Wirtschaft
Italien stellt sich vor seine Firmen
Aktualisiert am 20.08.2012 17 Kommentare
Bildstrecke
Artikel zum Thema
- Italiens Wirtschaft schrumpft auch im zweiten Quartal
- Italiens Zentralbankchef erwartet auch für 2013 Rezession
- Die Schmach des Hilfsantrags
- Proteste in Italien gegen mögliche Schliessung von Stahlwerk
Teilen und kommentieren
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Italien steckt in der Rezession, die Schuldenkrise trifft die drittgrösste Euro-Volkswirtschaft hart. Das geht auch an den Unternehmen nicht spurlos vorbei. Teure Kredite, dünne Kapitaldecke, niedrige Aktienkurse – das macht viele Firmen zu potenziellen Übernahmekandidaten.
Zuletzt hat China sich Stücke des Kuchens gesichert. Doch die Regierung in Rom will nicht tatenlos zusehen, schon gar nicht, wenn es um die «Schmuckstücke» des Landes geht.
In italienischen Medien ist in diesen Tagen immer wieder von einer möglichen Übernahmewelle wegen der Krise die Rede. «Outlet Italia» lautete beispielsweise jüngst die Überschrift im Mailänder «Corriere della Sera». Und weiter hiess es: «Italien im Schlussverkauf, Italien als Beute».
Dahinter steckt die Angst, finanzstarke Investoren könnten die tiefe Krise des Landes ausnutzen und sich die Rosinen der italienischen Wirtschaft herauspicken.
Besondere Rechte für die Regierung
Soweit ist es zwar noch nicht. Aber die Regierung von Mario Monti bereitet sich vor: So hat der Ministerpräsident seinem Kabinett bereits einen Vorschlag zum Schutz strategisch bedeutsamer Unternehmen vorgelegt.
Damit sind wohl vor allem Schwergewichte wie der Rüstungskonzern Finmeccanica mit seinen hoch spezialisierten Tochtergesellschaften gemeint. Aber auch der strategisch nicht minder wichtige Schiffbauer Fincantieri, der nicht nur für Luxusliner steht, sondern auch in der Rüstungsbranche aktiv ist.
Im Kern geht es bei dem Plan darum, der Regierung besondere Rechte im Fall von Beteiligungen oder Übernahmen einzuräumen, um im Zweifel das letzte Wort zu haben und möglicherweise Bedingungen festzulegen.
Idee wäre «eine Revolution»
Das Besondere daran: Es geht bei den Überlegungen wohl nicht allein um Unternehmen mit Staatsbeteiligung, sondern auch um private. So soll das Kabinett künftig die Möglichkeit haben, bei einem drohenden «schweren Schaden» für die Interessen der Verteidigung oder der nationalen Sicherheit zu intervenieren.
Gesetzeskraft hat diese Idee noch nicht, aber der Vorschlag liegt offiziell auf dem Tisch. Sie wäre eine «Revolution», wie auch der «Corriere» festhält. (rbi/sda)
Erstellt: 20.08.2012, 18:02 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
17 Kommentare
Auch die Schweiz wird immer mehr von den Asiaten übernommen. Eigentlich bin ich ja ein liberaler Mensch und habe auch nichts gegen die PFZ. Aber diese Kultur ist uns völlig entgegengesetzt. Vielleicht sollte man die WTO Verträge überdenken. Ich möchte nicht mehr dass auf allem was ich kaufe Made in China/Japan steht oder zumindest drin ist. Vor allem auch nach Fukushima.. Antworten
Italien ist ein ehemaliger Kolonialstaat (und Rechtsnachfolger des untergegangenen römischen Imperiums - da haben wir germanischen Völker noch eine uralte, koloniale Rechnung offen), insofern hätte ich keine Probleme damit, wenn sie ihre eigene "Medizin" schlucken müssten. Die Ägypter und Griechen haben sich jedenfalls schon sauber zerlegt. Imperien + Kolonien erzeugen "karmische" Schuld. Antworten
Wirtschaft
Flugpreise vergleichen
Vergleichen Sie die Flugpreise von verschiedenen Reiseanbietern und finden Sie das beste Angebot.


Bitte warten























