Wirtschaft

Wallstreet schliesst mit massiven Verlusten

Aktualisiert am 09.08.2011 123 Kommentare

Nach anfänglichem Optimismus an den Märkten riss die Wallstreet die Kurse weltweit mit in den Abgrund. Der SMI schloss 4 Prozent im Minus. Verfolgen Sie die Ereignisse des turbulenten Tages im Live-Ticker zurück.

Minus 5,5 Prozent: Bange Blicke der Händler am ersten Handelstag nach dem Ratingentscheid.

Dow Jones


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(ami/bru/jak)

  • 23.45 Uhr Zusammenfassung  

    «Kann die Wirtschaft so immer noch wachsen?»

    Die US-Börsen haben Amerikas Verlust der Kredit-Bestnote AAA teuer bezahlt: In New York gingen alle drei grossen Indizes mit massiven Verlusten aus dem Handel. Sämtliche Aktien im S&P 500 schlossen im Minus.

    Damit schwappte die Verkaufswelle nach der Herabstufung der US-Staatsanleihen durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) nach Handelsschluss am Freitag einmal um die ganze Welt. Die Umsätze waren so hoch wie seit dem Tag nach dem Flash-Crash nicht mehr.

    Massive Verluste

    Auch die anhaltende Sorge über die Schuldenkrise in Europa trug zu den Verlusten bei, obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) Händlern zufolge spanische und italienische Anleihen für mehrere Milliarden Euro aufkaufte.

    Alle drei grossen US-Indizes verloren mehr als fünf Prozent. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 5,6 Prozent tiefer auf 10'809 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 sackte um 6,7 Prozent auf 1119 Zähler ab – der grösste Verlust nach Prozenten seit Dezember 2008.

    Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag 6,9 Prozent im Minus bei 2357 Stellen. Die Nervosität der Händler schlug sich im Volatilitäts-Index VIX nieder: Der sogenannte «Angst-Index» lag am Ende bei 48 Punkten - ein Anstieg um 50 Prozent – und damit zum ersten Mal seit Mai 2010 auf mehr als 45 Punkte.

    Auch der SMI auf einem Tiefstwert

    Weltweit hatte die Handelswoche mit einer Talfahrt begonnen: Der japanische Leitindex verlor 2,2 Prozent, der chinesische 3,8 Prozent. In der Schweiz schloss der SMI am Abend bei 4968 Punkten knapp 4 Prozent im Minus – ein Tiefstwert, der zuletzt im April 2009 gesehen wurde.

    In New York wurde auf die trübe Wirtschaftsperspektiven verwiesen. «Am Markt konzentriert man sich auf Probleme beim langfristigen, nachhaltigen Wachstum», sagte Jonathan Golub von UBS. «Das ist der Grund, warum der Markt Kinnhaken einstecken muss.»

    Die Herabstufung durch S&P habe die Sorgen über die Situation in Europe und über die Wachstumsaussichten noch verstärkt, sagte John Carey von Pioneer Investment Management. «Die Leute fragen sich, 'Kann die Wirtschaft so immer noch wachsen?'»

    Bankaktien und Energiewerte unter Druck

    In den USA kamen insbesondere Bankentitel unter Verkaufsdruck. Bank of America-Aktien rutschten um 20,3 Prozent ab, allerdings auch wegen einer Milliardenklage von AIG. Der Kurs von Citigroup-Papieren fiel um 16,4 Prozent.

    Auch Energiewerte mussten kräftig Federn lassen: Halliburton- Aktien büssten 9,9 Prozent ein, die von Exxon Mobil gaben um rund 6,2 Prozent nach. U.S.-Steel-Papiere verloren 13,0 Prozent. (sda)

  • Video: Obamas Rede  



    US-Präsident Obama äusserte sich heute erstmals zum Ratingentscheid. (Video: Reuters)

  • 22.58 Uhr  

    US-Anleihen als sicherer Hafen

    Die amerikanischen Staatsanleihen haben heute trotz der Herunterstufung der US-Kreditwürdigkeit zugelegt. Die zehnjährigen Bonds rückten um zwei Punkte auf 106-26/32 vor. Sie rentierten mit 2,340 Prozent.

    Die 30-jährigen Papiere kletterten 11/32 auf 112-24/32 und hatten eine Rendite von 3,667 Prozent. Händler sagten, die Staatsanleihen hätten angesichts des Kurseinbruchs an der Wall Street als sicherer Hafen fungiert. Die Investoren hätten weiter Vertrauen in die festverzinslichen Wertpapiere. (sda)

  • 22.17 Uhr  

    Wall Street beginnt die Woche im Keller

    Die Wall Street schliesst mit massiven Verlusten. Der Dow-Jones-Index ging am Montag 5,5 Prozent tiefer mit 10'810 Punkten aus dem Handel.

    Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 6,7 Prozent auf 1119 Zähler – der grösste prozentuelle Verlust seit Dezember 2008. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 6,9 Prozent auf 2357 Punkte nach. (sda)

  • 22.03 Uhr  

    Warren Buffett abgestraft

    Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihren Ausblick für die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway des Starinvestors Warren Buffett gesenkt. Die Bewertung «negativ» statt bislang «stabil» sei jedoch eine Folge der vorherigen Herabstufung der US-Staatsanleihen.

    Die grundsätzliche Beurteilung der Kreditwürdigkeit habe sich nicht geändert. Die Änderung war unerwartet und betraf in gleicher Weise vier Versicherungen. Vor der gleichzeitig vorgenommenen Herabstufung von fünf weiteren Konzernen auf «AA+» von «AAA» hatte S&P bereits gewarnt.

    Hathaway-Aktien im Minus

    Hathaway-Aktien lagen im Handelsverlauf an der Wall Street 4,1 Prozent im Minus in einem sehr schwachen Umfeld.

    Buffett hatte zuvor erklärt, ihn schrecke die Aberkennung der Spitzenbonität der USA nicht. Seine Beteiligungsgesellschaft investiere nach wie vor in US-Staatsanleihen. Die Note für die US-Anleihen sei nach wie vor AAA, fügte er hinzu. (sda)

    Im Bild: Der Ausblick für Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft wurde gesenkt.

  • 21.14 Uhr  

    Dow Jones auf Stand der Finanzkrise

    Das wichtigste Börsenbarometer der Welt, der Dow Jones Industrial, ist auf den tiefsten Stand seit Anfang Oktober 2010 gefallen. Der Dow fiel zeitweise bis auf 10'840 Punkte.

    Händler sagten, dass der neuerliche Kursrutsch durch die von der Ratingagentur S&P abgestufte Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten ausgelöst worden sei. Zudem wurden als Folge auch die langfristigen Kreditratings der mit Staatsgeldern geretteten Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae von S&P gesenkt. (sda)

  • Zusammenfassung von Obamas Rede  

    «Wir waren immer ein Triple-A-Land»

    In einer kurzen Rede hat sich US-Präsident Barack Obama heute erstmals zu der Herabstufung der Bonität der Weltmacht geäussert. Er zeigte sich dabei zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten ihre Wirtschafts- und Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Diese seien «lösbar», wenn es dazu parteiübergreifend den nötigen politischen Willen gebe, sagte Obama in seiner im Fernsehen übertragenen Ansprache.

