Wirtschaft

Deutschland bleibt auf Anleihen sitzen – Tokios Börse auf 30-Monats-Tief

Das geringe Interesse an deutschen Anleihen hat die Börse in Tokio verunsichert. Der Leitindex Nikkei fiel auf den niedrigsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Abwärtstrend: Der aktuelle Verlauf des Nikkei-Index.

Nikkei


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Kann es kaum glauben: Ein Händler der Börse Tokio beobachtet den Kurssturz.

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Die geringe Nachfrage bei einer Anleihe-Emission in Deutschland schürte Sorgen, Deutschland könne seinen Status als Fels in der Brandung verlieren und die Eurokrise damit eine völlig neue Qualität erreichen. Auch die europäischen und US-Börsen hatten angesichts dieser Furcht zuvor Verluste verzeichnet.

Deutlich robuster zeigten sich die Märkte in Taiwan und Südkorea. Dank zahlreicher Schnäppchenjäger ging es dort bergauf. Bei den Einzelwerten stach der Handyhersteller HTC negativ hervor. Der taiwanesische Konzern überraschte mit einer Umsatzwarnung. Anleger reagierten mit einer Verkaufswelle, das Papier gab fast sieben Prozent nach.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor 1,8 Prozent auf 8165 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,6 Prozent auf 706 Zähler. Damit holten die japanischen Börsen die Verluste nach einem Feiertag am Mittwoch nach. Auch der australische Markt gab nach. Im Plus lagen hingegen die Börsen in Taiwan, Südkorea, Singapur. Die chinesischen Marktplätze in Shanghai und Hongkong stagnierten.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China

Ein Analyst fasste die Ängste zusammen: «Die Welt versinkt im Chaos und jeder grosse Finanzplatz reagiert stärker auf die makroökonomischen Bedenken in Europa als auf seine eigenen Daten und seine eigene Wirtschaft.» Hinzu kamen enttäuschende Konjunkturdaten aus China.

Bei den Einzelwerten in Japan standen dann auch Komatsu und Fanuc im Mittelpunkt. Die Hersteller von Baugeräten und Industrie-Robotern machen einen Grossteil ihres Geschäfts in der Volksrepublik China. Dort ging die Industrie im November auf Talfahrt. Die Aktien von Komatsu fielen 4,2 Prozent, die von Fanuc 3,3 Prozent.

Gegen den Trend schossen die Papiere des Kameraherstellers Olympus 13 Prozent in die Höhe. Die Rufe nach einem Verbleib des von einem Bilanzskandal erschütterten Konzerns an der Börse wurden lauter. Analysten zweifelten jedoch an der Nachhaltigkeit des Aufwärtstrends.

Euro erholt sich leicht

Der Euro erholte sich zwar im asiatischen Handel etwas. Die europäische Gemeinschaftswährung pendelte aber immer noch um ein Sieben-Wochen-Tief bei 1.3356 Dollar nach 1.3343 Dollar im späten Handel in New York. Die Währung steht Händlern zufolge immer noch unter Druck. Zur japanischen Währung wurde ein Euro mit 103.03 Yen gehandelt, der Dollar mit 77.14 Yen. (wid/sda)

Erstellt: 24.11.2011, 08:33 Uhr

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24 Kommentare

Gregor Müller

24.11.2011, 16:46 Uhr
Melden 1 Empfehlung

Kann es sein, dass die seit "Jahren" glühenden Gelddruckmaschinen so heiss gelaufen sind, dass der Spuk nun bald dem "letzten Ideoten" auffällt!?Die Geschichte von Baron Münchhausen, als er sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zog... Waren wohl die Selbstheilungskräfte des "Marktes" am Werk... DIE Welt Liquiditätsfalle-> Vertrauenskrise?Game over+ Reset...mein Geld ist unter dem Kopfkissen;-) Antworten


Frank Zuffnik

24.11.2011, 11:22 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Da wird doch nicht etwa irgendwer gemerkt haben, dass zu jedem unzuverlaessigen Kreditzurueckzahler auch ein nachlaessiger Bonitaetsueberpruefer gehoert? Die Medaille "Exporteuropameister", z.B. mit U-Bootverkaeufen nach Griechenland, wurde vielleicht doch ein bisschen frueh vergeben. Meister im exportieren nichtbezahlter Waren sozusagen. Antworten


