Wirtschaft

Qualitäts-Ferien beim Nachbarn

Von Olivia Raths. Aktualisiert am 23.08.2013 77 Kommentare

Deutschland boomt bei Schweizer Touristen, ein Ende ist nicht abzusehen. Was zieht uns ins nördliche Nachbarland? Harald Henning, Direktor der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Zürich, erklärt das Phänomen.

1/5 Die Schweizer fliegen auf die deutsche Hauptstadt: Das Brandenburger Tor in Berlin. (9. Juli 2008)
Bild: Keystone

   

Nur die Niederländer sind weiter vorne: Die Schweiz ist der zweitwichtigste Quellmarkt für den Tourismus in Deutschland. (Zum Vergrössern auf Grafik klicken) (Bild: DZT)

Tendenz steigend: Entwicklung der Übernachtungszahlen von Schweizern in Deutschland. Die gestrichelte Linie zeigt die erwarteten Zahlen für die kommenden Jahre an. (Zum Vergrössern auf Grafik klicken) (Bild: DZT)

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Schweiz Tourismus kämpft um die deutschen Gäste. Derweil zieht es Schweizer in Scharen ins nördliche Nachbarland. Rekordmässige 2,5 Millionen Ankünfte verzeichnete es letztes Jahr. Die Anzahl Übernachtungen in touristischen Betrieben, Camping inklusive, hat sich von 2003 bis 2012 fast verdoppelt und betrug letztes Jahr 5,2 Millionen. «Die Entwicklung der letzten Jahre ist überdurchschnittlich gut», sagt Harald Henning, Leiter der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Zürich, gegenüber baz.ch/Newsnet. Dabei würden die in der Schweiz lebenden Deutschen, die ihr Heimatland besuchen und privat bei Freunden und Verwandten übernachten, nicht mitgezählt. Ebenso wenig die Einkaufstouristen aus der Schweiz, die für ihr Vorhaben üblicherweise nicht auswärts übernachten.

Vor zwei Jahren haben die Schweizer die Besucher aus den USA überflügelt und sind neu der zweitwichtigste Quellmarkt für Deutschlands Tourismus – nach den Niederlanden, die für doppelt so viele Übernachtungen sorgen. Doch die Schweizer geben deutlich mehr Geld aus: Pro Kopf und Ferienreise betragen die Durchschnittsausgaben 577 Euro respektive täglich 123 Euro bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von 4,7 Tagen. 2012 sorgten Schweizer Besucher auf ihren Deutschlandreisen für ein Umsatzvolumen von rund 2,4 Milliarden Euro. «Sie sind eine kaufkräftige Klientel und gehören zu den umsatzstärksten Quellmärkten», betont Henning. Zum Vergleich: Niederländer geben pro Aufenthalt und Person 317 Euro aus (46 Euro pro Tag), die Österreicher 380 Euro (97 pro Tag) und die Franzosen 434 Euro (109 pro Tag).

Besonders grenznahe Bundesländer beliebt

Deutschland ist bei den Schweizern inzwischen so beliebt, dass es punkto Auslandsreiseziele den langjährigen Spitzenreiter Frankreich überholt hat. Nach Angaben der DZT wurden 21 Prozent der Auslandsferienreisen von Schweizern nach Deutschland unternommen. Frankreich liegt bei 18 Prozent, Italien kommt auf 17 Prozent und Spanien auf 11 Prozent.

Am häufigsten besuchen die Schweizer die grenznahen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern, die zusammen für rund 60 Prozent der Übernachtungen von Schweizern verantwortlich sind. Die fünf beliebtesten deutschen Städte sind bei den Schweizern Berlin, München, Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart.

«Schweizer suchen hohe Qualität»

Wie lässt sich die sprunghaft gestiegene Beliebtheit des «grossen Kantons» erklären? Laut Henning hat dies nicht nur mit dem günstigeren Eurokurs der letzten Jahre zu tun, sondern auch mit der guten Erreichbarkeit, der sprachlichen Nähe zur Deutschschweiz und der Qualität in der Gastronomie und Hotellerie. «Schweizer Gäste suchen hohe Qualität und buchen öfter als andere Besucher Vier- und Fünfsternehotels.» Gefragt seien zudem das kulturelle Angebot in den Städten, das historische Erbe wie Burgen oder Schlösser sowie die Natur. «Der nahe gelegene Schwarzwald, aber auch die Nord- und Ostseeküste sind sehr populär», so der Zürcher DZT-Leiter.

Deutschland wird auch von Schweizer Geschäftsreisenden gut besucht. Sie sind für 20 Prozent der Übernachtungen aus unserem Land verantwortlich. Henning führt das auf die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zurück. «Sie sind diesbezüglich eng verflochten.» (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.08.2013, 17:48 Uhr

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77 Kommentare

marcel roost

23.08.2013, 17:53 Uhr
Melden 436 Empfehlung 54

Nette Leute, Qualität, immer besseres Essen, und die unverbaute Weite der Landschaften ziehen mich an. Antworten


Kage Hanzo

23.08.2013, 18:03 Uhr
Melden 372 Empfehlung 48

Der Schwarzwald ist eine willkommene Ergänzung zu unseren eigenen Naturschönheiten. Ideal zum Wandern und Ausspannen. Hotels sind sauber und bieten auch im Wellnessbereich vieles zu extrem vernünftigen Preisen. Die Gastfreundschaft fängt schon beim herzlichen Empfang an, und zieht sich ohne Missklänge während des ganzen Aufenthalts nahtlos durch. Beim Frühstücksbuffet gerate ich ins Schwärmen.... Antworten



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