Monti verärgert die Spanier

Aktualisiert am 25.03.2012 16 Kommentare

In der Krise stehen die Zeichen auf Entspannung. Experten zeigen sich bei Griechenland und Portugal optimistisch. Sorgenfalten bleiben beim Blick auf Spanien. Italiens Premier sagte dies öffentlich – und kassierte Kritik.

Sorgte für Verstimmung zwischen Rom und Madrid: Der italienische Regierungschef Mario Monti in Rom.

Sorgte für Verstimmung zwischen Rom und Madrid: Der italienische Regierungschef Mario Monti in Rom.
Bild: Keystone

Konservative laut Prognosen auf Siegeskurs in Andalusien

Die konservative Volkspartei (PP) des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hat nach ersten Prognosen die Regionalwahl in Andalusien gewonnen. Aber möglicherweise verfehlte die Partei die absolute Mehrheit knapp.

Wie der Fernsehsender Canal Sur am Sonntag berichtete, errang die PP nach einer Wählerbefragung 52 bis 55 der 109 Sitze im Parlament der südspanischen Region.

Die Sozialisten (PSOE), die die bevölkerungsstärkste Region Spaniens seit 30 Jahren regieren, kamen auf 45 bis 48 Mandate. Die Vereinte Linke (IU) gewann 8 bis 10 Sitze.

Die Wahl war der erste Test für Rajoy, der im November 2011 mit der PP in Spanien einen überwältigenden Sieg errungen hatte. In Asturien in Nordspanien wurde am Sonntag ebenfalls ein neues Regionalparlament gewählt. (sda)

Dossiers

Artikel zum Thema

Stichworte

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Wackelkandidaten in der Euro-Schuldenkrise, Griechenland und Portugal, machen nach Einschätzung von Experten inzwischen Fortschritte. Mit Skepsis wird aber die Entwicklung in Spanien gesehen. Italiens Regierungschef Mario Monti sorgte am Wochenende gar für Verstimmung zwischen Rom und Madrid, als er seine Sorgen öffentlich äusserte.

«Die Regierung in Madrid hat zwar eine weitreichende Reform des Arbeitsmarkts vorgenommen, aber die Staatsfinanzen ausser Acht gelassen», sagte Monti auf einer Tagung in Cernobbio in Norditalien. Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen stiegen wieder an. Es bestehe die Gefahr, dass diese Tendenz auf andere Länder wie Italien übergreifen könne. «Es wäre äusserst bedauerlich, wenn wir dadurch um Monate zurückgeworfen würden.»

«Nicht angebracht»

Die spanische Regierung bezeichnete Montis Äusserungen als «nicht angebracht». Madrid verlangte nach Medienberichten vom Sonntag von Italien eine Richtigstellung. Daraufhin betonte die italienische Regierungssprecherin Elisabetta Olivi in einer Erklärung, Rom habe «volles Vertrauen» in die Entschlossenheit Madrids, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen.

Madrid hat 2011 sein Defizitziel weit verfehlt und wird auch die ursprünglich für dieses Jahr geplante Marke nicht erreichen. Das Land muss also eisern sparen, der konservative spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat sein Sparprogramm aber noch nicht vorgelegt. Dies soll am Freitag mit der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2012 geschehen.

Lob für Athen

Lob gibt es hingegen für Athen. Der Chef der EU-Task-Force für Griechenland, Horst Reichenbach, sieht das Land auf einem guten Weg. «Ich bin so optimistisch wie nie zuvor», sagte der EU-Beamte der «Passauer Neuen Presse» (Samstag). Verbesserungen gebe es zum Beispiel beim Thema Rentenbetrug. Die Ausgabenkontrolle habe sich entscheidend verbessert. Zudem hofft Reichenbach, in diesem Jahr zwei Milliarden Euro Steueraussenstände eintreiben zu können.

Auch Portugal bekommt gute Zwischennoten ausgestellt und kann laut «Welt am Sonntag» mit der Auszahlung der nächsten Tranche aus dem laufenden Rettungsprogramm rechnen. Die sogenannte Troika aus EU- Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) empfehle in ihrem aktuellen Kontrollbericht die Freigabe der knapp 15 Milliarden Euro, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das ihr vorliegende Papier.

Keine eitel Sonnenschein

In dem Bericht wird Portugal demnach eine grosse Kraftanstrengung bescheinigt: «Die finanzpolitische Anpassung im Zeitraum 2011-2012 ist in jeder Hinsicht beachtlich.» Die Delegation habe «keine Anzeichen für eine Reformmüdigkeit» feststellen können. Allerdings warnen die Experten auch vor erheblichen Risiken, vor allem wegen der schlechten Wirtschaftslage. Insbesondere der Anstieg der Arbeitslosigkeit setze den «Haushaltsvollzug allmählich unter Druck».

Auch in Griechenland herrscht nicht eitel Sonnenschein. Task- Force-Chef Reichenbach sieht grosse Probleme im Finanzsektor. «Die Finanzprobleme der griechischen Banken stellen eine grosse Schwierigkeit dar. Die Banken müssen jetzt rekapitalisiert werden, damit die Wirtschaft sich entwickeln kann», forderte er. Wichtig sei auch, dass bis zum Herbst eine glaubwürdige Anti- Korruptionsstrategie vorliege. Dieser Bereich mache ihm nach (wid/sda)

Erstellt: 25.03.2012, 21:02 Uhr

16

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.

16 Kommentare

Linus Huber

25.03.2012, 21:28 Uhr
Melden 74 Empfehlung 0

Banken muss man nicht rekapitalisieren sondern schliessen. Dann ginge es der Wirtschaft bald wieder besser. Antworten


Andres Müller

25.03.2012, 21:48 Uhr
Melden 14 Empfehlung 0

Welche Fortschritte soll Italien gemacht haben? Das Taget-2 Saldo Italiens stieg seit Juli 2011 um 200 Milliarden Euro! Innerhalb nicht einmal einem Jahr steht Italiens Notenbank tief in den negativen Zahlen.Auftragseingang Industrie Januar 2012 mit -7,4% zum Vormonat und zum Vorjahresmonat -5,4%. Auf welcher Grundlage fusst die Meinung dieser Experten? Antworten



Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Kino

BaZ Tennis

Tickets zu gewinnen

Agenda

Wirtschaft

Umfrage

Wie viel Lohn erhält Ihre Putzkraft (brutto pro Stunde)?