Wirtschaft
Eine Won-Won-Situation
Von Simon Schmid. Aktualisiert am 22.02.2012 48 Kommentare
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Die Schweizerische Nationalbank plant, ihr Devisenportfolio um eine weitere Währung zu erweitern. Wie die südkoreanische Zeitung «Maeil Business» berichtete, wurde das koreanische Finanzministerium kürzlich von der SNB (SNBN 1089 2.06%) kontaktiert. Eingefädelt werden soll der Kauf südkoreanischer Staatsanleihen.
«Die Nationalbank ist auf der Suche nach Anlagealternativen», bestätigt SNB-Sprecher Walter Meier gegenüber baz.ch/Newsnet die Meldung. Der SNB gehe es darum, das Währungsrisiko der Anlagen in Dollar und Euro besser zu streuen. Im Won hat die SNB nun offenbar einen geeigneten Kandidaten dazu gefunden. Im lokalen Markt benötigen Investoren die Bewilligung für Käufe von Bonds. Deshalb, und auch weil es zu den Gepflogenheiten unter Zentralbanken gehört, hat die SNB die koreanischen Behörden über ihre Absichten informiert.
Viele, viele bunte Währungen
Die Nationalbank verfügt über Devisenreserven im Umfang von rund 250 Milliarden Franken. Ende 2011 waren diese zu 57 Prozent in Euro angelegt (ohne Devisenderivate). 23 Prozent der SNB-Anlagen wurden demgegenüber in Dollar gehalten. Devisenreserven in Yen, Pfund und kanadischem Dollar machten in den Büchern der SNB zwischen 4 und 8 Prozent aus.
Eine erste Ausdehnung des Portfolios fand bei der Nationalbank bereits 2010 statt. Während die SNB-Bilanz im Zuge der Eurokrise länger und länger wurde, begann die Bank, ihre Anlagen zu diversifizieren. Die Nationalbank kaufte deshalb Papiere in australischen Dollars, schwedischen Kronen, dänischen Kronen und Singapur-Dollars hinzu. Ende 2011 machten diese Währungen etwas mehr als 3 Prozent im SNB-Portfolio aus.
Sicherheit, Liquidität, Ertrag
Daniel Kalt, Chefökonom von UBS Schweiz, hält die Diversifikationsstrategie der SNB für sinnvoll. Auch bei Privatanlegern habe in den Jahren seit der Finanzkrise ein regelrechter Paradigmenwechsel stattgefunden, so Kalt – weg von den stark exponierten Währungen Dollar, Euro und Yen, hin zu aufstrebenden Volkswirtschaften.
Für die Anlagestrategie der Nationalbank kommt Südkorea wie gerufen. Das Land hat ein robustes Wirtschaftswachstum; mit seiner tiefen Staatsverschuldung von etwas über 20 Prozent des BIP gilt Südkorea zudem als sehr sicherer Schuldner. «Der Kapitalmarkt in Südkorea hat die nötige Tiefe», sagt Sprecher Meier in Bezug auf die nötigen Liquiditätsanforderungen für SNB-Anlagen.
Auch Daniel Kalt hält Südkorea für ein lohnendes Anlageziel. «Viele asiatische Währungen sind gegenüber dem Dollar noch unterbewertet», so der UBS-Ökonom. Zum Zinsvorteil, den Anleihen aus Schwellenländern gegenüber den grossen Weltwährungen bieten, gesellen sich somit zum Won noch mögliche Währungsgewinne hinzu.
Auf seiner Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten gewinnt die Nationalbank mit dem Won damit gleich doppelt: Die Währung bietet mehr Sicherheit, aber auch mehr Ertragsmöglichkeiten gegenüber dem bisherigen SNB-Portfolio. Trotzdem will die SNB laut Sprecher Meier vorerst mit Bedacht in Südkoreanische Anleihen einsteigen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.02.2012, 17:06 Uhr
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48 Kommentare
Die SNB hat alle ihre Euros und Dollars "auf Pump" gekauft. Die Schulden der Nationalbank sind Staatsschulden und sind bereits jetzt höher als die Schulden von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen. Will jetzt die SNB noch mehr Schulden machen, um koreanische Staatsanleihen zu kaufen? Muss die SNB der Schweizer Wirtschaft helfen oder der koreanischen? Antworten
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