Griechenland braucht mehr als zehn Milliarden Euro

Die Griechen werden auch nach 2015 noch finanzielle Unterstützung brauchen, sagt ein Experte. Die Hilfe werde weit über die vom IWF geschätzten zehn Milliarden Euro hinausgehen.

Erinnert an glanzvollere Zeiten: Der Parthenon während einer Zeremonie zu den Olympischen Spielen in Sotschi. (4. Oktober 2013)

Erinnert an glanzvollere Zeiten: Der Parthenon während einer Zeremonie zu den Olympischen Spielen in Sotschi. (4. Oktober 2013) Bild: AFP

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das von der Pleite bedrohte Griechenland benötigt nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) weit mehr als 10 Milliarden Euro zusätzliche Hilfen in den nächsten Jahren.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagte der deutschen «Bild»-Zeitung (Print, Artikel online nicht verfügbar): «Es steht ausser Frage, dass Griechenland 2014 ein weiteres Hilfspaket braucht. Die Griechen werden auch nach 2015 noch Hilfen benötigen, die deutlich über die bisher vom IWF geschätzten zehn Milliarden Euro hinausgehen.»

200 Milliarden Euro für Griechenland

Fratzscher sagte weiter, die genaue Höhe des nächsten Hilfspakets werde sich danach richten, wie die Umschuldung gestaltet wird oder ob es einen Schuldenschnitt gibt. Die deutsche Regierung will sich bislang nicht zum Finanzbedarf Griechenlands ab 2014 äussern.

Das überschuldete Griechenland wird seit dem Jahr 2010 mit Notkrediten der Europartner und des IWF vor der Pleite bewahrt. Insgesamt flossen bislang Hilfen von mehr als 200 Milliarden Euro. Das im Gegenzug verlangte harte Sparprogramm führte zu einer erheblichen Verschärfung der Wirtschaftskrise. (kle/sda)

(Erstellt: 06.10.2013, 13:57 Uhr)

Artikel zum Thema

Der Exodus griechischer Grossfirmen

Never Mind the Markets Blog: Never Mind the Markets Vor einem Jahr entschloss sich Coca-Cola, Hellenic Griechenland zu verlassen. Warum nun trotz der scheinbaren Fortschritte weitere Grossfirmen nachziehen und wie die Behörden alles nur verschlimmern. Zum Blog

«Die Griechen sind nicht plötzlich zu Faschisten geworden»

Interview Die Verhaftung der Führungsspitze der rechtsextremen Goldenen Morgenröte reiche bei weitem nicht, sagt Griechenland-Kenner Ferry Batzoglou. Die Krisenpolitik habe versagt – und die EU stehe in der Pflicht. Mehr...

Griechenlands Staatsmitarbeiter treten in 48-Stunden-Streik

Griechenland will 15'000 Stellen im Öffentlichen Dienst abbauen. Nun legen die Staatsbediensteten während 48 Stunden ihre Arbeit nieder. Im öffentlichen Verkehr könnte dies zu erheblichen Problemen führen. Mehr...

Werbung

Kommentare

Die Welt in Bildern

Zum Schutz der Alpen: Eine Frau mit einem roten Ballon steht in der Naehe des Nordportals des Gotthard-Basistunnels anlaesslich der Aktion der Alpen-Initiative 'Weil wir die Alpen lieben'. (8. Dezember 2016)
(Bild: Alexandra Wey) Mehr...