Franken massiv überbewertet

Aktualisiert am 23.07.2010

Seit Jahren stellt der «Economist» den Big-Mac-Index zusammen. Die neuste Ausgabe zeigt, dass vor allem europäische Währungen viel zu teuer sind. Ganz speziell der Franken.

Über- und Unterbewertungen von ausgewählten Währungen der Welt

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Quelle: Economist


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Europäische Währungen viel zu teuer: Franken, Euro. (Bild: Keystone )

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Wer billige Big Macs sucht, muss noch immer nach Asien reisen. In China kostet der Burger umgerechnet 1.95 Dollar, in den USA dagegen muss man 3.73 Dollar bezahlen. Das entspricht einem theoretischen Wechselkurs von 3.54 Yuan pro Dollar. In Tat und Wahrheit liegt er aber derzeit bei 6.78 Yuan. Die chinesische Währung ist also 48 Prozent unterbewertet, schliesst der «Economist». Jedes Jahr veröffentlicht das renommierte britische Wirtschaftsmagazin seinen Big-Mac-Index, der Über- und Unterbewertungen von Währungen zeigen soll. Das Devisenbarometer ist inzwischen weltbekannt und wird auch von Ökonomen verwendet.

Der Big-Max-Index zeigt per 21. Juli für die Schweizer Landeswährung eine rekordverdächtige Überbewertung. Geht es nach dem «Economist», ist der Franken gegenüber dem Dollar 66 Prozent überbewertet. Das liegt daran, dass er im Zuge der Krise wieder seine klassische Rolle als sicherer Hafen der Investoren angenommen hat. Sie investierten mehr in Franken, weil sie die hiesige Währung und Wirtschaft für stabiler und vertrauenswürdiger halten. Die Schweizerische Nationalbank hat das zwar zu verhindern versucht, um die Exporte nicht zu verteuern. Bislang allerdings mit nur mässigem Erfolg.

Vor allem für gleichartige Länder

Der Index ist allerdings kein Instrument der exakten Wissenschaft. Er basiert auf der Theorie der Kaufkraftparität. Sie besagt, dass sich perfekt funktionierende Wechselkurse so entwickeln sollten, dass identische Güter überall auf der Welt gleich teuer sind. Der Big Mac ist global in 120 Ländern verfügbar und überall gleich: zwei Brötchen, eine Scheibe Fleisch, Salat, Sauce und Tomaten. Der «Economist» führt den Index seit 1986. Er selbst sagt, man müsse ihn auch mit etwas Augenzwinkern betrachten. Denn selbstverständlich hätten lokale Produktionsbedingungen einen Einfluss auf dessen Preis. Am besten vergleichen liessen sich deshalb die Werte zwischen ähnlich entwickelten Ländern.

Erstellt: 23.07.2010, 10:56 Uhr

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