Druck auf Euro nimmt ab

Der Kurs für den Euro ist leicht gestiegen. Dies, obwohl noch keine konkrete Lösung für die Probleme von Griechenland in Sichtweite ist.

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Der Druck auf den Euro hat sich verringert, obwohl bei dem Finanzministertreffen der G-7 keine konkreten Massnahmen zur Überwindung der Schuldenkrise Griechenlands vereinbart wurden.

Nachdem die Gemeinschaftswährung am Montagmorgen noch unter den Stand von 1,3634 Dollar gesunken war, die am Freitagabend in New York gezahlt wurden, stieg sie im weiteren Verlauf zeitweise über 1,37 Dollar und lag am frühen Nachmittag bei 1,3692 Dollar.

Auch die Aktienmärkte zeigten sich freundlicher, nachdem die Arbeitslosenzahlen in den USA am Freitag überraschend gesunken waren. Der DAX legte bis zum Nachmittag rund 0,7 Prozent zu. Der FTSE 100 in London gewann gut 1 Prozent, der CAC-40 in Paris legte 1,3 Prozent zu.

«Pessimismus scheint überzogen»

Die massive Verschuldung Griechenlands, aber auch Sorge um die Haushalte von Portugal und Spanien belasten den Euro seit dem Hoch von 1,5120 Dollar am 3. Dezember 2009. Die Schuldenlast könnte die wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone bremsen.

Analysten zeigten sich jedoch am Montag zuversichtlicher, dass eine Lösung gefunden wird, auch wenn sie konkrete Ergebnisse des Finanzministertreffens der G-7 am Wochenende in Kanada vermissten. Eine Lösung für Griechenland werde entweder aus dem Land selbst oder aus der weiteren Euro-Zone kommen, meinte Daragh Maher von der zur Crédit Agricole gehörenden Investmentsparte Calyon. «In verschiedener Hinsicht scheint der Pessimismus überzogen, vor allem in Bezug auf die Verfassung der Weltwirtschaft», sagte Maher.

Experte warnt vor «Staatsblase»

Der Deutschland-Chef der Investmentbank Morgan Stanley, Dirk Notheis, warnte unterdessen in einem Gespräch mit dem «Handelsblatt» vor dem Entstehen einer «Staatsblase». Die Krise in Griechenland sei ein weit über den Mittelmeerraum hinaus greifendes Phänomen. «Wir laufen Gefahr, von der Finanzmarktblase in die Staatsblase hineinzuschlittern.» Manchen Staaten werde es künftig schwer fallen, sich über die Finanzmärkte zu finanzieren. «Das Interesse von Investoren wird deutlich geringer ausfallen.» In manchen Fällen werde es gar kein Geld mehr vom Markt geben.

Die Haushaltskonsolidierung müsse zum Top-Thema des nächsten G-20-Gipfels der führenden Wirtschaftsmächte werden, forderte Notheis. «Wenn wir nicht zeitnah die Haushalte in Ordnung bringen, dann droht eine generelle Vertrauenskrise mit nicht absehbaren Folgen.» (sam/ddp)

Erstellt: 08.02.2010, 15:33 Uhr

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