Wirtschaft
Platzt jetzt die Goldblase?
Aktualisiert am 16.12.2009 15 Kommentare
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Gold hat in den letzten Monaten rasant an Wert zugelegt. Aus Angst vor einem Zerfall des Dollars und einem Anstieg der Inflation investierten die Anleger wie wild in das Edelmetall. Der Preis legte seit Jahresbeginn um 40 Prozent zu. Das Rekordhoch wurde Anfang des Monats mit 1226,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) erreicht.
Heute kostet die Feinunze noch 1134.85 Dollar – rund 91 Dollar weniger als noch Anfang Dezember. Ist die Rallye des Edelmetalls am Ende nur eine Blase?
Douglas Kass, Partner bei Seabreeze Partners, spricht gegenüber dem Anlegermagazin «Barron's» von einer Goldblase. «Gold ist momentan der Herden-Trade schlechthin», sagt der 60-Jährige. «Es sieht so aus, als ob die Geschichte an Glanz verloren hat. Wie bei Alice im Wunderland scheinen die Händler ihre roten Schuhe in die Hand zu nehmen und den Trade aufzugeben», sagt Kass.
Eher deflationäre als inflationäre Tendenzen
Auch Tim Bond, Leiter Vermögensanlage bei Barclays Capital, spricht in der «Financial Times Deutschland» von einer Goldblase. Die Rohstoffanalysten von Barclays Capital sehen den Goldpreis Ende des ersten Quartals 2010 bei 1070 Dollar, zum Jahresende 2010 bei 1040 Dollar.
Und der Professor Nouriel Roubini (Dr. Doom) schreibt in einem neuen Bericht mit dem Titel «The new bubble in the barbaric relic that is gold»: «Der Goldpreis sollte nur dann zulegen, wenn Papierwährungen aufgrund von Inflation an Wert verlieren.» Momentan aber gebe es in der Weltwirtschaft eher deflationäre als inflationäre Tendenzen.
Vieles hängt vom Dollar ab
Im Hinblick auf die Entwicklung des Goldpreises beschäftigten sich die Experten gemäss «Financial Times Deutschland» vor allem mit dem Dollar. Nachdem der Greenback von März bis November massiv an Wert einbüsste, rechnen viele Analysten für das kommende Jahr mit einem stärkeren Dollar. Das wäre negativ für Gold und auch für Silber.
Heute Abend könnte es für das Gold weiter schwierig werden. Die US-Notenbank Fed gibt um 20.15 Uhr ein Statement ab. Andeutungen über anstehende Zinserhöhungen könnten dem Dollar weiter nach oben verhelfen und das gelbe Edelmetall belasten.
Die chinesische Vize-Zentralbank-Chefin Hu Xiaolian hat bereits vor zwei Wochen vor der Entstehung einer Goldblase gewarnt. «Wir müssen die Langzeitauswirkungen im Auge behalten, wenn wir uns Gedanken über die Anlagen unserer Geldreserven machen», so die Zentralbankerin. Auf die Frage, ob China seinen Goldanteil bei seinen Fremdwährungsbeständen erhöhe, meinte sie dazu: «Wir müssen auf der Hut vor Blasenbildungen in einigen Anlageklassen sein und besonders vorsichtig in diesen Sektoren agieren». (bru)
Erstellt: 16.12.2009, 16:09 Uhr
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15 Kommentare
Als vor ein paar Jahren die Politik und die stud. Analysten beim Gold von einem Relikt sprachen, war der Preis ca. 270$ pro Unze, der $ aber einiges höher als heute. Also beschloss man, das Gold zu verkaufen und in Währungen zu tauschen. Der Mensch lernt einfach nichts von der Geschichte. Die nächste Blase, die platzt, sind die Staatsobligationen. Aber das darf man natürlich nicht sagen.... Antworten
Gold macht etwa 1% der weltweit verwalteten Private Banking Vermögen aus. Die Massen stürmen zum Altgoldhändler und verscherbeln ihren Schmuck zum Schleuderpreis - gegen Papier! Von Inflation ist noch weit und breit nichts zu sehen und überall wird von der Goldblase gewarnt. Ziemlich amüsant, was wir von den gleichgeschalteten Medien manchmal so aufgetischt bekommen. Antworten
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