US-County zahlt keine Zinsen mehr

Aktualisiert am 10.11.2011 52 Kommentare

Jefferson im Bundesstaat Alabama ist bankrott und stellt Zinszahlungen für seine Schulden ein. Das gab es in dieser Grössenordnung in den USA noch nie. In diesen Fall verstrickt ist auch eine deutsche Bank.

Ein historischer Akt: David Carrington, Präsident von Jefferson County, unterzeichnet die Papiere zur Bankrotterklärung.

Ein historischer Akt: David Carrington, Präsident von Jefferson County, unterzeichnet die Papiere zur Bankrotterklärung.
Bild: Keystone

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Der Verwaltungsbezirk Jefferson im US-Bundesstaat Alabama hat nach offiziellen Angaben die Einstellung der Zinszahlungen für seine Schuldenlast von 3,1 Milliarden Dollar beschlossen. Der Beschluss des Jefferson County fiel nach Informationen der «Birmingham News» am Mittwoch mit vier Stimmen gegen eine. Es ist der grösste derartige Zahlungsstopp einer regionalen US-Verwaltungseinheit in der Geschichte.

Zu den grössten Gläubigern von Jefferson County zählt die deutsche Bayern LB mit einem Anteil von 52,1 Millionen Dollar. Die hohe Schuldenlast von Jefferson County ist vor allem auf eine komplizierte Vereinbarung für die Finanzierung von Kläranlagen zurückzuführen. Darin waren variable Zinsen vorgesehen. Der Bezirk zählt 650'000 Einwohner. Einen ähnlichen Beschluss über die Einstellung von Zinszahlungen fasste kürzlich die Stadt Harrisburg im Bundesstaat Pennsylvania.

Washington muss Papierflut reduzieren

Im Kampf gegen die schwere US-Schuldenkrise geht Präsident Barack Obama nun anscheinend ans Eingemachte. Mit einem am Mittwoch unterzeichneten Erlass fordert der mächtigste Mann der Welt die Beamten in Washington etwa auf, weniger Papier zu verwenden. Dokumente sollen besser elektronisch verschickt werden, als sie auszudrucken. Auch sollten die Behörden doch an «überflüssigen» Werbematerialien sparen, darunter Andenken oder mit dem jeweiligen Amtslogo verzierte Kleidungsstücke.

Geht es nach Obama, bekommen Mitarbeiter künftig nur noch Handys und Laptops, wenn sie wirklich ausserhalb ihres Büros arbeiten müssen. Auch die eine oder andere Reise müsse künftig durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzt werden, heisst es in dem dreiseitigen Papier. Wie viel Geld diese Massnahmen einsparen sollen, bezifferte das Weisse Haus nicht. Die USA stehen derzeit mit 14,9 Billionen Dollar in der Kreide.

(jak/AFP)

Erstellt: 10.11.2011, 11:31 Uhr

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52 Kommentare

Zelokan Zel

10.11.2011, 11:39 Uhr
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Das ist erst der Anfang, viele Städte, Countys und Staaten sind mindestens genauso pleite wie Griechenland....aber eben das Fokus schön auf die Eurozone fixieren und vom rest keine Notiz nehmen.
Gegenüber den gesamten Schulden der US Städte, Countys und Staaten ist Griechenland schon fast Peanuts!
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Geri Mouse

10.11.2011, 11:39 Uhr
Melden 45 Empfehlung

Im selben Moment wo die kleinen Städte und Orte mit dem Papier sparen sollen unterzeichnen US-Grosskonzerne mit der IRS (Steuerbehörde) Verträge dass sie keine Steuern bezahlen müssen obwohl sie Milliardengewinne ausweisen.
Das USA wird voll an die Wand gefahren und alle anderen Länder zahlen die Zeche dafür. Ich kann mir sehr gut vorstellen dass es noch einen Bürgerkrieg in Amerika gibt.
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