    «Egal, was eine Ratingagentur meint, wir waren immer und werden immer ein AAA-Land sein», betonte er. Das Problem der USA sei nicht die Glaubwürdigkeit des Landes als Schuldner, sondern, ob man auf lange Sicht das Schuldenproblem in den Griff bekomme, sagte der Präsident. Dazu gebe es eine ganze Reihe von Ideen. Er werde in den kommenden Wochen Vorschläge vorlegen, um den Schuldenberg der USA zu verringern. (ami/sda/AFP)

    Im Bild: Barack Obama während seiner Rede.

  • 20.17 Uhr  

    Dow Jones verliert über 3,5 Prozent

    An der Wall Street in New York ist der Dow-Jones-Index unter die Marke von 11'000 Punkten gefallen und notiert derzeit rund 3,6 Prozent im Minus. Der Technologieindex Nasdaq fällt um 5 Prozent. (ami)

    Im Bild: Händler an der New Yorker Börse.

  • 20.04 Uhr  

    Zum Schluss erweist Obama den am Wochenende in Afghanistan gefallenen Soldaten die Ehre: «Unsere Aufgabe ist es sicherzustellen, dass das Andenken an ihr Heldentum in diesem Land hochgehalten wird.»

  • 20.01 Uhr  

    Es sei eine harte Zeit für das Land. Aber es werde immer Faktoren geben, die nicht beeinflussbar seien. «Was wir beeinflussen können, ist die Art, wie wir auf diese Ereignisse reagieren.» Und er sagt kämpferisch: «Wir waren immer ein Triple-A-Land, und wir werden es bleiben.»

  • 19.53 Uhr  

    Barack Obama tritt vor die Medien

    «Wir wurden herabgestuft, weil unser politisches System versagt hat», beginnt der Präsident. Das Problem der USA sei nicht fehlendes Vertrauen in die Kreditwürdigkeit, sondern fehlendes Vertrauen in die Fähigkeit der Politik, das Haushaltsdefizit langfristig zu reduzieren.

    «Um dies zu erreichen, müssen wir zweierlei tun», so Obama. «Einerseits eine Steuerreform. Die reichsten in unserem Lande müssen ihre Verantwortung übernehmen. Andererseits moderate Kürzungen im Sozialstaat.» Dies seien keine radikalen Schritte.

  • 19.25 Uhr  

    Moody's beurteilt US-Sparanstrengungen skeptisch

    Die Ratingagentur hält eine weitere Herabstufung vor dem Jahr 2013 für möglich. Es gebe Zweifel, dass die jetzt vom Kongress beschlossenen Haushaltskürzungen von 917 Milliarden Dollar langfristig durchzusetzen seien, sagte Moody's-Analyst Steven Hess der Nachrichtenagentur Reuters.

    Die Entscheidung von Moody's von vergangener Woche, die Bestnote «AAA» für die USA beizubehalten, basiere auf der Annahme, dass bis 2013 weitere Schritte zur Senkung des Defizits folgten. Ausserdem werde erwartet, dass sich die Wirtschaftserholung fortsetze.

    Der Anfang August erzielte Schuldenkompromiss sei zwar positiv für die Bewertung der weltgrössten Volkswirtschaft. Die geplante Senkung des Defizits um 2,1 Bill. Dollar reiche aber nicht aus, um einen stabilen Ausblick beizubehalten. Das «AAA»-Rating der USA hänge auch davon ab, ob die von Ex-Präsident George W. Bush eingeführten und 2012 auslaufenden Steuerkürzungen verlängert werden oder nicht. (sda)

  • 19.10 Uhr  

    Franken erklimmt neues Allzeithoch

    Eine gute Stunde nach Börsenschluss in Europa ist der Franken zum Euro erstmals unter die Marke von 1,07 Franken gefallen. Das neue Tief liegt bei 1,0618 Franken.

    Der Bundesrat hatte heute Abend über das Ergebnis seiner ausserordentlichen Sitzung zum Thema Frankenstärke informiert. Er verwiest dabei auf bereits getroffene Massnahmen für die touristische Werbung, die Technologie- und Innovationsförderung sowie die Verlängerung zusätzlicher Instrumente der Exportrisikoversicherung. Weitere Massnahmen würden geprüft, allerdings müssten sie auch mittel- und langfristig positive Auswirkungen haben.

    Im Anschluss an die Mitteilung des Bundesrates erholte sich der Franken wieder etwas. Derzeit kostet der Euro 1,0722 Franken und der US-Dollar 0,7542 Franken. (sda)

    Im Bild: Die Bundesräte Calmy-Rey und Schneider-Amman auf dem Weg zur Sondersitzung.

  • 18.40 Uhr  

    Rede von Obama angekündigt

    Vor dem Hintergrund der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit und weltweiten Börsenturbulenzen wird demnächst eine Erklärung von US-Präsident Barack Obama erwartet. Obama werde sich um 13.00 Uhr Washingtoner Zeit (19.00 Uhr Schweizer Zeit) zum Entzug der Bonitätsbestnote durch die Ratingagentur Standard & Poor's äussern, teilten US-Regierungsvertreter mit. (AFP)

  • 18.40 Uhr  

    Auch die türkische Börse stürzt ab

    Der türkische Leitindex IMKB brach gegenüber Freitag um sieben Prozent ein und fiel um 3982 Punkte auf 52'284 Zähler. Auch die türkische Lira verlor gegenüber ausländischen Währungen und stand bei 2,49 Lira für einen Euro. In der vergangenen Woche hatte die türkische Zentralbank überraschend die Zinsen von 6,25 Prozent auf 5,75 Prozent gesenkt. Die Bank erklärte, auf diese Weise sollten möglichen Folgen der europäischen Schuldenkrise abgemildert werden. (dapd)

  • 18.20 Uhr  

    Details zum Schweizer Börsentag

    Die Schweizer Börse hat erneut massive Verluste erlitten und dabei erstmals seit April 2009 wieder unter 5000 Punkten geschlossen.

    Der Swiss Market Index (SMI) verlor bis zum Schluss 3,95 Prozent und schloss auf dem Tagestief von 4967,99 Punkten. Der breitere Swiss Performance Index (SPI) sank um 4,11 Prozent auf 4547,76 Zähler.

    Ölpreis wirkt sich aus

    Deutlich an Wert eingebüsst haben konjunktursensitive Titel wie die Logitech-Aktien (-8,6 Prozent) oder die Papiere von ABB (-6,7 Prozent). Der Kurs der Clariant-Aktie sank um 8,1 Prozent, jener der Lonza-Papiere um 7,9 Prozent. Infolge der Talfahrt der Ölpreise verloren die Aktien von Weatherford (-7,5 Prozent) und Transocean (- 5,1 Prozent).

    An Wert büssten auch Bankentitel wie die Aktie von Credit Suisse (-5,0 Prozent) ein, jene von Julius Bär (-4,7 Prozent) und UBS (-4,6 Prozent) verzeichneten wieder dramatische Abgaben. Die Aktienkurse der Versicherer sanken ebenfalls deutlich. ZFS gehörten mit -7,7 Prozent zu den grössten Verlierern im SMI und auch die Papiere des Rückversicherers Swiss Re (-4,9 Prozent) gaben deutlich nach.