Philipp Rittermann

24.11.2011, 10:48 Uhr
Melden 9 Empfehlung

wie gesagt, ich würde 10 rollen eurobonds 4-lagig nehmen! Antworten


Iracema Castro

24.11.2011, 10:36 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Weshalb sollte jemand Deutsche Anleihen kaufen, wenn Französische, die immer noch ein AAA Rating haben, fast doppelt und italienische, die auch noch ziemlich sicher sind, dreifach verzinst werden?? Antworten


Zelokan Zel

24.11.2011, 09:37 Uhr
Melden 10 Empfehlung

Oder ist das ganze anders zu begründen...
strafen die "Investoren" Deutschland ab weil es sich mit aller macht gegen die Einführung von Eurobonds wehrt?
Antworten


Ruthild Auf der Maur

24.11.2011, 11:38 Uhr
Melden

@Eric Greney: Sie sagen es. Im Nachhinein überlegt hätte ich "Machtkrieg" mit "Finanzwaffen" schreiben sollen. Das korrupte GR und einige andere EU-Staaten kamen da geradezu gelegen. Europa, allen voran D, wurde zu stark und die USA bzw. gewisse Interessenten liefen Gefahr, die Kontrolle über Europa zu verlieren.


Eric Greney

24.11.2011, 11:08 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Finanzkrieg ist nicht mal so Falsch! Es geht um Macht, Einfluss usw...
Und die Frage ist wer bricht zu erst zusammen...
Es gilt eigentlich die gleiche Regel wie im Kalten Krieg, betreffend Nuklearen Overkill, wer zu erst schiesst, stirbt als zweiter.


Ruthild Auf der Maur

24.11.2011, 11:02 Uhr
Melden 4 Empfehlung

M. Wyss: Herr Zelokan Zel liegt nicht so falsch. Soros ist ein absoluter Befürworter der Eurobonds. Selbst Roubini sieht das Ende der Eurozone nahen, wenn nicht.... Beide und nicht nur diese sind äusserst einflussreiche Financiers in Politik und Wirtschaft. Meiner bescheidenen Meinung nach führen die USA mit Europa einen vernichtenden Finanzkrieg, CH inkl. mit dem Franken.


Richard Galls

24.11.2011, 10:33 Uhr
Melden 4 Empfehlung

Die Bunds gehen in den Keller weil der Druck wegen den schlechten Zahlen überall Druck auf die Deutschen ausübt den Eurobonds zuzustimmen. Stimmen die Deutschen zu fällt logischerweise der Bund bzw. die Zinsen für die Bunds gehen nach oben weil deren Risiko zunimmt. Dies ist einer der Hauptgründe weshalb der Bund gestern abgesackt ist. Und dann natürlich die tiefe Nachfrage.


Matthias Stemmler

24.11.2011, 10:27 Uhr
Melden 15 Empfehlung

Wenn Sie sich einmal den deutschen Länderfinanzausgleich ansehen dann finden Sie drei tragende Säulen Hessen, Baden-Wüttemberg und Bayern. Wenn diese dann die ganze Eurozone schultern sollen ist dies für mich etwa so als sollten drei Personen das Gepäck eines ganzen Reisebuses tragen. Das kann nicht gut gehen. In der Eurozone stinkt der Fisch vom Kopf her.


Zelokan Zel

24.11.2011, 10:27 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Soso im Investment wird nicht bestraft...
und Einfluss auf die Politik wird natürlich auch nicht genommen....und...und.
Grosse "Investoren" können (und tun es auch) die Poliotik in die gewünschte Richtung lenken.


Michael Wyss

24.11.2011, 10:05 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Das macht überhaupt keinen Sinn. Im Investment wird nicht bestraft. Niemand ist so blöde und lässt sich aus reinem Stolz ein Geschäftsmodell mit Rendite durch die Lappen gehen. Sie haben nun auch in Deutschland kein Vertrauen mehr. Wie auch, wenn Deutschland für halb Europa Garantien und Bürgschaften übernimmt (soll). Da gibt es attraktivere Investmentmöglichkeiten.


Matthias Stemmler

24.11.2011, 09:35 Uhr
Melden 16 Empfehlung

Was den Euro betrifft dürfte dieser die Todeszone schon erreicht haben. Dass Deutschland auf knapp 40% seinerStaatsanleihen sitzen bleibt dürfte damit zusammenhängen, dass die Märkte auch für Deutschland ein höheres Zinsniveau erwarten.Die Frage ist dann nur wer die Eurozone letzlich retten soll? Antworten


Ruthild Auf der Maur

24.11.2011, 12:15 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Einverstanden! Nur wäre die CH dann nicht auch als Fehlkonstrukt einzustufen? Eine Währung, vier verschiedene Sprachen, kantonaler Finanzausgleich. Die CH ist doch nichts anderes als eine vorerst noch funktionierende Mini-EU mit immer weiter aufgehender Schere zwischen Arm und Reich, oder sehe ich das falsch?


