Wirtschaft

«Der Arbeitsmarkt dürfte sich erst 2011 erholen»

Aktualisiert am 19.04.2009 19 Kommentare

Serge Gaillard, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, gibt eine pessimistische Prognose ab. Und er erklärt, wie der Bund den Arbeitslosen helfen will.

«Der Arbeitsmarkt erholt sich immer verzögert»: Seco-Ökonom Serge Gaillard.

«Der Arbeitsmarkt erholt sich immer verzögert»: Seco-Ökonom Serge Gaillard. (Bild: Keystone)

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Der Ökonom Serge Gaillard geht davon aus, dass die Weltwirtschaft gegen Ende Jahr wieder anziehen wird. «Der Arbeitsmarkt erholt sich aber immer verzögert. Die Spitze der Arbeitslosigkeit wird erst 2010 erreicht, aus saisonalen Gründen wahrscheinlich im Winter», sagt der Leiter der Direktion für Arbeit im Wirtschaftsdepartement, im Interview mit der Zeitung «Sonntag». Der Arbeitsmarkt dürfte sich deshalb «erst 2011 wieder erholen».

Gaillard rechnet, dass Ende 2010 5,2 Prozent oder 200'000 Menschen arbeitslos sein werden. «Das ist eine pessimistische Prognose. Ich befürchte aber, dass wir mit ihr leben müssen.» Damit würden sich die Schulden bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) bis Ende 2010 auf 10,3 Milliarden erhöhen.

800 Millionen für arbeitsmarktliche Massnahmen

Für das grösste Problem sorgt im Moment die Jugendarbeitslosigkeit zwischen 20 und 24 Jahren. Dass es bis Ende Jahr gegen 60'000 Jugendliche betreffen könnte, wie die SP befürchtet, bestreitet Gaillard: «Dies ist – nach unseren Prognosen – glücklicherweise um den Faktor zwei überzeichnet.»

Trotzdem will der Bund handeln: «Wir werden die Zahl der Praktika bis 2010 von 2000 auf rund 4000 verdoppeln.» Gleichzeitig gebe man 2010 für arbeitsmarktliche Massnahmen über 800 Millionen Franken aus - das sind 300 Millionen mehr als im Vorjahr. Und die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) würden bis Ende Jahr mit gegen 300 Personalvermittlern aufgestockt. Gaillard: «Auch die Arbeitslosenkassen werden dieses Jahr mehr als 120 zusätzliche Personen einstellen.» (vin)

Erstellt: 19.04.2009, 06:04 Uhr

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19 Kommentare

ueli wittwer

19.04.2009, 02:19 Uhr
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arbeitslosigkeit hat mit bildung zu tun. leider ist bildung auch heute immer noch 2. rangig. z.b.schon sicherheit hat vorrang, es wird masslos geld in die überwachungs-systeme investiert, da die "ungebildeten " politiker nicht so weit denken können, dass der mensch endlich soweit gefördert werden muss, dass er selber weiss was richtig ist. aber eben dann braucht es keine politiker mehr! Antworten


Armin B Schweizer

19.04.2009, 05:03 Uhr
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Bei der ALV wie bei der IV. Immer mehr Milliarden Zwangspraemiengelder werden den Rentnern fuer sinnlose Schickane statt Renten vorenthalten. Bei weniger als zehntausend offenen Stellen, einigen hunderttausend Stellensuchenden und weit offenen Lohndoemperschleusen, bleiben auch bei maximalen Schickanen ueber 90 Prozent der Arbeitslosen und cand.Tuetenklebendenr-"Schein"invaliden arbeitslos! Antworten



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