    Deutliche Einbussen verzeichneten auch die Titel der Schwergewichte Novartis, Roche (je - 3,6 Prozent) und Nestlé (-2,1 Prozent). (sda)

  • Zusammenfassung am Nachmittag  

    Wallstreet zieht Börsen nach unten

    Nach dem Absturz der Aktienkurse in New York haben viele Anleger doch noch die Nerven verloren. Nach einem Handelstag voller Schwankungen purzelten am Ende weltweit die Kurse. Während der SMI unter 5000 Punkte fiel, flüchteten wieder mehr Anleger in den Franken.

    Die New Yorker Börse startete am ersten Handelstag nach dem Verlust der Topnote AAA für die Kreditwürdigkeit der USA mit deutlichen Verlusten in den Handel. Der Dow-Jones-Index stand im frühen Handel bei 11154 Punkten 2,5 Prozent im Minus, nachdem er vergangene Woche schon fast 6 Prozent verloren hatte.

    SMI schliesst bei unter 5000 Punkten

    Der SMI kam durch die US-Börsen gegen Ende des Tages unter starken Druck. Nachdem der Index der Grosskonzerne an der Schweizer Börse am Vormittag zeitweise im Plus gelegen hatte, schloss er am Abend bei 4968 Punkten knapp 4 Prozent im Minus - ein Tiefwert, der zuletzt im April 2009 gesehen wurde.

    Eine ähnliche Berg- und Talfahrt vollführten auch die Leitindizes in Frankfurt und London. Der Frankfurter DAX verlor zeitweise rund 5 Prozent und war so tief wie im September 2010 nicht mehr. Zuvor hatte es auch an den asiatischen Börsen grosse Verkäufe gegeben. Der Hang-Seng-Index in Hongkong schloss über 2 Prozent im Minus.

    Franken wieder stärker

    Der Euro befand sich mit einem Kurs zum Franken unter 1.08 am Montag nahe am Rekordtief vom vergangenen Freitag. Laut der Zürcher Kantonalbank werden die Märkte die Parität Euro-Franken austesten. Solange Europas Politiker fast täglich zu einem Sondergipfel riefen, leide das Vertrauen in die Gemeinschaftswährung, hiess es.

    Auch der Dollar bewegte sich weiterhin in den Gefilden eines Rekordtiefs. Der tiefste Stand des Tages lag bei dem Wert von 0.7528.

    EZB kauft Anleihen

    Die spektakuläre Herabstufung der AAA-Spitzenbonität der USA auf AA+ durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Freitag kam für viele Börsianer nicht unerwartet. Die USA verloren die Topnote zum ersten Mal in der Geschichte, was Ängste vor einem neuen Börsencrash auslöste.

    Führende Wirtschaftsmächte und die Europäische Zentralbank (EZB) versuchen seit gestern, die Anleger zu beruhigen. Die EZB will erneut für Milliarden Staatsanleihen aus der Eurozone kaufen und liess durchblicken, dass sie vor allem an den Kauf von Regierungspapieren der Krisenländer Italien und Spanien denkt.

    Umstrittenes Vorgehen

    Das Vorgehen ist bei Experten umstritten und ihre Wirksamkeit gegen die Krise wird von einigen Wissenschaftlern in Abrede gestellt. Nach der EZB-Ankündigung sanken heute indessen die Zinsen für Anleihen der der beiden Länder, was ein Zeichen der Beruhigung ist.

    Die Herabstufung der US-Bonität führte heute allerdings zu Zweifeln an der Kreditwürdigkeit Frankreichs. Die Grande Nation gilt als das schwächste Land im Club der Wirtschaftsnationen mit AAA- Rating und steht laut Analysten schon an der Schwelle zur Herabstufung.


    Sarkozy und Merkel mit Erklärung

    Italien und Spanien, die dritt- und viertgrösste Volkswirtschaft der Eurozone, erhielten Mahnungen von der EZB, Sparpakete zügig umzusetzen. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel richteten ähnliche Worte an die Regierungen in Rom und Madrid.

    Der Eurokrisenfonds EFSF solle ab Oktober Anleihen von Krisenstaaten kaufen können, sagten die Regierungsoberhäupter gestern Abend in einer gemeinsamen Erklärung. Für Verunsicherung sorgte danach aber Äusserungen aus Berlin, der Fonds solle nicht ausgeweitet werden. Ein vereintes Vorgehen gegen extreme Kursschwankungen beschlossen derweil die grössten westlichen Industrienationen und Japan G7. (sda)

  • 17.20 Uhr  

    Griechischer Index auf historischem Tiefststand

    An der Athener Börse sind die Kurse auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Der griechische Leitindex setzte am ersten Handelstag nach der Herabstufung der US-Bonität seinen Abwärtstrend fort und schloss bei 998,24 Punkten. Das entsprach einem Minus von sechs Prozent und war der niedrigste Wert seit Januar 1997. Leerverkäufe wurden daraufhin ab morgen für zwei Monate ausgesetzt.

    Im Bild: Anzeigetafel an der Börse in Athen.

  • 17.17 Uhr  

    Fannie Mae und Freddie Mac herabgestuft

    Standard & Poor's (S&P) hat nach der Herabstufung der US-Bonität auch das Rating für Behörden gesenkt, die mit langfristigen Krediten der US-Regierung in Verbindung stehen. Die staatlich geförderten US-Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac bekamen ebenso die Bestnote «AAA» entzogen wie Kreditgeber für Bauern und drei grosse Verrechnungsstellen, die bei der Ausführung von Geschäften mit Aktien, Rentenpapieren und Optionsscheinen eine Rolle spielen.

    S&P teilte mit, auch die Bewertung für langfristige von der US-Regierung garantierte Kredite, die von 32 Banken und Kreditgenossenschaften herausgegeben würden, sei auf «AA » gesenkt worden. Alle betroffenen Behörden und Banken verfügten über Schuldtitel, die wirtschaftlichen Schwankungen und einer weiteren Herabstufung langfristiger Kredite der US-Regierung ausgesetzt seien. Ihre Kreditwürdigkeit hänge von der Fähigkeit der US-Regierung ab, ihre eigenen Gläubiger zu bezahlen, erklärte die Ratingagentur.

    Nach den Herabstufungen sackten die Aktien weiter ab. Der Dow-Jones-Index ging um 300 Punkte oder 3,2 Prozent zurück.

    Mitarbeiter von S&P kündigten an, in Kürze zeigen zu wollen, wie Lokal- und US-Staatsregierungen von der am Freitag erfolgten Entscheidung zur Herabstufung der US-Bonität betroffen sein werden. (dapd)

  • 16.31 Uhr – DAX  

    DAX fällt unter 6000 Punkte

    Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist zwischenzeitlich um über fünf Prozent abgestürzt. Eine Stunde vor Handelsschluss notierte er bei 5934 Punkten 4,8 Prozent im Minus und damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 6000 Punkten. Das war der tiefste Stand seit dem 1. September 2010.

