Wirtschaft

Dollar bringt der SNB Milliardengewinn

Aktualisiert am 31.07.2012 116 Kommentare

Die Schweizerische Nationalbank weist für das erste Halbjahr einen Gewinn von 6,5 Milliarden Franken aus. Die SNB profitierte vor allem davon, dass sich der Dollar aufwertete.

Leitet die Schweizerische Nationalbank als Nachfolger von Philipp Hildebrand: Nationalbankpräsident Thomas Jordan. (Archivbild)

Leitet die Schweizerische Nationalbank als Nachfolger von Philipp Hildebrand: Nationalbankpräsident Thomas Jordan. (Archivbild)
Bild: Keystone

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für das erste Halbjahr 2012 einen Gewinn von 6,5 Milliarden Franken aus. Um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen, erhöhten die Währungshüter ihre Euro-Bestände seit Anfang Jahr um umgerechnet 73 Milliarden Franken.

Während im ersten Quartal noch Veräusserungen von Euro-Devisenanlagen möglich waren, sah sich die SNB im zweiten Quartal zu Interventionen genötigt. Denn die verzögerte Regierungsbildung in Griechenland und zunehmende Sorge um die Stabilität Spaniens und Italiens haben den Euro wieder geschwächt.

Seit April klebt der Euro nahe am Mindestkurs von 1,20 Franken. Während die SNB gegen den Fall unter diese Marke kämpfte, erhöhten sich ihre Euro-Bestände im zweiten Quartal um 79,5 Milliarden auf rekordhohe 182,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 77 Prozent auf umgerechnet 219,5 Milliarden Franken, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Halbjahreszahlen der SNB hervor geht.

Die gesamten Devisenanlagen der SNB türmten sich zur Jahresmitte auf 365,1 Milliarden Franken auf, wie die Nationalbank bereits Anfang Juli in einem Bericht an den Internationalen Währungsfonds (IWF) dargelegt hatte. Das waren 119,6 Milliarden mehr als Ende März und 107,6 Milliarden Franken mehr als Ende 2011.

Gewinne aus Dollar-Anlagen

Die SNB profitierte davon, dass sich der Dollar aufwertete. Ihr Bestand an Dollar-Devisenanlagen stieg gegenüber dem ersten Quartal von 70,9 Milliarden auf 83,6 Milliarden Dollar. Umgerechnet in Franken nahmen die Dollar-Devisenanlagen wegen der Erstarkung des Greenbacks noch stärker von 63,9 Milliarden auf 79,4 Milliarden Franken zu.

Auch deshalb verbucht die SNB auf den gesamten Fremdwährungspositionen im ersten Halbjahr einen Erfolg von 5,1 Milliarden Franken. Ausschlaggebend sind neben Kursanstiegen Zins- und Dividendenerträge.

Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte ein weiterer Bewertungsgewinn von 1,3 Milliarden Franken. Und der Stabilisierungsfonds, in den während der Finanzkrise zur Rettung der UBS toxische Wertpapiere der Grossbank ausgelagert worden waren, steuerte weitere 73 Millionen Franken zum SNB-Konzerngewinn bei.

Bilanz schwillt an

Durch die Interventionen schwoll die gesamte Bilanzsumme der Nationalbank auf 439 Milliarden Franken an. Das sind 89 Milliarden mehr als Ende letzten Jahres.

Aus dem Halbjahresgewinn der SNB kann das Jahresergebnis nicht hochgerechnet werden; damit ist auch die geplante Ausschüttung von 1 Milliarden Franken an Bund und Kantone nicht garantiert. Denn das Ergebnis ist von den schwankungsanfälligen Gold-, Devisen- und Kapitalmärkten abhängig.

So hatte die SNB im ersten Halbjahr 2011 noch einen Verlust von 10,8 Milliarden Franken ausgewiesen, da sich Euro und Dollar markant abgeschwächt hatten. Nachdem der Euro Anfang August praktisch den Gleichstand zum Franken erreicht hatte, zog die SNB die Notbremse. Seit 6. September gilt der Mindestkurs von 1,20 Franken, darauf verlässt sich nicht zuletzt die Exportindustrie.

Um den Mindestkurs durchzusetzen ist die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Denn eine erneute Aufwertung des Frankens hätte laut den Währungshütern schwerwiegende Folgen für die Preis- und Wirtschaftsentwicklung der Schweiz.

Keine Trendwende

Für Juli zeichnet sich ein weiterer Anstieg der Devisenanlagen der Nationalbank ab. Die Giroguthaben der inländischen Banken bei der SNB sind bis Ende vergangene Woche um rund 33 Milliarden Franken gestiegen. Diese nehmen zu, wenn die SNB Devisen kauft und der jeweiligen Bank den Franken-Gegenwert gutschreibt.

Prinzipiell kann die SNB unbeschränkt Franken schöpfen, um damit Euro zu kaufen. Eine wachsende Geldmenge erhöht aber das Risiko einer Inflation sowie einer allzu lockeren Kreditvergabe beispielsweise im Wohnbau. Käme es deswegen zu einer Krise, hätte dies umgekehrt womöglich immerhin den positiven Effekt, dass der Franken schwächer würde. (mw/sda)

Erstellt: 31.07.2012, 07:31 Uhr

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116 Kommentare

Jack Meier

31.07.2012, 08:17 Uhr
Melden 85 Empfehlung 0

Sie müssen nach dem Titel nur den Artikel lesen und sie werden ihre Frage beantworten können. Antworten


Orli Pelo

31.07.2012, 07:51 Uhr
Melden 74 Empfehlung 0

Ich wüsste mal gern, was denn da für buchhalterischen Tricks angewendet wurden. Antworten



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