Wirtschaft

Investoren misstrauen Griechenland mehr als Syrien

Aktualisiert am 29.10.2012 13 Kommentare

Finanzchefs rund um den Planeten haben kein Vertrauen mehr in Griechenland. Das Risiko, dort Geld zu verlieren, schätzen Investoren höher ein als in Syrien. Lediglich zwei Länder werden als noch riskanter angesehen.

Ein Land aus den Fugen: Krawalle auf der Insel Kreta. (28. Oktober 2012)

Ein Land aus den Fugen: Krawalle auf der Insel Kreta. (28. Oktober 2012)
Bild: Keystone

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Die Schuldenkrise in Europa lässt Investoren vor einem Engagement in Ländern wie Griechenland oder Spanien zurückschrecken. Wie aus einer jährlichen Umfrage des internationalen Wirtschaftsprüfungsnetzwerks BDO unter Finanzvorständen mittelgrosser Unternehmen hervorgeht, gilt Griechenland als riskanterer Ort für Investitionen als das Bürgerkriegsland Syrien. Lediglich der Iran und der Irak werden als noch riskanter angesehen als Griechenland.

Finanzvorstände «sind zunehmend auf der Hut vor Südeuropa, von dem sie Teile als ebenso risikobehaftet wie die politisch instabilen Länder des Nahen Ostens sehen», erklärte BDO-Chef Martin van Roekel. Zu den zehn Ländern mit dem höchsten Risiko für Investitionen zählt laut Umfrage auf Platz sieben auch Spanien. Sowohl Griechenland als auch Spanien werben intensiv um das Vertrauen von Privatinvestoren, um den Rückgang von Aufträgen der öffentlichen Hand zu kompensieren.

China bleibt attraktiv

Andere Staaten haben weniger Probleme, Investoren zu überzeugen. China gilt demnach trotz zuletzt schwächelnder Konjunktur als attraktivster Wirtschaftsstandort, gefolgt von den USA. Auch Brasilien, Indien, Deutschland und Grossbritannien schafften es unter die ersten zehn.

Insgesamt halten es die Befragten für zunehmend schwierig, im Ausland Geschäfte zu machen. Als Gründe werden die weltweit unsichere Wirtschaftslage, schärfere Regulierungen und grösserer Wettbewerb genannt. Van Roekel sagte, er sei überrascht, dass die hohe Schuldenlast von Staaten ausserhalb Europas, insbesondere Japans und der USA, nicht häufiger als Grund zur Sorge genannt worden sei.

Befragt wurden 1000 Finanzvorstände mittelgrosser Unternehmen, die Investitionen im Ausland planen. (bru/dapd)

Erstellt: 29.10.2012, 10:43 Uhr

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13 Kommentare

Christian Buster

29.10.2012, 11:46 Uhr
Melden 42 Empfehlung 4

Was will uns dieser Bericht damit sagen? Griechenland fallen lassen, das hätte man schon von Jahren machen können, den die Pleite war damals absehbar gewesen sagen Insider in Brüssel.
Die Europäische Union hatt total versagt.
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Hans Brunner

29.10.2012, 12:00 Uhr
Melden 27 Empfehlung 11

Ist das verwunderlich? Höchste Politiker haben jedes Jahr auf neue gefälschte Statistiken verbreitet ... und sind weiterhin im Amt. Ein überbordender Staatsapparat erteilt oder verweigert willkürlich Genehmigungen. Ohne Fakelaki ist nichts zu erreichen.
Sogar Staatsverträge und Versprechen an ausländische Politiker werden nach Belieben gebrochen. Wie sollen Investoren da Vertrauen haben?
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