    Der Dow Jones und der SMI notieren zurzeit mit gut drei Prozent im Minus. ABB und Swatch stehen über sechs Prozent tiefer als am Freitagabend. (AFP)

  • 16.20 Uhr – Nervosität bleibt  

    Händler bleiben nervös

    Nach dem Herabstufen der US-Kreditwürdigkeit ist der befürchtete grosse Börsencrash bisher ausgeblieben. Trotz der Gegenmassnahmen von Europäischer Zentralbank (EZB) und der Gruppe der sieben wichtigsten Industrienationen (G-7) herrschte an den Börsen allerdings grosse Nervosität.

    Während die Börsenkurse sanken, entspannte sich allerdings die Lage bei den Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder. Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegenwärtig etwas über zwei Prozent im Minus. Der Deutsche Aktienindex (Dax) startete mit einem leichten Minus, drehte dann ins Plus und stürzte dann noch am Vormittag wieder deutlich ab.

    Ähnlich verliefen die Kurse an den Börsen in London und Paris: Der Londoner FTSE-100 notierte am Nachmittag dann 1,7 Prozent im Minus, der Pariser CAC-40 fiel bis dahin um 2,1 Prozent. Der Dow Jones in New York startete mit einem Minus von 1,9 Prozent in den Handel. Kurz darauf rutschte er aber noch weiter ins Minus und notiert gegenwärtig über 2,5 Prozent tiefer. (dapd)

  • 16.00 Uhr – Paul Krugman  

    Herabstufung politische Entscheidung?

    Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hält die Herabstufung der US-Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) für eine politische Entscheidung. «Ich bin ziemlich sicher, dass sich herausstellen wird, dass S&P politisch gehandelt hat, wenn wir erst einmal die ganze Geschichte kennen», schrieb der US-Professor in seinem Blog auf der Internetseite der Zeitung «New York Times».

    «Sie wollten jemanden einen Gefallen tun und einfach nicht zulassen, dass ihnen dabei die Fakten in die Quere kommen. Was wirklich wehtun wird in den kommenden Wochen, ist diesen 'sehr ernsthaften Leuten' zusehen, wie sie diese Clowns behandeln, als wäre ihre Meinung irgendetwas wert», hiess es unter der Überschrift «Was wäre, wenn sie eine Herabstufung angekündigt hätten und sich niemand darum scheren würde» weiter. (dapd)

  • 16.16 Uhr – S&P  

    S&P bereut Herabstufung nicht

    Trotz der Aufregungen an den weltweiten Märkten hält Standard & Poor's (S&P) die Entscheidung zur Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA weiterhin für richtig. Er hege «absolut keine» Zweifel an dem Schritt, sagte der geschäftsführende Direktor von S&P, David Beers (im Bild links), dem US-Fernsehsender ABC.

    Zu der Entscheidung hätten mehrere Faktoren geführt. Der langwierige Streit um die Anhebung der Schuldenobergrenze habe das Ansehen der USA beschädigt und die Ratingagentur sei besorgt über den Zustand der öffentlichen Haushalte gewesen, sagte Beers. S&P hatte den USA am Freitagabend nach Handelsschluss an der Wall Street erstmals die Bestnote entzogen und die Bewertung der Kreditwürdigkeit von «AAA» auf «AA » gesenkt. (dapd)

  • 15.39 Uhr – Wallstreet  

    Dow Jones eröffnet im Minus

    Der Handel an der Wallstreet hat begonnen. Der Dow Jones notiert knapp zwei Prozent im Minus. Die grosse Panik scheint auch in New York nicht um sich zu greifen.

    Der Nasdaq-Composite verlor 0,9 Prozent auf 2532 Zähler. Wegen der Herabstufung der US-Bonität war allgemein mit einem schwachen Start gerechnet worden.

    «Unbekanntes Gebiet»

    Vor Beginn des ersten Handelstags an der Wall Street nach dem Verlust der Bestnote für die US-Bonität rechneten Händler und Analysten mit deutlichen Kursverlusten. «Wir bewegen uns in unbekanntem Gebiet und sollten uns deshalb alle auf turbulente Tage, wenn nicht Wochen, einstellen», sagte der Vorstandsvorsitzende des Investmentunternehmens Pimco, Mohamed El-Erian.

    In Asien und Europa verzeichneten die meisten Indizes heute bereits Verluste. «Es gibt Angst, Missverständnisse sowie Verwirrung, und das kann sich an den Aktienmärkten zeigen», sagte der Chefvolkswirt der Ratingagentur Moody's, Mark Zandi. «Ich glaube, es braucht nicht viel, um die Investoren in diesem Umfeld zu verschrecken. Angesichts dieser angespannten Stimmung kann die Anleger alles dazu bringen, zu verkaufen.»

    «Die Herabstufung in der vergangenen Woche hat die augenscheinliche Angst in den Finanzmärkten bestärkt», sagte David Cohen von Action Economics in Singapur. «Es gibt aber keinen Grund, eine weitere weltweite Finanzkrise zu befürchten, so lange die Leute sich nur schnell genug wieder beruhigen», sagte er mit Blick auf die nervös gewordenen Investoren. (dapd)

  • 15.00 Uhr  

    EU lobt gemeinsames Vorgehen

    Die EU hat das Vorgehen der Weltgemeinschaft zur Stabilisierung der Märkte gelobt. Ein Kommissionssprecher erklärte in Brüssel, die jüngsten Erklärungen der EZB und verschiedener EU-Mitgliedstaaten sowie die Krisendiplomatie der G20- und G7-Staaten gingen allesamt in die richtige und gleiche Richtung.

    EU-Währungskommissar Olli Rehn und der Generaldirektor der EU-Kommission für Wirtschaft und Finanzen, Marco Buti, hätten unter anderen an den verschiedenen Telefonkonferenzen am Wochenende teilgenommen. Der Sprecher bekräftigte, Italien und Spanien bräuchten keine finanzielle Unterstützung. Die EZB habe die notwendigen Schritte unternommen, um die Finanzstabilität der Länder zu gewährleisten. (dapd)

  • 14.13 Uhr – Öl  

    Öl deutlich billiger

    Die Preise für Öl und Benzin fallen im Zuge der Krise an den Finanzmärkten kräftig: Das für Europa wichtige Brent-Öl kostet 105,77 Dollar pro Barrel (159 Liter), ein Rückgang von mehr als drei Prozent seit Freitag.

    Bereits in den vergangenen Tagen war der Ölpreis gefallen. Grund war die Sorge vor einer Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft und damit vor einer geringeren Nachfrage nach Öl. Nach Angaben eines Aral-Sprechers sind die Wiederbeschaffungskosten für Benzin und Diesel als Folge des Ölpreisrückgangs gefallen. (dapd)

  • 13.57 Uhr – Europas Börsen  

    Börsen bleiben nervös

    An den wichtigsten europäischen Börsen herrscht nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's grosse Nervosität: Nach einem leichten Minus in den ersten Handelsminuten meldeten die meisten Börsen kurz darauf zwar eine teils deutliche Erholung. Gegen Mittag gaben die Kurse aber wieder stark nach. Der Deutsche Aktienindex (Dax) an der Börse in Frankfurt am Main verlor in den ersten Handelsminuten ein Prozent, erholte sich kurzzeitig und fiel am Mittag um 2,56 Prozent auf 6076 Punkte. Der FTSE-100 in London fiel zunächst um 1,2 Prozent, erholte sich danach zunächst, lag am Mittag aber wieder bei minus 1,9 Prozent. Der CAC-40 in Paris büsste am Morgen 0,7 Prozent ein, erholte sich kurz um ein Prozent, um am Mittag wieder bei minus 1,9 Prozent zu landen.


