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Griechenland-Krise lässt Schweizer Touristen kalt
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Die Griechenland-Krise schreckt Schweizer Touristen nicht ab. Trotz Generalstreiks und Fernsehbildern von Ausschreitungen bei Demonstrationen gegen die Regierung wollen sie sich ihre Sommerferien nicht vermiesen lassen. Es wird gebucht, als ob nichts wäre.
«Wir stellen keine Veränderung beim Buchungsverhalten fest», sagt Peter Brun, Sprecher des grössten Schweizer Reisekonzerns Kuoni. «Die Leute können abstrahieren: Sie verbringen ihre Ferien auf den griechischen Inseln, während sich die politischen Auseinandersetzungen auf dem Festland in Athen abspielen.»
Die Touristen, die mit Direktflügen auf die Inseln reisten, seien von allfälligen Demonstrationen oder Unruhen nicht betroffen, sagt Brun. An den Feriendestinationen funktioniere die Infrastruktur - insbesondere die Flughäfen und die Hotels. Die Saison beginne wie gewohnt im April.
Reiselust kehrt zurück
Beim Konkurrenten M-Travel Switzerland, zu dem unter anderem Hotelplan gehört, tönt es gleich: Die Griechenland-Krise habe keinen Einfluss auf die Buchungen. Griechenland gehöre sogar zu den beliebtesten Destinationen, sagt Konzernsprecherin Prisca Huguenin- dit-Lenoir. Weniger gut gebucht seien Spanien, Italien und Tunesien.
Von einer Zurückhaltung gegenüber der Destination Griechenland spürt auch TUI Suisse nichts: Die Buchungen liegen leicht über dem Vorjahr - für Griechenland wie für andere Destinationen, wie Sprecher Roland Schmid sagt: «Die Reiselust kehrt wieder zurück.»
Für Probleme gewappnet
Kuoni-Sprecher Brun räumt ein, dass im Fall von Generalstreiks im Sommer auch Flughäfen oder Fähren betroffen sein könnten. Das sei nicht auszuschliessen. Die Behörden auf den Ferieninseln hätten aber ein grosses Interesse daran, dass die zumeist kleinen Flughäfen normal funktionierten.
Sollte es dennoch Probleme geben, hätten die Reiseanbieter eine Krisenorganisation im Hintergrund, um beispielsweise Umbuchungen vorzunehmen oder Extraflüge zu organisieren. Das gehört inzwischen zum normalen Geschäft der Reiseveranstalter, wie es bei allen befragten Anbietern übereinstimmend heisst.
Schwacher Euro verbilligt die Ferien
Die Schweizer Touristen profitieren bei ihren Reisen in Euro- Länder auch vom starken Franken. Die Ausgaben am Ort - etwa für Essen, Ausflüge oder Sonnenschirm-Miete - kommen günstiger zu stehen.
Auf die Hotelpreise hat der schwächelnde Euro aber kaum Einfluss. Die Reise-Anbieter hätten ihre Kontingente bereits eingekauft, sagt Kuoni-Sprecher Brun. Sollte es indes - wie im letzten Jahr - zu einem abrupten Nachfrage-Einbruch kommen, könnten allenfalls in Nachverhandlungen mit den Hotels tiefere Preise erwirkt werden.
Teilweise ausgebucht
Danach sehe es derzeit aber nicht aus, sagt Brun. Die Nachfrage sei vorhanden. Hinzu komme, dass die Kapazitäten als Folge der Weltwirtschaftskrise insgesamt reduziert worden seien. Spät-Bucher müssten sich daher bewusst sein, dass einzelne Destinationen auch ausgebucht sein könnten.
Als Folge der Weltwirtschaftskrise seien die Preise im Tourismus insgesamt aber gefallen, sagt Prisca Huguenin-dit-Lenoir, Sprecherin von M-Travel Switzerland. Je nach Destination sind die Ferien diesen Sommer zwischen 5 und 15 Prozent billiger als im vergangenen Jahr.
Ein Fünftel des Volkseinkommens
Griechenland dürfte froh sein um die Touristen. Im Kampf gegen den Staatsbankrott ist Griechenland dringend auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Mindestens eine Million Arbeitsplätze hängen vom Fremdenverkehr ab. Die Branche erwirtschaftet fast einen Fünftel des Bruttoinlandprodukts.
(oku/sda/)
Erstellt: 16.03.2010, 14:26 Uhr



