohen Zinsen bestrafen, um alle Länder davor abzuschrecken, je in eine ähnliche Lage zu kommen.

Das Schlimmste kommt noch

Der Ökonomieprofessor prophezeit der irischen Bevölkerung überdies bald eine zweite und schlimmere Krisenwelle. Momentan würden die Immobilienpreise nur deshalb nicht vollkommen einbrechen, weil die staatlich gestützten Banken weniger Hypothekarzinsen verlangen würden, als sie selber für das Geld bezahlen müssen. Wenn, wie geplant, die Kontrolle dieser Banken zur EZB übergehe, werde dieser Subventionshahn geschlossen. Hunderttausende von Hypothekarschuldnern wären dann überschuldet. Als Folge davon würde auch der Immobilienmarkt weiter einbrechen, was die Spirale nach unten verstärkt.

Laut Morgan Kelly haben diese Entwicklungen auch Konsequenzen für das politische Klima in Irland. Grosse Spannungen seien eine zu erwartende Folge: Erste Aufwallungen von verbreiteter Wut und Verzweiflung seien bereits wahrzunehmen. Der Ökonom erwartet, dass sich die irische Politik in die gleiche Richtung wie die Tea Party in den USA bewegt und die traditionellen Parteien durch Bewegungen der äussersten Rechten verdrängt werden.

Kelly beantwortet schliesslich in seinem Artikel auch die Frage, was man denn jetzt noch tun könne, um eine solche Entwicklung abzuwenden: nichts. «Wir können nur noch auf die Freundlichkeit von Fremden hoffen.»

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.11.2010, 13:33 Uhr

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42 Kommentare

Dieter Wundrig

10.11.2010, 08:23 Uhr
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@ Ben Nagini-Sie vergessen dabei gerne einen Zusatz, typisch bei EU Gegnern. Deutschland ist Nettozahler, stimmt, dennoch und deshalb ist Deutschland der grösste Nutzniesser innerhalb und ausserhalb der EU. Wenn D nichts verkaufen kann lahmt die Wirtschaft, selbst in der CH und EU Ländern. Ausserdem, einen Länderausgleich (Finanzen) gibt es in jedem Land, auch in der Schweiz, Antworten


Peter Waldner

10.11.2010, 00:45 Uhr
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Was haut Ihr denn immer die Banker, die ja nur das tun, was sie an den Hochschulen von ihren Professoren mit und ohne Nobelpreis gelernt hatten? Die Wirtschaftspresse hat sie stets bejubelt, und der Staat die Steuern mit Freuden abgeholt. Man lese nur den ersten Satz des Artikels am Schluss noch einmal - er sagt nämlich alles! Antworten


Daniel Eberhard

09.11.2010, 20:38 Uhr
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Ich finde es nicht recht, dass Deutschland's Steuerzahler für die Misswirtschaft des griechischen Staatsapparates oder der irischen Bankzocker aufkommen soll. Wie lange soll das noch so gehen? Wer hilft eines Tages Deutschland? Sehe übrigens immer noch keine Lehren aus der Krise.... Antworten


Sibylle Weiss

09.11.2010, 20:09 Uhr
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Die beneideten "Wunderkinder" entpuppen sich im Nachhinein meinstens als Flopp. Und hier passierte vermutlich Dasselbe! Antworten


Lorenzo De Fries

09.11.2010, 19:29 Uhr
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Ich frage mich je länger je mehr welche Mitschuld Wirtschaftsjournalisten mittragen. In der wirtschaftlichen Hausse kritisieren sie Zurückhaltung bei Grossfirmen bezüglich überteuerten Akqisitionen mit "verpassten Gelegenheiten trotz voller Kriegskasse" etc. Irland galt als keltischer Tiger, Dublin jung,trendy, bla bla, bla. Die Schweiz langweilig - im Sinkflug da nicht in der EU. Antworten


ortho graf

09.11.2010, 18:29 Uhr
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Nur die Steuerzahlen müssen bluten, muss wohl Steuerzahler heissen. Antworten