    Einige legen ihr Geld in Immobilen an, andere wollen das Ersparte wieder unterm Bett verstecken. Und wieder andere bleiben ganz entspannt. (Video: Reuters)

    In Mailand gingen die im FTSE Mib notierten Aktien am Morgen nur um 0,6 Prozent zurück, bevor sie um vier Prozent in die Höhe schnellten, als bekannt wurde, dass die Europäische Zentralbank (EZB) italienische Staatsanleihen aufkaufen könnte. Gegen Mittag lag der FTSE Mib wieder knapp im Minus.

    Ein Auf und Ab verzeichnete auch der spanische Aktienindex IBEX-35 an der Börse in Madrid, der im frühen Handel um bis zu 3,4 Prozent zulegte, am Mittag aber wieder auf minus 0,35 Prozent zurückging. (AFP)

  • Artikel von Bernhard Fischer  

    EZB schiesst aus vollen Rohren

    EZB-Präsident Jean Claude Trichet ist nunmehr jedes Mittel recht. Für 75 Milliarden Euro kauft die EZB italienische und spanische Staatsanleihen. Die Angst vor einem Marktzusammenbruch bleibt aber gross.

  • 13.37 Uhr – Frankreich  

    Paris rechnet mit moderatem Wachstum

    Die französische Nationalbank rechnet im dritten Quartal nur mit einem moderaten Wachstum der Wirtschaft des Landes. Gegenüber dem zweiten Vierteljahr werde das Plus von Juli bis September lediglich 0,2 Prozent erreichen, teilte die Zentralbank mit. Damit würde die zweitgrösste Volkswirtschaft nur halb so schnell wie die Euro-Zone insgesamt wachsen.

    Zu Jahresbeginn hatte das französische Bruttoinlandprodukt noch 0,9 Prozent zugelegt. Frankreich gilt neben Deutschland als Motor der Euro-Zone und droht mit einem schwachen Plus den Währungsraum zu bremsen. Die Daten zum zweiten Quartal will die Regierung in Paris am Freitag veröffentlichen. (sda)

    Bild: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy.

  • 13.04 Uhr – Warren Buffett  

    Investor Buffett kauft US-Staatsanleihen

    Warren Buffett schreckt die Aberkennung der Spitzenbonität der USA nicht. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway investiere nach wie vor in US-Staatsanleihen, sagte Buffett im Fernsehsender CNBC.

    Die Note für die US-Anleihen sei nach wie AAA, fügte er hinzu. Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit der USA am Freitag auf AA+ heruntergestuft und zugleich mit einem negativen Ausblick versehen. Das signalisiert eine mögliche weitere Herabstufung in den nächsten sechs bis 24 Monaten. Moody's hält an der Bestnote für die USA fest, schliesst aber nach wie vor eine Herabstufung nicht aus. (sda)

  • 12.58 Uhr – Griechische Aktien  

    Griechische Aktien stürzen ab

    Die Aktienkurse an der Athener Börse sind um 4,8 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Mitte der 1990er Jahre gefallen. Der griechische Leitindex setzte am ersten Handelstag nach der Herabstufung der US-Bonität seinen Abwärtstrend fort und notierte am Mittag bei 1011,70 Punkten.

    Griechenland war der erste Staat, der im vergangenen Jahr Schutz unter dem Rettungsschirm von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) gesucht hatte. Gestern teilte die Europäische Zentralbank mit, sie lege ein Programm zum Aufkauf italienischer und spanischer Staatsanleihen auf, um die Anleger zu beruhigen. (dapd)

    Bild: Der Tempel des Hephaistos auf der Agora steht über dem Stadtgebiet von Athen. (Bild: Keystone)

  • Zusammenfassung am Mittag  

    Keine Panik, aber Unruhe

    Die Aktienmärkte haben mit deutlichen Schwankungen auf die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit von AAA auf AA+ vom Wochenende reagiert. Der grosse Ausverkauf an den europäischen Börsen blieb allerdings aus – bis jetzt.

    An der Schweizer Börse lag der Schwergewichteindex SMI (Swiss Market Index) nach einer kurzen Anfahrtsschwäche am Vormittag im Plus, geriet dann aber erneut ins Minus. Kurz vor Mittag lag er bei 5100.90 Punkten 1,38 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.

    Vor Börseneröffnung hatten noch alle Titel nach unten gezeigt, was dunkle Voraussagen eines schwarzen Börsenmontags auslöste. Zeitweise zogen vor allem Finanztitel den Index wieder hoch ins Plus. Kurz vor Mittag zeigten aber fast alle Zeiger für die 20 grössten Titel der Schweizer Börse nach unten.

    Anzeichen einer Talfahrt hatte es nur an den asiatischen Börsen gegeben. Die Grosskonzerne-Indices in London und Frankfurt vollführten dagegen eine ähnliche Berg- und Talfahrt wie der SMI. Weiter attraktiv bleibt der Franken für die Anleger. Während der Euro beim Kurs von 1,0833 Franken stand, fiel der Dollar bei 0,7528 Franken auf ein neues Rekordtief.

    G7 beruhigt Märkte

    Nach einer bereits turbulenten Finanzmarktwoche hatte die Ratingagentur Standard & Poor's am Freitagabend die Kreditwürdigkeit der USA hinabgestuft. Die weltgrösste Volkswirtschaft verlor nach wochenlangen Polit-Querelen um die Schuldenobergrenze erstmals in der Geschichte die Top-Note AAA.

    Damit haben die USA nur noch die Kreditwürdigkeitsstufe AA+. Die Marktteilnehmer weltweit liessen sich aber offenbar von Regierungen und Notenbanken von einem ersten Schock beruhigen. Die wichtigsten Wirtschaftsmächte G7 bekannten sich inzwischen dazu, die Finanzmärkte stabilisieren zu wollen.

    Zudem machten Spekulationen die Runde, die Europäische Zentralbank wolle erneut Anleihen aufkaufen. Dies würde den Krisenstaaten Spanien und Italien helfen. Die Rendite auf Staatspapieren beider Ländern sank, was ein Zeichen von Erholung ist.

