Wirtschaft
Warum der Aufschwung in den USA nicht lange währen wird
Von Walter Niederberger, San Francisco. Aktualisiert am 31.10.2009
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Der Tiefschlag kam, nur einen Tag nachdem die Regierung ein Wachstum von 3,5 Prozent gemeldet und damit die Hoffnung auf ein Ende der Rezession geweckt hatte. Gestern wurde aus den jüngsten Zahlen zu den Konsumausgaben klar, dass die Amerikaner bereits wieder in die Defensive gegangen waren. Die Ausgaben sackten im September um 0,6 Prozent ab und erreichten wieder das Niveau von Ende 2008 auf dem Höhepunkt der Rezession. Ohne eine anhaltende Verbesserung der Konsumlaune werden die USA allerdings nicht wieder auf einen stabilen Wachstumspfad einbiegen. US-Firmen sind zu 70 Prozent auf den Heimmarkt angewiesen, ohne eine Rückkehr der US-Konsumenten werden sie also auch ihre Investitionen nicht erhöhen können und vor allem keine neuen Arbeitsplätze schaffen.
Der schwache Arbeitsmarkt steht einer Wirtschaftserholung im Weg und bildet auch für die Regierung Obama ein schweres politisches Problem, das sich zuspitzt, je näher die Zwischenwahlen 2010 rücken. Zwar versicherte die Regierung gestern, dank der massiven Staatszuschüsse seien seit dem Amtsantritt rund eine Million Arbeitsstellen geschaffen worden. Was ungesagt blieb ist, dass damit nur der steile Abwärtstrend etwas gebremst werden konnte. Seit Obama das Bush-Erbe angetreten hat, gingen noch einmal rund drei Millionen Jobs verloren; und weitere Rückschläge sind sicher. Die Arbeitslosenquote dürfte inzwischen bereits die 10-Prozent-Marke überschritten haben und - im besten Fall- bis Ende 2010 auf etwa 9 Prozent sinken. Werden Stellen geschaffen, dann vorwiegend im öffentlichen Sektor; so etwa, indem die Regierung die von den Bundesstaaten entlassenen Lehrer für einige Zeit weiter bezahlt. Nachhaltig ist das nicht.
Solange sich die Lage für die Arbeitslosen nicht verbessert, kann auch nicht ernsthaft und offiziell von einem Ende der Rezession gesprochen werden. Denn eine der fünf Kategorien, die das dafür zuständige National Bureau of Economic Research beurteilen muss, ist die Beschäftigungslage. Zwei weitere Elemente sind die Industrieproduktion und das reale Einkommen; und auch diese beide Indikatoren sind schwach. Der Vizepräsident der Notenbank, Donald Kohn, hat denn auch vor verfrühten Hoffnungen gewarnt. Die Wirtschaft werde sich nur zögerlich erholen, sagte er diese Woche; und erneute Rückschläge seien nicht auszuschliessen.
Wachstum dank Ankurbelung
Solche Rückschläge sind deswegen wahrscheinlich, weil fast das ganze Wachstum im dritten Quartal auf staatliche Ankurbelungsprogramme zurückgeht, die inzwischen aber ausgelaufen sind oder in Kürze beendet werden. So steuerten die Auto-Abwrackprämie sowie der Steuerrabatt für erstmalige Hauskäufer mehr als die Hälfte zum Aufschwung bei. Zudem legte die Regierung das Ankurbelungspaket von 787 Milliarden Dollar so an, dass es die grösste Stosskraft im abgelaufenen Quartal entfaltet. Nobelpreisträger Paul Krugman glaubt zwar, dass das Impulsprogramm noch bis ins kommende Jahr günstige Folgewirkungen haben wird, aber bei weitem nicht genügt, um die weiterhin zu geringen Investitionen durch die Privatwirtschaft wettzumachen und somit die desolate Beschäftigungslage zu verbessern.
Wollen die USA die mehr als 15 Millionen Arbeitslosen wieder beschäftigen, sind sie auf einen weit stärkeren und nicht nur durch den Staat angetriebenen Impuls angewiesen. Bleibt dieser aus, war das dritte Quartal nicht mehr als ein auch politisch gefährliches Strohfeuer. Nur halb scherzhaft fügt Krugman an, dass in einem solche Fall die Vollbeschäftigung erst in der zweiten Amtszeit einer künftigen Regierung Palin erreicht werden würde. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 31.10.2009, 16:29 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.