Richard Kunz

09.11.2010, 18:15 Uhr
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Auch wir könnten in arge Schwierigkeiten geraten. Zerfällt die EU, so möchte ich nicht wissen wo die CH Banken und Versicherungen überall investiert sind. Big to fail auch nicht vom Tisch. 60% der Goldreserven zu tiefstpreisen verscherbelt, keine eigene Rohstoffe, nicht mal selbst ernähren möglich ect. Bildung und Know How nimmt auch in Asien rasant zu. Was hat die CH dann noch zu bieten? Papier! Antworten


Marc Simon

09.11.2010, 18:09 Uhr
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Wenn UBS und/oder CS sich noch heftiger verspekuliert hätten, wäre die Schweiz im Falle von Stützungsmassnahmen in der gleichen Situation gekommen, wie Irland! Eine klare Warnung an CH. Also bloß keine Hochnut aufkommen lassen oder ahnungslos auf die EU eindreschen. Jedes EU-Land ist fiskalisch weitgehend souverän und für seine finazielle Lage voll eigenverantwortlich. Antworten


Andre-Marie Ruf

09.11.2010, 17:07 Uhr
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Aha, Frau Suhrer hats ja voll im Griff. Ich gebe Herrn Steiner Recht. Und obwohl ich kein EU-Befürworter bin, ist sie diesmal nicht Schuld. Das ist schlichtweg falsch. Antworten


Martin Z. Heitz

09.11.2010, 16:49 Uhr
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@ Ben Nadini: Eben! Irland war und ist Netto-Empfänger. Erst dieser Geldzufuss aus der EU ermöglichte überhaupt die wirtschaftliche Entwicklung Irlands. Also für mich ist das eine klare "Hilfe". Ob aber diese Umverteilungen (wie es sie übrigens auch innerhalb der Schweiz gibt von angeblich "reichen" zu angeblich "armen" Kantonen) sinnvoll sind, sei mal dahingestellt.... Antworten


Stefan Tuor

09.11.2010, 16:49 Uhr
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Es gibt in der Schweiz immer noch genügend "kluge"Schönschwätzer (oder -schreiber) die nicht müde genug werden um im Fall Irland die EU vom Zaun zu reissen. Nochmals, und ganz bedächtig für die rechten (oder richtigen?) Stammtisch-Proleten: EU ist kein Staat, sondern Staatenbund. Irland ist zwar Mitglied der EU, aber dennoch ein souveränder Staat und selber verantwortlich für ihr Ökonomiedilemma. Antworten


Rudolf Steiner

09.11.2010, 16:34 Uhr
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@ Regula: Legen Sie mir keine Wörter in den Mund. Irland ist aus verschiedenen Gründen bankrott, u.A. deshalb weil man für Verfehlungen des ungezügelten Bankensektors geradestehen muss. Dabei hat man WÄHREND der Krise die Steuern erhöht, was für die Konjunktur absolutes Gift ist. Resultat: Double dip Recession, d.h. verschärfte Krise. Dass auch sonst einiges schief läuft ist mir auch klar. Antworten


Sven Fischer

09.11.2010, 16:31 Uhr
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es ist nicht zu fassen, hier dreht man aus allem überl dieser welt der eu einen strick draus. sie sollten eher den radikalkapitalisten einen strick drehen. Antworten


Eric Greney

09.11.2010, 16:31 Uhr
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Klar sind die Iren, die Griechen....usw. schuld!...aber nur ein bischen! Die wahren Schuldigen an der Misere sind viel eher die Neoliberale Marktschreier, welche seit 30 Jahren, die der uneingeschrenkte Freie Marktwirtschaft huldigen. Der grösste Raub der Menscheitsgeschichte fand statt und noch immer geniessen die Täter bei einem Teil des Fussvolkes eine Art Kultstatus. Antworten


Christian Lanninger

09.11.2010, 16:30 Uhr
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Ich habe selber vor der Krise in Irland gelebt und gearbeitet und habe die Leute damals schon darauf aufmerksam gemacht, dass die Blase bald platzen wird. Damals wurde ich noch entgeistert angeschaut und als pesimistischer, konservativer Schweizer bezeichnet. Man musste nicht Volkswirtschaft studiert haben um diese Katastrophe vorauszusehen, die sich vorallem im Immobilensektor gebildet hat. Antworten


