In Bern kostet allein das Heranwinken sechs Franken

Aktualisiert am 28.03.2012 62 Kommentare

In der Schweiz ist Taxifahren viel teurer als im Ausland. Wie gross der Unterschied wirklich ist, zeigt eine neue Studie, die 128 Städte in der Schweiz, Deutschland und Österreich unter die Lupe nahm.


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Unter Schweizer Flagge fährt es sich mit Abstand am teuersten: Berner Taxi während der Fussball EM im Jahr 2008. (Bild: Keystone )

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Es ist ein bekanntes Leid, an das sich die meisten schon gewöhnt haben: Die hohen Taxipreise in der Schweiz. Ein Blick über die Grenze zeigt deutlich, dass hierzulande eine Taxifahrt viel teurer ist als im benachbarten Deutschland oder Österreich. Ein aktueller Ländervergleich des Reisedienstes Ab-in-den-urlaub.de nahm die Taxipreise in 128 verschiedenen Städten unter die Lupe.

Das Onlineportal stellte fest, dass in einzelnen Schweizer Städten die Preise fast doppelt so hoch sind wie der Durchschnittspreis. Kleine Überraschung: Am teuersten ist der Dienst nicht etwa in den Hochpreisinseln Zürich oder Genf, sondern in Basel. In der Grenzstadt kostet eine 5-minütige Fahrt mit einem Stauunterbruch von fünf Minuten im Durchschnitt stolze 28.42 Franken. Dahinter folgt Bern mit 28.28 Franken (siehe Balkengrafik).

Das günstigste Taxi gibt es im deutschen Suhl

Das günstigste Taxi im deutschsprachigen Raum findet der Kunde in der 38'000-Seelen-Stadt Suhl im deutschen Freistaat Thüringen: 8.74 Franken oder umgerechnet läppische 7.25 Euro kostet der Service für eine 5-Kilometer-Strecke. Um in den Genuss einer Low-Budget-Fahrt zu kommen, muss man jedoch nicht zwingend in das Hinterland einer deutschen Provinzstadt reisen. Selbst in den grossen Metropolen zeigt sich das krasse Ungleichgewicht zur Schweiz: In Berlin bezahlt der Kunde 14.30 Franken und in München 14.59 Franken. Auch Österreich kann mit diesen Tiefpreisen mithalten. In der Millionenmetropole Wien kostet der Transport lediglich 11.46 Franken.

Solche Duchschnittspreise verhalten sich natürlich immer relativ und es müssen noch verschiedene Faktoren miteingerechnet werden, wie beispielsweise die Möglichkeit eines Verkehrsstaus – der Traum eines jeden Taxifahrers, der Albtraum eines jeden Kunden. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Reisende in einer Grossstadt wie Berlin verkehrstechnisch blockiert werden, vermutlich grösser, als in einer x-beliebigen Schweizer Provinzstadt.

Wenn das Taxameter unaufhörlich weitertickt...

Das Portal Ab-in-den-urlaub.de hat in seiner Studie folgende Parameter miteinberechnet: den Grundpreis, den Standardtarif je Kilometer und die Kosten bei 20 Minuten Wartezeit (z. B. Stau). Basis der Erhebung bildeten Angaben der Taxiunternehmen und die lokalen oder regionalen Taxitarif-Verordnungen. Anhand einer Beispielrechnung wurden noch die Kosten für eine Fünfkilometerfahrt mit einer fünfminütigen Stauunterbrechung erhoben.

Doch in fast jedem Punkt zeigt sich: Wer in der Schweiz ein Taxi nimmt, blecht am meisten. So kostet in Bern alleine das Heranwinken (Grundpreis) eines Taxis durchschnittlich 6.61 Franken, in Zürich immer noch 5.96 Franken, in Wien jedoch nur 3.08 Franken. Wenn ein Taxi im Stau stecken bleibt und das Taxameter unaufhörlich weitertickt, kann dies auch in ausländischen Destinationen teuer werden – dabei muss es sich beim Gefährt nicht um einen Rolls-Royce oder Maybach handeln. 20 Minuten Wartezeit schlagen etwa in der niedersächsischen Tiefebene mit durchschnittlich 15.75 Franken zu Buche. In Zürich sind es «nur» 11.50 Franken. Doch dies dürfte ein wahrlich kleiner Trost sein für die ansonsten geschröpften Schweizer Taxikunden. (mrs)

Erstellt: 28.03.2012, 15:32 Uhr

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62 Kommentare

Peter Kaegi

28.03.2012, 15:42 Uhr
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Das ist normal, dass ein Berner-Taxi schon für das Heranwinken 6 Fr. kassiert, denn bis er endlich schaltet, hat er mindestens 3 Liter verfahren. Antworten


Tim Weser

28.03.2012, 15:53 Uhr
Melden 91 Empfehlung 0

Die teuren Städe sollten sich ein Beispiel an Singapur nehmen. Obwohl eine recht teure Stadt mit sehr hohem Standard, ist dort das Taxifahren quasi spottbillig und gilt auch als ÖV. Das sorgt dafür, dass kein Taxi irgendwo minuten- oder gar stundenlang auf Kundschaft warten muss - im Gegenteil. Wäre doch ein Option - die niedrigeren Preise werden durch deutlich mehr Fahrten locker kompensiert. Antworten



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