Langzeitarbeitslosigkeit nimmt stark zu

Die Schweiz bekommt zunehmend Mühe, Menschen, die länger ohne Job sind, wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Langzeitarbeitslosigkeit nimmt zu: Ein Arbeitsloser studiert die Stellenanzeigen im Hauptbahnhof in Zürich. (Archivbild)

Langzeitarbeitslosigkeit nimmt zu: Ein Arbeitsloser studiert die Stellenanzeigen im Hauptbahnhof in Zürich. (Archivbild) Bild: Keystone

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Insgesamt waren zwischen Juli und September 82'000 Personen seit einem Jahr oder länger ohne Arbeit. Gegenüber den 67'000 Langzeitarbeitslosen im dritten Quartal 2013 entspricht dies einer Zunahme von 22,4 Prozent.

Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte, stieg der Anteil der Erwerbslosen, die seit längerem ohne Job dastehen, von 30,9 auf 35,8 Prozent an. Auch die Dauer der Erwerbslosigkeit nahm zu: Der Medianwert vergrösserte sich von 198 auf 236 Tage.

Schwierige Arbeitssuche für Jugendliche

Bereits seit längerem überdurchschnittlich von der Erwerbslosigkeit betroffen sind die Jugendlichen. Die Erwerbslosenquote in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen stieg gemäss der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zwischen dem dritten Quartal 2013 und dem dritten Quartal 2014 von 10,4 auf 11,0 Prozent an.

Verglichen mit der Situation im EU-Raum stehen die jungen Arbeitskräfte in der Schweiz aber noch gut da: In den EU-Ländern ist mehr als jeder fünfte Jugendliche (21,1 Prozent) ohne Arbeit. Jedoch nimmt die Jugenderwerbslosigkeit in den EU-28-Staaten kontinuierlich ab.

Bei den 50- bis 64-Jährigen ist die Erwerbslosenquote im Drittquartalsvergleich von 2,6 auf 3,4 Prozent angestiegen, bei den 25- bis 49-Jährigen sank dieser Wert leicht von 4,5 auf 4,4 Prozent.

Insgesamt leichte Zunahme

Des Weiteren fällt auf, dass die Quote bei den Männern stabil blieb, während sie bei den Frauen zugenommen hat. Gegenteilig ist die Entwicklung von in- und ausländischen Personen: Bei den Schweizerinnen und Schweizern gab es im dritten Quartal 2014 im Vorjahresvergleich mehr Arbeitslose, bei den ausländischen Personen nahm die Quote ab.

Jedoch sind ausländische Arbeitskräfte mit 7,6 Prozent immer noch deutlich öfter erwerbslos als ihre Schweizer Kollegen (3,9 Prozent). Werden alle Altersgruppen und Merkmale zusammengefasst, hat die Zahl der Erwerbslosen in der Schweiz leicht zugenommen. Die Erwerbslosenquote stieg innert Jahresfrist um 0,1 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent.

Damit waren insgesamt 230'000 Personen erwerbslos. Das sind 12'000 mehr als im Vorjahresquartal. Damit entwickelte sich die Quote entgegen dem Trend in der Europäischen Union (EU-28), wo die Erwerbslosenquote im gleichen Zeitraum von 10,5 auf 9,8 Prozent gesunken ist.

Auch mehr Erwerbstätige

Gemäss der vierteljährlich publizierten Arbeitskräfteerhebung stieg auch die Zahl der Erwerbstätigen an. Insgesamt gingen in der Schweiz zwischen Juli und September 4,925 Millionen Menschen einer Erwerbstätigkeit nach. Dies entspricht einem Plus von 1,7 Prozent.

Dabei haben die ausländischen Arbeitskräfte deutlich stärker zugelegt als jene mit Schweizer Pass. Die Zahl der ausländischen Erwerbsbevölkerung stieg um 3,9 Prozent auf 1,492 Millionen, während die Schweizer Erwerbstätigen lediglich ein Plus von 0,7 Prozent auf 3,432 Millionen verzeichneten.

Die Teilzeitarbeit steht weiter im Trend: 1,614 Millionen Menschen arbeiteten in der Untersuchungsperiode weniger als 90 Prozent – ein Plus von 82'000 Personen im Vergleich zum dritten Quartal 2013. Darunter fanden sich auch leicht mehr Unterbeschäftigte, also Menschen, die mehr arbeiten möchten. (rar/sda)

Erstellt: 13.11.2014, 12:08 Uhr

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