Matthias Stemmler

24.11.2011, 11:11 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Kann man so sehen muss man aber nicht unbedingt. Das die EU ein einziger Konstuktionsfehler ist steht für mich ausser Frage. Und die nächste Frage ist dann ob mit einem solchen Konstuktionsfehler etwas überhaupt wirklich erstarken kann. Sehen sie in der Eurozone gibt es bis auf wenige noch nicht einmal eine gemeinsame Sprache.


Kurt Dubach

24.11.2011, 09:11 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Ja wen man Kommentare verstehen will sollte man das (Bankgeschäfte) kennen, leider liest man immer wieder, das Angestellte entlassen werden. Was steck dahinter? Spekulationen die immer wieder am das Tageslicht kommen, wo keine Logischen Erklärungen ergeben, oder doch? Theorie und Praxis ist das Wort, es gibt zu viele Theoretiker! und da kann nicht gut gehen.Mach mir auch meine gedanken. Antworten


Kurt Dubach

24.11.2011, 11:16 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Auf den Bezug auf Banken, die Entlassen gute Mitarbeiter, auf kosten der Grossen Lohnbezüger, und die wiederum Grosse Lohnbezüger Spekulieren falsch, das zu lasten der kleinen geht. Theorie ist wen man sich was aus denkt und gelingt oder nicht gelingt (falsche Spekulationen). Praktiker ist derjenige wo es umsetzen kann!


Hans Meier

24.11.2011, 10:24 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Ich kenne zwar das Bankgeschaeft, aber Ihren Kommentar verstehe ich beim besten Willen nicht... koennten Sie das bitte nochmals deutlicher ausfuehren?


P. Broennimann

24.11.2011, 09:11 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Bin heute schwarzmalerisch drauf -> Der "Fels in der Brandung" hat selber doch auch sehr hohe schulden (EUR hin oder her), oder? Zudem kommt eine sehr träge/uneffiziente regierung. Dann kommt hinzu eine sich abkühlende weltwirtschaft die den DE-motor bremsen wird. Und zuletzt langristig werden viele rohstoffe rar (rohstoffe die die basis bilden der gesamten DE-industrie)... Antworten


Reto Derungs

24.11.2011, 07:04 Uhr
Melden 30 Empfehlung

Deutsche Anleihen nicht gefragt? Das spricht nicht gegen Deutschland, sondern gegen dessen Währung. Der Euro hat seinen Stabititätsbonus definitiv verloren, denn die EZB wird nicht darum herum kommen, die Druckerpressen heisslaufen zu lassen und den Markt mit farbigen Scheinchen zu fluten, damit die griechischen und italienischen Beamten weiterhin den Sünneliblues trällern können. Antworten


Karl Manz

24.11.2011, 10:31 Uhr
Melden 5 Empfehlung

Das "Root Cause Problem" wird nie angesprochen. Man befasst sich immer mit Symptomen und somit gibt es eigentlich keine Loesung zum Problem. Wir leben in einer Zeit wo man einfach Geld ausgibt ob man es hat ode nicht. Von der einzel Person bis hinauf zum Staat lebt man einfach auf pump. Jetzt kommen die Rechnungen auf uns zu. Die Korruption, das luegen und stehlen hat einmal ein Ende.


Parvaneh Ferhadi

24.11.2011, 07:01 Uhr
Melden 14 Empfehlung

«Tokios Börse fällt auf 30-Monats-Tief» - Na und? In den Printmedien filterte man früher solche Nachrichten raus, weil sie nichts besagen und teuren Platz wegenehmen. Im Internetzeitalter schaltet man solchen Unsinn unbedacht einfach frei. Antworten


Thomas Meier

24.11.2011, 09:20 Uhr
Melden 11 Empfehlung

Herr Ferhadi
Ihren Kommentar finde ich unnötig und blöd. In den Printmedin darf es nicht nur Platz für Unglücksfälle und Verbrechen haben.


Markus Niessen

24.11.2011, 09:02 Uhr
Melden 9 Empfehlung

Derartige Oberflächlichkeit ergibt sich kaum zufällig. Als Leser beobachtet man es und macht sich dann seine eigenen Gedanken...



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