Wirtschaft

Die «Lohnschere des Jahres» geht an die ABB

Aktualisiert am 15.06.2009 10 Kommentare

Die Wirtschaftskrise hat nach Darstellung von Travail.Suisse zu keinem Umdenken bei den Managerlöhnen geführt. ABB wurde als krassester Fall mit der «Lohnschere des Jahres» bedacht.

Lohnschere zwischen Höchst- und Tiefstlohn

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Der Arbeitnehmerverband Travail.Suisse verteilt die «Lohnschere des Jahres» nach der grössten Zunahme des Verhältnisses von Minimal- zu Höchstlohn innerhalb von zwölf Monaten.


Erhält «Lohnschere des Jahres»: ABB-Chef Joe Hogan.

Erhält «Lohnschere des Jahres»: ABB-Chef Joe Hogan. (Bild: Keystone)

Lohnschere 2008 verkleinert

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Das Lohnkartell trotze der Krise, und die Abzockermentalität halte auf vielen Teppichetagen an, kritisierte der Arbeitnehmerdachverband am Montag in Bern. Er fordert eine Vertretung in den Verwaltungsräten.

Travail.Suisse stützt sich auf eine Erhebung bei 27 Schweizer Unternehmen über die Managerlöhne im vergangenen Jahr. Demnach ging das durchschnittliche Salär eines Konzernleitungsmitglieds im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent zurück. Die Lohnschere - das Verhältnis zwischen dem mittleren Salär der Konzernleitungsmitglieder und dem Tiefstlohn - schloss sich um sechs Prozent. Bei elf Unternehmen öffnete sich diese Schere weiter, wie der Verband an einer Medienkonferenz erklärte. ABB wurde als krassester Fall mit der «Lohnschere des Jahres» bedacht. Beim Technologiekonzern habe sich die Lohnschere innerhalb eines Jahres um 70 Prozent geöffnet, von einem Verhältnis von 1:93 auf 1:158, hiess es.

Vasella vor Nargolwala und Hogan

Die Liste der bestbezahlten Manager wird erneut von Novartis-Konzernchef und Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella mit 40,3 Millionen Franken angeführt. Er verdiente damit laut Travail.Suisse 720-mal so viel wie die am schlechtesten bezahlten Novartis-Mitarbeiter. Es folgen der Asienchef der Credit Suisse, Kai Nargolwala, mit 20,8 Millionen und ABB-Konzernchef Joe Hogan mit 19,2 Millionen Franken.

Der Arbeitnehmerdachverband stützt seine Kritik vor allem auf einen längerfristigen Vergleich. So habe sich die Lohnschere zwischen 2002 und 2008 lediglich in fünf von 27 Unternehmen verkleinert. Im Schnitt der untersuchten Firmen habe sich die Lohnschere um 72 Prozent geöffnet, am stärksten bei ABB, Baloise und Lonza. Die Durchschnittssaläre der Konzernleitungsmitglieder seien gleichzeitig um 83 Prozent gestiegen, verglichen mit einer nominalen Zunahme von 8,4 Prozent bei den Arbeitnehmenden.

Noch machten viele Arbeitnehmende nur die Faust im Sack, hiess es an der Medienkonferenz. Doch dürfte es angesichts der drohenden Arbeitslosigkeit nur eine Frage der Zeit sein, bis der Frust zur Wut werde. Verbandspräsident Martin Flügel forderte drei Massnahmen zur Aufbrechung des Lohnkartells. Erstens müssten die Boni begrenzt sowie Abgangs- und Antrittsentschädigungen verboten werden. Zweitens seien die Entschädigungen aller Verwaltungsräte und Geschäftsleitungsmitglieder einzeln offen zu legen und an der Generalversammlung zur Abstimmung zu unterbreiten. Und drittens müssten Arbeitnehmende in den Verwaltungsräten Einsitz nehmen. (sam/ap)

Erstellt: 15.06.2009, 11:00 Uhr

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10 Kommentare

Beat Ackermann

15.06.2009, 11:22 Uhr
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Vielleicht müsste man auf die Strasse oder den Bundesplatz gehen. Und nicht nur Kommentare schreiben oder Blogen. Antworten


Michel Koller

15.06.2009, 10:01 Uhr
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Vergleicht man dies nun mit dem Lohn eines US Präsidenten, welcher vor Steuern ungefähr ein Jahressalär von 800'000 USD plus freie Kost und Logis kriegt, fragt man sich doch unweigerlich... Für was kriegen die solch ein Gehalt? Aus meiner Sicht hat niemand diesen Wert! Antworten



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