Rene Wetter

09.11.2010, 16:17 Uhr
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Verstehe nicht, wie viele den Fall Irland als Argument gegen die EU gebrauchen. Ohne die EU wäre das schon das 2. Island. Es zeigt, was mit einem kleinen Land passieren kann, dass die Banken ins Unermessliche wachsen lässt. Irland hat mit Dumpingsteuern Firmen und Reiche angelockt, welche nun abhauen werden. Wenn bei uns auch die 2. Grossbank abgestürzt wäre hätten wir ähnliche Probleme Antworten


Regula Suhrer

09.11.2010, 16:15 Uhr
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@ Rudolf Steiner Ach, das Bankrotte Irland ist wegen einer falschen Sparbremse in dieser Lage? Glauben Sie selber an so einen Quatsch. Irland ist Bankrott, weil es nicht gespart, sondern zuviel ausgegeben hat. So simpel ist dass. Aber es scheint, man könne wirklich alles ins Gegenteil verkehren. Nun ist man schon Bankrott, weil man gespart hat. O Gott! Antworten


Ben Nadini

09.11.2010, 16:15 Uhr
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@Martin Heitz: Mit Hilfe der EU ??? - Sie scheinen zu vergessen, dass es in der EU Netto-Zahler und Nettoempfänger gibt. Der grösste Nettozahler ist DE mit über 6000 Mio.€; an zweiter Stelle kommt FR mit "nur" etwas unter 3000 Mio.€. Der grösste Netto-Empfänger ist SP mit über 6000 Mio.€ gefolgt von GR mit fast 4000 Mio. €. Dieses Geld fällt aber nicht einfach vom Himmel, sondern muss erarbeitet Antworten


Roger Huber

09.11.2010, 16:04 Uhr
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Die Iren sind an ihrer Finanzmisere selber schuld. Sie haben über ein Jahrzehnt über ihre Verhältnisse gelebt, wie die Briten, Griechen etc. Viele haben sich mit billigem Geld eine Ferienwohnung in Spanien, Frankreich oder sonstwo gekauft. Zum Glück ist die Schweiz nicht in der EU, sonst müssten wir auch einen Teil deren Schulden übernehmen. Antworten


Rudolf Steiner

09.11.2010, 15:52 Uhr
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Schön, dass man selbst aus dem Beispiel Irland innenpolitisches (Propaganda-)Kapital schlagen kann. Dabei ist Irland in erster Linie bestes Beispiel dafür, was geschieht wenn der Staat die Sparbremse zur falschen Zeit zu stark anzieht und nicht antizyklisch handelt. Antworten


Peter Koller

09.11.2010, 15:36 Uhr
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Auf Irland werden eine Reihe anderer Staaten folgen die über ihren Verhältnissen gelebt haben und für die EU ihre Zahlen über Jahre hinweg geschönt haben. Selber Schuld EU du wolltest dass man dich anlügt. Antworten


Dani Kobler

09.11.2010, 15:35 Uhr
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Und ich hab mir immer gewundert wieso jedes Jahr der Stau in der Rushhour mehr wurde und während es im Bus immer gemütlicher wurde. Scheinbar haben die Iren den wirtschaftlichen Aufschwung mal als erstes in ein Auto investiert. Nun also die Erkenntnis dass die Bäume also auch in Irland nicht in den Himmel wachsen. Vielleicht wachsen ja die Bäume in China in den Himmel? Antworten


Martin Z. Heitz

09.11.2010, 15:31 Uhr
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Es zeigt sich leider wieder einmal: Je schneller der Aufstieg, desto tiefer der Fall. Man darf aber nicht vergessen, dass Irland früher das Armenhaus Europas war und in den letzten ca. 20 Jahren - u.a. mit Hilfe der EU - einen gigantischen Aufschwung erlebte. Trotzdem finden die ewigen EU-Basher hier offenbar, dass natürlich die EU Schuld an der Krise Irlands sei. Etwas mehr Objektivität bitte. Antworten


Bruno Froehlich

09.11.2010, 15:22 Uhr
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Ist doch immer wieder interessant wie die EU fuer alles was schief laeuft verantwortlich gemacht wird. Die gesamte westliche Welt lebt ueber die Verhaeltnisse und dieser Virus ist auf dem Weg nach Indien, Suedamerika und klopft auch schon an Chinas Tueren. Es ist die grenzenlose Ueberschaetzung von Wachstum und Geld, das, wenn es nicht mehr reicht, wie USA zeigt, vermehrt wird mit der Druckpresse. Antworten


