Euro fällt auf Rekordtief

Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 25.08.2010

Am Mittwochmorgen kurz vor 7.30 Uhr fiel der Euro gegenüber dem Schweizer Franken auf sein bisher tiefstes Niveau. Das hat auch mit Ängsten der Anleger zu tun.

Um 7.28 Uhr kostete der Euro auf dem Interbankenmarkt gerade noch 1.2982. Damit erreichte die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Schweizer Franken ihren tiefsten Wert. Danach hat sich der Eurokurs wieder über 1.30 Franken erholt. Die Kursentwicklung steht auf dem Hintergrund der weltweit stattfindenden Flucht in sichere Werte. Auch der Goldpreis hat in jüngster Zeit wieder deutlich zugelegt. Wie Gold gilt auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

Grund für die Ängste auf den Märkten ist einerseits die immer stärker keimende Sorge um die Konjunkturlage in den USA. Doch auch aus Europa mehren sich die Signale, die auf eine Abschwächung im zweiten Halbjahr hindeuten.

Die Rolle der Nationalbank

Der Aufwärtstrieb des Frankens erklärt sich aber aus den jüngsten Verlautbarungen der Schweizerischen Nationalbank. Sie hat erklärt, nicht mehr auf den Devisenmärkten intervenieren zu wollen. Für ihre bisherigen Eurokäufe zur Schwächung des Frankens ist sie bereits kritisiert worden, weil dadurch ihre Reserven in der Gemeinschaftswährung dramatisch angestiegen sind.

Dass durch weitere Eurokäufe auch die Geldmenge in Schweizer Franken steigen würde, passt der SNB auch deshalb nicht, weil sie schon bei der aktuellen Geldpolitik mittelfristig Inflationsgefahren ortet. Ihr gesetztlicher Auftrag besteht einzig darin, die Preisstabilität aufrecht zu erhalten.

Bei einem weiteren Aufwärtstrend des Frankens sind Interventionen der SNB dennoch nicht ganz ausgeschlossen. Die Nationalbank könnte das damit begründen, dass der teurere Franken die Importe verbilligt, was den Inflationsdruck vermindert. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 25.08.2010, 09:02 Uhr

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