US-County zahlt keine Zinsen mehr

Jefferson im Bundesstaat Alabama ist bankrott und stellt Zinszahlungen für seine Schulden ein. Das gab es in dieser Grössenordnung in den USA noch nie. In diesen Fall verstrickt ist auch eine deutsche Bank.

Ein historischer Akt: David Carrington, Präsident von Jefferson County, unterzeichnet die Papiere zur Bankrotterklärung.

Ein historischer Akt: David Carrington, Präsident von Jefferson County, unterzeichnet die Papiere zur Bankrotterklärung. Bild: Keystone

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Der Verwaltungsbezirk Jefferson im US-Bundesstaat Alabama hat nach offiziellen Angaben die Einstellung der Zinszahlungen für seine Schuldenlast von 3,1 Milliarden Dollar beschlossen. Der Beschluss des Jefferson County fiel nach Informationen der «Birmingham News» am Mittwoch mit vier Stimmen gegen eine. Es ist der grösste derartige Zahlungsstopp einer regionalen US-Verwaltungseinheit in der Geschichte.

Zu den grössten Gläubigern von Jefferson County zählt die deutsche Bayern LB mit einem Anteil von 52,1 Millionen Dollar. Die hohe Schuldenlast von Jefferson County ist vor allem auf eine komplizierte Vereinbarung für die Finanzierung von Kläranlagen zurückzuführen. Darin waren variable Zinsen vorgesehen. Der Bezirk zählt 650'000 Einwohner. Einen ähnlichen Beschluss über die Einstellung von Zinszahlungen fasste kürzlich die Stadt Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania.

Washington muss Papierflut reduzieren

Im Kampf gegen die schwere US-Schuldenkrise geht Präsident Barack Obama nun anscheinend ans Eingemachte. Mit einem am Mittwoch unterzeichneten Erlass fordert der mächtigste Mann der Welt die Beamten in Washington etwa auf, weniger Papier zu verwenden. Dokumente sollen besser elektronisch verschickt werden, als sie auszudrucken. Auch sollten die Behörden doch an «überflüssigen» Werbematerialien sparen, darunter Andenken oder mit dem jeweiligen Amtslogo verzierte Kleidungsstücke.

Geht es nach Obama, bekommen Mitarbeiter künftig nur noch Handys und Laptops, wenn sie wirklich ausserhalb ihres Büros arbeiten müssen. Auch die eine oder andere Reise müsse künftig durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzt werden, heisst es in dem dreiseitigen Papier. Wie viel Geld diese Massnahmen einsparen sollen, bezifferte das Weisse Haus nicht. Die USA stehen derzeit mit 14,9 Billionen Dollar in der Kreide.

(jak/AFP)

(Erstellt: 10.11.2011, 11:31 Uhr)

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