Boris Scavezzon

09.11.2010, 15:21 Uhr
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Das es die Iren überleben werden, mag sein - es fragt sich nur wie sie es überleben werden? Des weiteren zeigt dieses Beispiel auf, dass es falsch ist nur "systemrelevante Firmen" zu retten und dafür ein ganzes Land in den Absturz zu führen. Daraus sollten auch wir lernen, denn in einer Demokratie sollte es überhaupt keine "systemrelevanten" Dinge geben - ausser die Bürger und Bürgerinnen! Antworten


Jan Maurer

09.11.2010, 15:20 Uhr
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Alle Rechtsbürgerlichen, welche sich hier bestätigt fühlensollten dies bedenken: Unter den Nutzniessern dieses Schlamassels befinden sich gerade Neocons wie Dr. Blocher, der mit seiner ganzen Macht (resp. Parteisoldaten)verhindert, dass den Banken etwas besser auf die Finger geschaut wird und bestimmt seine Gründe dafür hat. Antworten


Peter Meierhans

09.11.2010, 15:15 Uhr
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Wenn sich ein immer kleinerer Bevölkerungsteil immer unverschämter auf Kosten er Mehrheit bedient wird kann man davon ausgehen dass diese Mehrheit früher oder später dafür sorgt dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird. Hoffentlich geschieht dies bei uns mit demokratischen Mitteln und nicht mit Gewalt. Antworten


Nadine Binsberger

09.11.2010, 15:07 Uhr
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Die Iren können nichts dafür und nichts dagegen - jedenfalls genausoviel wie wir alle. Wir haben uns alle auf ein unmögliches System abgestützt. Selbst diejenigen, die es vehement kritisierten, haben sich irgendwie damit arrangiert. Die Geldblase platzt. Aber macht nichts: Geld kann man nicht essen. Alles was wir brauchen, entsteht durch unsere Herzen, Hirne und Hände. Geld brauchts nicht. Antworten


Roger Riger

09.11.2010, 14:38 Uhr
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an alle Schweizer PRO-EU-Ökonomonen, SP-EU-Befürworter und SP-EURO-EU-Turbos: Bericht von Morgan Kelly mal genau lesen und dann Meinung scharf überdenken, ob tatsächlich alles in Irland so gut war und so toll. Und ist ein EU-Beitritt tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung? Diese Frage kann man mit ein bisschen Wirtschaftswissen sogar ohne Joker beantworten: NEIN, Bilaterale Weg = Richtig Antworten


Roman Racine

09.11.2010, 14:22 Uhr
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Bruno Bänniger: Ihre Zahlen stammen aus Schätzungen, bevor Irland die Rettung der irischen Banken beschlossen hat. Aktuell beträgt das Budgetdefizit aber nun deutlich über 30% des BIP. Antworten


Jürg Heldner

09.11.2010, 14:21 Uhr
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Die freundlichen "Fremden" sind die wenigen EU-Zahlknechte, welche die Zeche für die Profi-Bankrotteure aus dem Mittelmeerraum, Island und Irland berappen dürfen. Bei der Ost-Erweiterung oder einem Beitritt der Türkei in die EU, dürfte dann auch dem letzten ideologisch verklärten Land klar geworden sein, dass man den eigenen finanziellen Untergang eigenhändig besiegelt hat. Antworten


Theo Vogt

09.11.2010, 14:20 Uhr
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Es waren die Linken Herr Meier, die uns jahrelang Länder wie Irland, Griechenland oder Portugal als Beispiel vorgeführt haben, wie toll es Staaten geht, die in der EU sind! Nun stehten viele (weit mehr als die genannten) vor dem Ruin, der EURO musste mit 1 Billion Franken gerettet werden und EU-Vorzeigestaaten wie Deutschland haben in Tat und Wahrheit einen Schuldenberg von 1,8 Billionen Euro. Antworten