    Anleger gelassen

    An der Börse zeigten sich manche Beobachter gelassen. Zwar erhalte die Schuldenkrise nach der Herabstufung der USA eine neue Dimension, sagten Börsianer. Wirklich überrascht von dem Schritt seien aber nur wenige, zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Marktanalysten

    Gespannt schauen die Märkte nun auf die Reaktion der New Yorker Börse. Auch liessen Aussagen von Fondsmanagern bisher nicht darauf schliessen, dass zur Eröffnung der Wall Street massenhaft US-Aktien oder -Anleihen auf den Markt geworfen würden. (sda)

  • 11.38 Uhr – SMI  

    Berg- und Talfahrt

    Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegenwärtig wieder mit über 1 Prozent im Minus, nachdem er kurz nach Handelsbeginn bis auf 1,66 Prozent ins Plus kletterte. Nun liegen wieder fast alle Titel im roten Bereich. Am besten können sich noch die Bankentitel halten. Die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS kletterten am Morgen zwischenzeitlich auf über 5 Prozent – stürzten nun aber wieder ab. (sda)

  • Artikel von Markus Diem Meier  

    Der Weltuntergang blieb bisher aus

    Nach der Abwertung der USA wurde heute an den Kapitalmärkten das Schlimmste befürchtet. Am Morgen blieb das aus. Noch nicht einmal die US-Zinsen steigen dramatisch. Ein gutes Zeichen ist das dennoch nicht.

  • 11.25 Uhr – DAX  

    DAX im Sinkflug

    Nachdem der deutsche Aktienmarkt am Morgen nur mit geringen Verlusten auf die weltweite Krisenstimmung reagiert hat, sind am späten Vormittag die Kurse deutlich gefallen. Gegen 11.40 Uhr verlor der DAX 2,5 Prozent auf 6080 Punkte. Den MDAX traf der Ausverkauf noch stärker, er durchbrach die Marke von 9000 Punkten und stand mit einem Minus von 4,1 Prozent bei 8763 Zählern da. (dapd)

  • 11.21 Uhr – Staatsanleihen  

    Zentralbank stützt Krisenländer

    Die Renditen für italienische und spanische Staatsanleihen sind deutlich gesunken. Nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), Schuldtitel von Regierungen der Euro-Zone zu kaufen, fielen die Renditen für zehnjährige Anleihen deutlich unter die als gefährliche geltende Sechs-Prozent-Marke.

    Um 09.15 Uhr lag die Rendite, die Investoren für italienische Schuldpapiere verlangten, bei 5,417 Prozent gegenüber 6,189 Prozent bei Börsenschluss am Freitag. Für spanische Schuldtitel fiel die Rendite von 6,271 auf 5,285 Prozent.

    EZB-Präsident Jean-Claude Trichet (im Bild) hat gestern angekündigt, Staatsanleihen von Regierungen der Eurozone zu kaufen. Die EZB nannte zwar keine Länder, begrüsste jedoch die Spar- und Reformpläne Spaniens und Italiens. (AFP)

  • 11.08 Uhr – Dollar  

    Der Dollar, ein Schnäppchen

    Der Dollar hat sich zum Euro trotz der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) relativ stabil gehalten. Gegenüber dem Franken sank die US-Währung aber deutlich.

    Ein Dollar war kurz vor 11 Uhr 76,02 Rappen wert. Am Freitagabend hatte für ein Dollar noch 76,78 Rappen bezahlt werden müssen. Gestern Abend war der Dollar sogar unter die Marke von 75 Rappen gefallen. Zum Vergleich: Im Herbst 2009 hatte ein Dollar noch mehr als einen Franken gekostet.

    Euro wieder schwächer

    Der Euro wurde im frühen Handel in Frankfurt mit 1,4326 Dollar gehandelt. Am Freitagabend war der Euro noch mit 1,4282 Dollar aus dem Handel gegangen. Ein Euro war heute 1,0898 Franken wert – am Freitagabend hatte die EU-Währung noch bei 1,0973 Fr. notiert. (sda)

  • 11.06 Uhr – China  

    Neue bissige Kritik aus China

    Chinesische Staatsmedien haben scharfe Kritik an den hohen Staatsschulden in den USA und der Europäischen Union geübt. Die «entwickelten Länder» gefährdeten weltweit das Wirtschaftswachstum, «weil sie ihre Verantwortung nicht wahrnehmen», schrieb die «Volkszeitung», das offizielle Organ der Kommunistischen Partei Chinas. Der Westen müsse «seinen Mut zusammennehmen, um politische Fesseln zu zerschneiden und die Zusammenarbeit mit den Schwellenländern zu verstärken».

    Die Absenkung der US-Kreditwürdigkeit sorgt in China, dem mit Abstand grössten Gläubiger der USA, für Beunruhigung und einen immer harscheren Ton in der staatlichen Presse. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua rief die US-Politiker dazu auf, einander nicht länger zu zerfleischen. Sie bezog sich damit auf den erbitterten Schuldenstreit, den sich die Demokratische Partei von Präsident Barack Obama und die oppositionellen Republikaner über Wochen in Washington lieferten.

    Am Samstag hatte Xinhua geschrieben, Peking habe «jedes Recht», eine Lösung des US-Schuldenproblems zu verlangen. Washington könne nicht länger über neue Schulden aus den selbst verursachten «Schlamasseln» herausgekommen. Xinhua brachte zudem «eine neue, stabile und global abgesicherte» Leitwährung ins Gespräch, «um eine durch ein einzelnes Land bedingte Katastrophe abzuwenden». (AFP)

  • 10.47 Uhr – Gold  

    Gold knackt Marke von 1700 Dollar

    Angesichts der angespannten Situation an den Börsen flüchten die Investoren weiter in Gold. Der Preis für das Edelmetall stieg mit 1715 Dollar je Feinunze (etwa 31 Gramm) auf ein neues Rekordhoch.

    Auch die Preise für Silber zogen an. Gold wird offensichtlich nach der Herabstufung der Bonität der USA als sicherer Hafen gesucht. Die Nervosität an den Märkten sei sehr hoch, hiess es in Händlerkreisen. In solchen Situationen werde Gold immer gesucht. (sda)

  • 10.26 Uhr – Bundesrat  

    Sitzung zur Frankenstärke

    Der Bundesrat kommt auch während der Ferien nicht zur Ruhe. Trotz Sommerpause muss er sich heute Nachmittag erneut mit verschiedenen aktuellen Themen befassen. Ob er dabei Massnahmen gegen den starken Franken beschliesst, wird die Öffentlichkeit vorerst nicht erfahren.

    Falls die Regierung in der Sache überhaupt etwas mitzuteilen hat, will sie das erst morgen tun. Diese legt auch Wert auf die Feststellung, dass sich der Bundesrat zwar zu einer ausserordentlichen Sitzung, nicht aber zu einer Krisensitzung trifft.

    Es ist bereits das dritte Mal, dass der Bundesrat während der Sommerpause seine «üblichen Konsultationen» durchführt. Dabei dürften neben dem starken Franken auch andere Themen zur Sprache kommen, wie Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey schon am Sonntag angekündigt hatte. (sda)

  • 10.23 Uhr – G20  

    G-20-Staaten wollen beruhigen

    Angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den Börsenplätzen der Welt wollen sich auch die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) um eine Beruhigung der Finanzmärkte bemühen. Die Finanzminister und Zentralbankchefs der G-20-Staaten erklärten sich in einer gemeinsamen Mitteilung bereit, in Abstimmung miteinander «alle notwendigen Schritte» einzuleiten, um die Stabilität und die Liquidität an den Finanzmärkten sicherzustellen. (AFP)

  • 10.14 Uhr – US-Bonds  

    US-Staatsanleihen sind gefragt

    Die Kurse von US-Staatsanleihen sind im frühen europäischen Handel trotz der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's merklich gestiegen. Die Rendite von US-Anleihen mit zweijähriger Laufzeit fiel sogar auf ein Rekordtief.

