Wirtschaft
Schweizer Exportwirtschaft hat guten Monat hinter sich
Mehr verkauft als im Januar: Schweizer Uhren, hier die Hublot-Manufaktur in Nyon. (Bild: Reuters)
Artikel zum Thema
Im Februar wurden weltweit Schweizer Produkte im Wert von 14,9 Milliarden Franken gekauft - 3,3 Prozent mehr als im Vormonat. Bereinigt um die Teuerung ergab sich indes ein leichter Rückgang von 0,6 Prozent.
Erstmals seit Oktober 2008 konnte die Mehrheit der Export-Branchen wieder zulegen: In sechs von zehn Branchen verzeichnete die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) ein Wachstum, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.
Uhrenexporte um 14,2 Prozent gestiegen
Zu den Gewinnern gehörte auch die in den Vormonaten arg gebeutelte Metall-Industrie, die insgesamt um satte 12,3 Prozent zulegte. Der Absatz in der Aluminium-Sparte nahm um 44 Prozent zu, beim Eisen und Stahl ergab sich ein Plus von 26 Prozent.
Stärker als die Metall-Industrie wuchs einzig die Uhren-Industrie, die ihre Ausfuhren um 14,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken steigerte. Im Januar hatten die Uhren-Exporte bloss um 2,7 Prozent zugelegt. Die Verkäufe von Uhren im Wert von unter 500 Franken nahmen um 31,6 Prozent zu. Der Absatz der über 3000 Franken teuren Uhren stieg um 3,9 Prozent.
China wichtiger Absatzmarkt
Auf dem US-Markt verbuchte die Uhren-Branche wieder ein Wachstum (+18,7 Prozent). Ein Renner waren Schweizer Uhren auch in Hongkong (+17,1 Prozent). In China, dem drittwichtigsten Absatzmarkt hinter den USA und Hongkong, stieg der Umsatz um satte 49,5 Prozent.
Die grösste Export-Branche der Schweiz, die chemische Industrie, verbuchte ein Plus von 6,5 Prozent. Für einmal nahmen die Ausfuhren der Pharma-Division aber nur halb so stark zu wie der Durchschnitt. Grösser war die Nachfrage nach Ölen, Riech- und Aromastoffen sowie Roh- und Grundstoffen.
Viel Kaffee und Schokolade
Die Nahrungs- und Genussmittel-Branche verbuchte ein Wachstum von 1,5 Prozent. Aufs Ergebnis drückte der massive Rückgang bei den Tabak-Fabrikaten. Deutlich zulegen konnten dagegen die Ausfuhren von Kaffee (+47 Prozent), Schokolade (+20 Prozent) und Getränken (+15 Prozent).
Den grössten Rückschlag musste die Bekleidungsindustrie hinnehmen, deren Ausfuhren um 19,3 Prozent abstürzten. Zu den Verlierern gehörte auch die Maschinen- und Elektro-Industrie (-4,2 Prozent). Zwar nahmen die Verkäufe von Textil- und Kraftmaschinen deutlich zu. Dagegen fiel die Nachfrage nach Maschinen für die Papier- und die grafische Industrie sowie zur Metallbearbeitung bescheiden aus.
Singapur legt zu
Die Wachstumsimpulse kamen vor allem aus Asien und Nordamerika. Die Lieferungen nach Singapur nahmen um 77 Prozent zu, nach Kanada wurde 61 Prozent mehr ausgeführt. Auch Südkorea und Australien glänzten mit starken Wachstumsraten.
Die Ausfuhren in die Europäische Union stagnierten. Rückläufig war die Nachfrage namentlich in den kriselnden Ländern Italien, Spanien und Portugal. Massiv weniger wurde ferner nach Qatar und Mexiko geliefert.
Rückläufige Einfuhren
Die Importe sanken im Februar wertmässig um 0,9 Prozent auf 13,6 Mrd. Franken. Bereinigt um die Teuerung, resultierte ein Rückgang von 3,6 Prozent. Besonders deutlich gingen die Einfuhren von Energie zurück. Bei den Investitionsgütern stechen die rückläufigen Einfuhren von Maschinen und Apparaten hervor.
Auffällig stark waren dagegen die Auto-Importe: Im Vergleich zum Vorjahr wurden 23,1 Prozent mehr Fahrzeuge eingeführt. Beliebt waren auch Produkte der Unterhaltungselektronik. Dagegen gingen die Einfuhren von Kleidern und Schuhen sowie Nahrungs- und Genussmitteln zurück.
In der Handelsbilanz resultierte im Februar ein Überschuss von 1,29 Milliarden Franken (+83,6 Prozent zum Vorjahr). Im Januar hatte der Überschuss 2,42 Milliarden Franken betragen (+21,3 Prozent). Im Januar waren die Exporte wertmässig um 0,6 Prozent gesunken, während die Importe um 4,1 Prozent abgesackt waren. (oku/sda/)
Erstellt: 18.03.2010, 11:10 Uhr