Pawel Silberring

09.11.2010, 14:16 Uhr
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Na Prost, und warum das Ganze? Nur weil einige Spekulanten ihre ungebremste Gier ausleben wollten, soll jetzt ein ganzes Volk auf Jahre hinaus praktisch nur noch für die Banken arbeiten? Irgend etwas stinkt doch hier zum Himmel. Antworten


Mracel Keller

09.11.2010, 14:15 Uhr
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Die wirtschaftlichen Erfolge (Wachstum, etc.) Irlands wurde neben Österreich von unseren EU Befürwortern (Bodenmann, Marwalder, etc.) immer als Grund für einen sofortigen Beitritt der Schweiz aufgeführt. Nun ist es stiller um diese Forderung geworden. Nur noch Kamikaze Politiker der SP drängen momentan auf einen EU Beitritt. Antworten


René Meier

09.11.2010, 14:12 Uhr
Melden

Es waren die bürgerliche Presse und die übrigen bürgerlichen Medien, die uns Irland jahrelang als Vorbild präsentiert haben. Mit freundlichen Grüssen. Antworten


Dieter Wundrig

09.11.2010, 14:10 Uhr
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@ Olivier Stöckli-Irland hat nicht nur über seine Verhältnisse gelebt. Man hat FIrmen angelockt, welche keine oder minimale Steuern abgeführt haben. Ales auf Kosten/Lasten der EU Mitglieder, da muss selbst ich der EU einen Vorwurf machen.Selbst schwerreiche Buchautoren aus der ganzen Welt wurden angelockt, diese müssen bis heute keinen einzigen Cent an Steuern zahlen. Wundern muss sich da niemend! Antworten


Kieran Kennedy

09.11.2010, 14:04 Uhr
Melden

@ R. Duffner: Wir Iren werden auch das Überleben, falls der Professor Recht haben sollte. Machte er aber bis jetzt ähnlich viele Prophezeiungen wie Michel de Notredame, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er dieses Mal daneben liegt mit seiner Prognose. So oder so: Cheers! Antworten


Anna Meier

09.11.2010, 13:59 Uhr
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da hat er völlig recht... die ach so tolle EU wird schon irgendwie richten :-) Antworten


Rainer Duffner

09.11.2010, 13:52 Uhr
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Au Backe. Vielleicht sollte man schnell nochmal rüberfliegen, solange das Land noch nicht in einen post-apokalyptischen Szenario (so eine Mischung aus Mad Max und Wikinger-Überfällen) versunken ist. Spätestens dann sind die Leute wahrscheinlich auf Leute vom Festland auch nicht mehr so gut zu sprechen. Fragt sich nur, wohin diesmal ausgewandert wird... Antworten


Urs Brock

09.11.2010, 13:51 Uhr
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Die Fremden. Das werden die sein die Dank der Neoliberalen Polik aus Kapital noch viel mehr Kapital gemacht haben. Steuerreduziert, Steuerbefreit stürzte sich ein Konzern nach dem anderen in das angeblich Kostenfreie Paradis. Wie gesagt, Individuen haben die Neoliberale Agenda genauso wenig im Griff wie nationale und internationale Unternehmen sowie Nationen. 99% sind nun auf Jahre verschuldet. Antworten


Bruno Bänninger

09.11.2010, 13:50 Uhr
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Die Staatsverschuldung von Irland beträgt 77,3% des BIP. Zum Vergleich: Griechenland: 124,9%, Italien: 118,2%, Belgien: 99,0%, Frankreich, 83,6%, GB: 78,9%, Deutschland 78,8% (!) etc. Das Budgetdefizit von Irland: 11,7%,zum Vergleich: USA: 13,0%, Italien: 15,3% usw. Mit anderen Worten: mit verdeckter Hilfe der EU versuchen Spekulanten und Finanzjongleure in Irland Profite zu erschleichen. Antworten


Olivier Stöckli

09.11.2010, 13:46 Uhr
Melden

Was in dem Artikel verschwiegen wird: Irland hat jahrzehntelang über die Verhältnisse gelebt, weil einziger massiver Bezüger von EU-Geldern. Seit einigen Jahren ist diese Quelle aber versiegt, und das Land hat die Nagelprobe, auf eigenen Füssen stehen zu müssen, schlichtweg nicht geschafft. Antworten



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