    Auch in den übrigen Laufzeiten gingen die Renditen merklich zurück. Die Renditen signalisieren das aktuelle Zinsniveau, das ein Land bei Aufnahme vom frischem Geld zahlen muss. Zweijährige Anleihen rentierten mit 0,256 Prozent, fünfjährige Anleihen mit 1,197 Prozent. Bei den richtungsweisenden zehnjährigen Anleihen liegt die Rendite aktuell bei 2,529 Prozent. (sda)

    Im Bild links: Die amerikanische Nationalbank in Washington. (Bild: Keystone)

  • 9.34 Uhr – Dollar/Franken  

    Neues Allzeittief

    Der Franken ist als «sicherer Hafen» weiterhin weltweit von Anlegern gesucht. Der Dollar sank gegenüber der Schweizer Währung auf ein neues Allzeittief von noch gut 75 Rappen, erholte sich danach aber leicht auf 76 Rappen. Der Euro notierte wenig tiefer bei 1,09 Franken. (sda)

  • 9.30 Uhr – SMI  

    SMI legt kräftig zu

    Nichts ist von Panik zu spüren, im Gegenteil: Der Swiss Market Index (SMI) liegt gegenwärtig mit 1,66 Prozent im Plus. Zu Handelsbeginn zeigte er sich noch äusserst volatil. Er eröffnete um 1,1 Prozent tiefer, sprang dann aber innerhalb weniger Minuten spürbar nach oben.

    Grösste Gewinner im SMI waren die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse und UBS, die nach deutlichen Verlusten in der vergangenen Woche wieder um 5 respektive 4,8 Prozent an Wert zulegten. Im Minus standen konjunktursensitive Titel wie jene des Industriekonzerns ABB, des Stellenvermittlers Adecco und des Uhrenherstellers Swatch. (sda)

  • Video – Europas Börsen  

    Keine Panik an Europas Börsen


    Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA hat die Nervosität der europäischen Aktienanleger weiter geschürt. (Video: Reuters)

  • 9.26 Uhr – Europas Börsen  

    Europas Börsen leicht im Minus

    Nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's haben die europäischen Börsen nur leicht im Minus eröffnet. Der Deutsche Aktienindex (Dax) an der Börse in Frankfurt am Main (Bild links) verlor in den ersten Handelsminuten ein Prozent auf 6171 Punkte. Der FTSE-100 in London fiel um 1,2 Prozent, der CAC-40 in Paris büsste 0,7 Prozent ein.

    In Mailand gingen die im FTSE Mib notierten Aktien um gerade einmal 0,1 Prozent zurück. In Madrid hingegen legte der IBEX-35 in den ersten Handelsminuten sogar 0,6 Prozent zu. (AFP)

  • 09.21 Uhr – EZB  

    EZB kauft Staatsanleihen

    Die Europäische Zentralbank (EZB) will spanische und italienische Staatsanleihen kaufen. Das teilt der französische Finanzminister François Baroin (Bild links) mit. Die EZB hatte gestern angekündigt, Staatsanleihen von Regierungen der Euro-Zone zu kaufen, ohne die Länder zu nennen.

    Die Zinsen auf spanische und italienische Staatsanleihen sind dann zu Handelsbeginn auch sofort gefallen. Der Zinssatz auf italienische Schuldverschreibungen mit einer zehnjährigen Laufzeit sank um 0,58 Prozentpunkte auf 5,58 Prozent. Die Zinsen auf Anleihen aus Spanien fielen um 0,68 Prozentpunkte auf 5,58 Prozent. (AFP/dapd)

  • 9.011 Uhr – SMI  

    SMI erholt sich

    Nun liegt der SMI bereits im grünen Bereich. Er notiert mit knapp 0,2 Prozent im Plus. Vor allem die Bankentitel sind gefragt: Die UBS und CS legen je um über zwei Prozent zu. Von Panik ist am Schweizer Markt nichts zu spüren.

    Ganz anders in Asien: Trotz aller internationaler Bemühungen um eine Beruhigung der Finanzmärkte sind die Aktienmärkte dort zwischen zwei und fast fünf Prozent eingebrochen. Die Angst vor einem Rückfall der USA in die Rezession nach der Bonitätsherabstufung des Landes sowie die Sorgen über eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise lassen den Anlegern offensichtlich keine Ruhe. «Der Ausverkauf ist noch nicht vorbei», sagte ein japanischer Marktstratege.

    In Tokio schloss der Nikkei-Index 2,2 Prozent schwächer bei 9097 Punkten. Der breiter gefasste Topix gab 2,3 Prozent ab auf 782 Zähler. Ausserhalb Japans gab es noch deutlichere Abschläge. So brach der Index in Südkorea zeitweise um sieben Prozent ein, notierte im Verlauf noch knapp vier Prozent schwächer. In Taiwan gaben die Kurse ebenfalls um fast vier Prozent nach. In Hongkong fiel der Hang-Seng-Index 3,5 Prozent, der wichtigste Index in Shanghai verlor ebenfalls in dieser Grössenordnung. (sda)

  • 9.08 Uhr – DAX  

    DAX fällt um 0,9 Prozent

    Der DAX ist soeben mit einem Minus von 0,9 Prozent in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex stand gegen 9.03 Uhr bei 6183 Punkten. Zuvor war der japanische Nikkei infolge der zugespitzten Schuldenkrise und der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit um 2,2 Prozent auf 9098 Zähler gefallen. (dapd)

  • 9.04 Uhr – SMI  

    Keine Panik in der Schweiz

    Der SMI liegt kurz nach Handelsbeginn leicht im Minus: Er notiert bei -0,92 Prozent.

  • 8.41 Uhr – Dollar/Franken  

    75 Rappen für einen Dollar

    Der Dollar fällt gegenüber dem Franken auf ein neues Allzeittief. Er kostete vor wenigen Minuten nur noch 0,7528 Franken.

  • 8.24 Uhr – Vorbörse Schweiz  

    Vorbörse: Schwacher SMI

    Die vorbörslichen Kurse in der Schweiz lassen nichts Gutes erahnen. Alle Titel werden voraussichtlich um 9 Uhr im Minus eröffnen, wie der Premarket auf der Website der Bank Clariden Leu zeigt. Der Pre-SMI liegt demnach bei 5,080.32 Punkten. Am Freitag bei Börsenschluss lag der SMI noch bei 5172.06 Punkten. (bru)

  • 8.16 Uhr – Nikkei-Index  

    Börsenschluss in Japan

    Der japanische Leitindex Nikkei schliesst 2,18 Prozent im Minus.

