Wirtschaft
Die globalen Helfer der Credit Suisse
Von Simon Schmid. Aktualisiert am 19.07.2012 31 Kommentare
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Bei der Credit Suisse (CSGN 28.81 -1.50%) kaufen sich neue Grossinvestoren ein: Wie die Bank heute verkündete, werden Staatsfonds aus Singapur, Katar und Norwegen sowie eine Gesellschaft aus Saudi Arabien als strategische Investoren bei einer Pflichtwandelanleihe mitmachen. 3,8 Milliarden Franken Eigenkapital soll für die CS so entstehen. Die Investorengruppe erhält von der Bank vorerst einen vierprozentigen Zins ausbezahlt und spätestens Ende März 2013 ihre Aktien zugeteilt – wie viel Stück es genau sein werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.
Was sich die Verantwortlichen um CS-Präsident Urs Rohner vom Deal versprechen, ist Vertrauen: Jenes der Regulierungsbehörden in die Kapitalstärke der Bank und jenes der Anleger in die von Brady Dougans eingeschlagene Strategie. Aktuell schneidet die Bank leicht über den Erwartungen ab, berauschend sind die vorgelegten Zahlen des zweiten Quartals mit einem Vorsteuergewinn von 1,1 Milliarden Franken indes nicht.
Auf der Suche nach Sonderangeboten
Neu als Investor zur Credit Suisse gestossen ist der Singapurer Staatsfonds Temasek Holdings. Wie Chefstratege Chia Song Hwee jüngst zur «Frankfurter Allgemeinen» sagte, ist die 200 Milliarden schwere Gesellschaft diesen Sommer «auf der Suche nach Sonderangeboten». Nachdem Temasek bereits bei Barclays, der indischen ICICI Bank und der britischen Standard Chartered eingestiegen ist, wittert der Fonds nun also auch bei Credit Suisse ein lukratives Investment. Die staatliche Anlagegesellschaft, die auch private Gelder entgegennimmt, gilt als finanziell gut aufgestellt: Mit dem früheren Finanzchef der UBS, John Cryan, weiss Temasek zudem auch einen Spezialisten mit Kenntnissen des Schweizer Finanzplatzes in seinen Reihen.
Dabei als Investoren der neuen Pflichtwandelanleihe sind auch die Olayan Group und Qatar Holdings: Jene Gesellschaften, die der Credit Suisse im Februar 2011 für 6 Miliarden Franken bereits einmal «Cocos» abkauften. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, erfüllten diese Kapitalinstrumente die Anforderungen der SNB in Bezug auf «Too big to fail» jedoch nicht wie geplant. Wie die CS heute bekannt gab, konnte zumindest Olayan von einer Umwandlung seiner «alten» Cocos in «neue» Buffer Capital Notes überzeugt werden: Die Massnahme bringt der Credit Suisse 1,7 Milliarden an zusätzlichem Eigenkapital.
Das CS-Papier zum Schnäppchenpreis
Zur Investorengruppe zählt neu auch die Investmentabteilung der norwegischen Zentralbank, Norges Bank Investment Management. Ihr Engagement könnte sich lohnen: Notierte die Credit-Suisse-Aktie Ende Juni beim historischen Tiefstand von 16.58 Franken, so liegt der Wandlungspreis der neuen Pflichtwandelanleihe mit 16.29 Franken sogar noch darunter. Umgewandelt in Aktien wird Ende März: Liegt der Aktienkurs dannzumal über 16.29 Franken, so hat sich die Investition für Singapur, Katar, Norwegen und die restlichen Anleger bereits gelohnt.
Dass dieses Szenario nicht unrealistisch ist, zeigen Daten von «Bloomberg». Dem Informationsdienst zufolge liegt die Konsensprognose für den CS-Titel in 12 Monaten bei 22.90 Franken. Allein die Tatsache, dass sich strategische Investoren bei Credit Suisse engagieren, verspricht – sofern sich kleinere Anleger am Verhalten der Grossen orientieren – einen gewissen Kursauftrieb. Ein baldiges Abspringen der Grossfonds erscheint dagegen unwahrscheinlich: Investoren wie der katarischen Herrscherfamilie Al Thani, die sogar einen Vertreter im CS-Verwaltungsrat hat, wird langfristiges Denken und Investieren nachgesagt.
Konservative Staatsfonds
Doch es kann auch anders kommen, wie das Beispiel Barclays zeigt: Nach Verlusten von gegen 800 Millionen Pfund verkaufte Temasek seinen Anteil im vergangenen Dezember. Der Fonds war im Dezember 2007 mit zwei Prozent bei der britischen Bank eingestiegen. Ob der Schuss für die Singapurer auch bei der CS nach hinten rausgehen könnte? Ein Analyst aus London, mit dem baz.ch/Newsnet gesprochen hat, hält von der heutigen Kapitalübung nicht allzu viel. Die Schweizer Grossbank habe in den letzten Jahren ganz einfach zu wenig hergegeben, sagt er: «Credit Suisse muss Cash vorzeigen, bevor die Finanzmärkte wieder an sie glauben.» Zu oft habe die Schweizer Grossbank in den letzten Jahren mit Bilanztricks oder dubiosen Bonusprogrammen auf ausbleibende Gewinne reagiert.
So könnten die Ereignisse bei der UBS zur Blaupause für die Credit Suisse werden. Auch die andere Schweizer Grossbank weiss einen Staatsfonds in ihren Reihen: Während der Krise des Jahres 2007 sprang der Singapurer Investmentfonds GIC als Retter in die Bresche. GIC ist so etwas wie die «grosse Schwester» von Temasek. Trotz Wertzerfall der Aktie hält die Gesellschaft nach wie vor an ihrem 6,4-prozentigen Anteil an der UBS fest. Für die CS, aber auch für Brady Dougan kann das Krisenverhalten des Fonds aus Singapur nur ein gutes Omen sein: Hiess es nach dem Handelsdebakel der UBS in London doch, Singapur habe bis zuletzt am streitbaren Konzernchef Oswald Grübel festgehalten. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 18.07.2012, 19:05 Uhr
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31 Kommentare
...ja und dann kommen noch die paar millionen dazu welche aus wirtschaftkriminellen delikten stammen und die cs 'deals' mit den wirtschaftkriminellen abgeschlossen hat... die cs hat damit ihr produkt an den mann gebracht und die wirtschaftskriminellen ihr kapital gewaschen, dies aller unter dem deckmäntelchen des bankgeheimnisses. eine echt tolle bande unter führung von vr-präsident rohner! Antworten
Wer auf Bild 6 ist weiss ich nicht - sicher aber nicht Lubna Olayan, denn sie ist eine Frau (man(n) traut wohl einer Saudi-Frau nicht zu so ein grosses Konglomerat zu leiten..). Somit sollte es heissen: Lubna S. OlayaN hält der Credit Suisse die Stange: IHRE Gesellschaft hält aktuell 6,6 Prozent der CS-Aktien... Und das richtige Bild von Frau Olayan wäre auch nett... Antworten
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