Wirtschaft
Spekulanten treiben Heizölpreis in die Höhe
Der Winter hat den Ölpreis fest im Griff. Das kalte Wetter der letzten Tage in grossen Teilen Europas, Amerikas und Asiens hat den Rohölpreis wieder über die Marke von 80 US-Dollar pro Fass gedrückt. Am vergangenen Montag stieg der Rohölpreis (WTI-Öl) auf 83,95 Dollar und kostete damit so viel wie seit 15 Monaten nicht mehr. Vom Rekordhoch im Sommer 2008 von 147 Dollar pro Fass ist man aber noch weit entfernt.
Laut Einschätzungen der Schweizer Erdölvereinigung richtet sich der Markt auf höhere Ölpreise ein, nicht zuletzt weil auch immer mehr Finanzanleger wieder vermehrt auf steigende Preise von Rohstoffen – im speziellen Öl – wetten. Nebst der steigenden Nachfrage nach Öl aus China nennen viele Rohstoffexperten die Finanzspekulationen als Hauptgrund für den letzten markanten Preisanstieg.
Hohe Reserven vorhanden
«Derzeit ist das Angebot an Rohöl nämlich genügend gross, die Vereinigung der Erdöl exportierenden Ländern Opec hat die Förderquoten nicht weiter gesenkt», sagt Rolf Hartl, Direktor der Erdölvereinigung.
Laut einem Bericht der deutschen Zeitung «Welt» hätten die Ölproduzenten bei einer täglichen Nachfrage von etwa 85 Millionen Barrel derzeit noch Förderreserven von knapp sieben Millionen Barrel pro Tag. So hoch seien die Reserven schon lange nicht mehr gewesen, und trotzdem würden die Rohölpreise momentan steigen.
Hartl hält es deshalb für möglich, dass es sich beim jetzigen Preisanstieg um eine kleine Blase handelt, die schon bald wieder platzen könnte. Einen lang andauernden Preisanstieg würde ihn zumindest erstaunen.
Bereits gestern gab es erste Anzeichen dafür, dass die Blase bereits wieder an Luft verliert: Der Rohölpreis lag zeitweise wieder leicht unter der 80-Dollar-Marke.
Starkes Auf und Ab
Das vermehrte Auftreten von Spekulanten auf dem Ölmarkt ist für den einfachen Ölkäufer ein Nachteil. Denn das Kaufen und Verkaufen von zukünftigen Rohölkontrakten führt dazu, dass die Ölpreise stärker und schneller schwanken.
Früher galt die einfache Regel: Im Sommer ist das Heizöl günstiger, im Winter wegen der zunehmenden Nachfrage teurer. «Dieses einfache Gesetz gilt heute zum Nachteil der kleinen Heizölkäufer leider nicht mehr», sagt Hartl. Den «richtigen Moment» zu erwischen, werde immer schwieriger.
Bern: Fast 100 Franken
In Bern und Umgebung kosten 100 Liter Heizöl für den Bedarf eines Einfamilienhauses 98,5 Franken. Auch hier ist man noch weit entfernt von den Rekordpreisen im Sommer 2008, als für eine Bezugsmenge zwischen 3000 und 6000 Litern über 135 Franken für 100 Liter bezahlt werden musste.
Der rasante Preisanstieg im Januar trifft aber wohl die wenigsten Heizölkunden in der Schweiz, weil sie sich bereits vor dem Jahreswechsel noch mit günstigerem Heizöl eingedeckt haben. Viele Einfamilienhausbesitzer haben noch Heizöl vor dem Jahreswechsel gekauft, weil die CO2-Abgabe auf den 1.Januar 2010 pro Liter Heizöl von drei auf neun Rappen verdreifacht wurde. (Berner Zeitung)
Erstellt: 13.01.2010, 12:24 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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