  • 7.20 Uhr – Öl-Preis  

    Ölpreis unter 84 Dollar

    Im Zuge der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA ist der Ölpreis heute in Asien auf unter 84 Dollar gefallen. Ein Barrel kostete in Singapur 83,61 Dollar, das bedeutet ein Minus von 3,27 Dollar. Bereits in den vergangenen Tagen war der Ölpreis gefallen. Grund war die Sorge vor einer Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft und damit nach einer geringeren Nachfrage nach Öl. (dapd)

  • Video – Asien  

    Verunsicherung in Asien


    Verunsicherte Investoren: Die Börsen in Asien haben heute im Minus eröffnet. (Video: Reuters)

  • Zum Artikel  

    S&P droht den USA mit einer weiteren Herabstufung

    Die Ratingagentur Standard & Poor's weist Kritik an ihrem Entscheid zurück – und schliesst nicht aus, noch weiter zu gehen. Rund um den Globus hat derweil eine finanzpolitische Feuerwehrübung begonnen.

  • 6.30 Uhr – Gold  

    Gold auf Rekordhoch

    Die Verschärfung der Schuldenkrise in den USA hat den Goldpreis auf ein Rekordhoch getrieben. Der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) stieg in der Spitze bis auf 1695,82 Dollar.

    Gold war damit so teuer wie noch nie zuvor. Auch die Preise für Silber zogen an. Gold wird offensichtlich nach der Herabstufung der Bonität der USA als sicherer Hafen gesucht. Die Nervosität an den Märkten sei sehr hoch, hiess es in Händlerkreisen. In solchen Situationen werde Gold immer gesucht. (sda)

  • 6.00 Uhr – Asien, G7, EZB  

    Asiatische Börsen im Minus

    Nach der historischen Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA haben die asiatischen Börsen am Montag zum Teil deutlich verloren. Der Hongkonger Hang-Seng-Index stürzte um vier Prozent auf 20'109,49 Zähler. Der Kospi-Index in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul fiel um 3,3 Prozent auf 1879,93. Der Nikkei in Tokio hatte zur Mittagszeit 1,3 Prozent verloren und lag bei 9178,03 Punkten.

    In Australien fiel der wichtigste Index S&P/ASX 200 um 1,8 Prozent auf 4030,80 Punkte. In Singapur verzeichnete die Börse mit einem Minus von 3,7 Prozent ebenfalls einen deutlichen Verlust. Der Markt in Taiwan rutschte um 2,6 Prozent ab, der chinesische Shanghai Composite büsste drei Prozent ein.

    «Die Herabstufung in den vergangenen Woche hat die augenscheinliche Angst in den Finanzmärkten bestärkt», sagte David Cohen von Action Economics in Singapur. «Es gibt aber keinen Grund, eine weitere weltweite Finanzkrise zu befürchten, so lange die Leute sich nur schnell genug wieder beruhigen», sagte er mit Blick auf die nervös gewordenen Investoren.

    Die Reaktion der G-7-Staaten

    Offenbar in der Absicht die in Unruhe geratenen Finanzmärkte zu beschwichtigen, haben die führenden Industrienationen eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Wirtschaftsproblemen angekündigt. Vertreter der G-7-Staaten erklärten nach einer Telefonkonferenz, dass sie sich verpflichtet hätten, alle nötigen Massnahmen zur Unterstützung von Wachstum und Finanzstabilität zu ergreifen.

    Die Konferenz war einberufen worden, um die europäische Schuldenkrise und die Marktaussichten nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's zu diskutieren. S&P hatte den USA am Freitagabend nach Handelsschluss an der Wall Street erstmals die Bestnote entzogen und die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit von «AAA» auf «AA+» gesenkt. Zur Begründung hiess es, die vom Kongress beschlossenen Schritte zum Abbau des Staatsdefizits gingen nicht weit genug, um den Haushalt nachhaltig zu stabilisieren. Der Dollar geriet wegen der Herabstufung unter Druck und fiel zum Schweizer Franken zeitweise auf ein Rekordtief von unter 0,75 Franken.

    Auch EZB interveniert

    Der Euro hingegen profitierte im frühen Handel in Fernost von Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB), zur Eindämmung der Schuldenkrise italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. Er legte im Vergleich zum Dollar und zum japanischen Yen zu. Zum Schweizer Franken gab er zwar auf 1,0920 Franken nach, lag aber deutlich über dem Rekordtief von 1,0719 Franken vom Freitag.

    Die EZB hatte am Sonntagabend erklärt, dass sie im Kampf gegen das wachsende Misstrauen an den Finanzmärkten ihr Anleihekaufprogramm «aktiv umsetzen» werde. Einzelheiten dazu nannte sie aber nicht. Italien, das zunehmend unter den Druck der Finanzmärkte gerät, hatte bereits am Freitag zu verstehen gegeben, dass die EZB dem bedrängten Land am Montag mit dem Kauf von Staatsanleihen zur Hilfe kommen könnte.

    Das oberste Gremium der Zentralbank ermahnte Italien und Spanien, die angekündigte Verschärfung ihrer Sparpakete entschlossen und zügig umzusetzen. Dies sei eine grundlegende Voraussetzung für eine bessere Wettbewerbsfähigkeit und einen schnellen Schuldenabbau.

    Gespräche Merkel-Sarkozy

    Zuvor hatte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy zur Beruhigung der Finanzmärkte die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom Juli bekräftigt. Die Beschlüsse vom 21. Juli sollten rasch vollständig umgesetzt werden, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung.

    Merkel und Sarkozy betonten die Bedeutung einer schnellen Zustimmung der Parlamente ihrer beiden Länder bis Ende September. Der Eurokrisenfonds soll nach seiner Umsetzung im Oktober Anleihen angeschlagener Staaten auf dem Sekundärmarkt kaufen, teilten die beiden Regierungschefs am Sonntagabend weiter mit.

    Zugleich ermahnen Merkel und Sarkozy Italien und Spanien, ihren angekündigten Konsolidierungskurs zügig und vollständig umzusetzen. Die Euro-Zone will Anleihehaltern mit der Bereitschaft zu Bond-Käufen signalisieren, dass ihre Investitionen von der Währungsgemeinschaft abgesichert werden.

    Reaktion von Lagarde

    Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die angekündigten Bemühungen der Europäischen Zentralbank und der sieben führenden Industriestaaten (G7) um Finanzstabilität begrüsst. Diese Zusammenarbeit werde dazu beitragen, das Vertrauen an den Finanzmärkten zu erhalten und das globale Wirtschaftswachstum anzukurbeln, erklärte Lagarde in Washington. (sda/AFP)

Erstellt: 09.08.2011, 00:00 Uhr

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123 Kommentare

Fridolin Zweifel

08.08.2011, 17:12 Uhr
Melden 52 Empfehlung

GAME OVER EURO und US$. Es wird Zeit, dass eine Weltwährung und ein neues Finanzsystem mit realen Werten das bisherige kapitalistische Spekulations- und Abzockermodell ablöst. Schuldenwirtschaft und Abzockertum rächen sich in jeder Beziehung. Es muss eine neue Weltordnung welche solche Missstände verhindert eingeführt werden. Das ist der Preis der Globalisierung und wir alle bezahlen den Preis. Antworten


hans nötig

08.08.2011, 09:28 Uhr
Melden 46 Empfehlung

Ein "Newsticker" über die Börse. Ich glaub ich spinne. Antworten



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