Wirtschaft
Warum der Franken absackt
Von Markus Diem Meier. Aktualisiert am 23.02.2010
Frühmorgens um 6 Uhr stieg der Preis des Euro innert Minuten von 1.4628 Franken auf 1.4682. Das heisst die Schweizer Währung hat sich deutlich abgeschwächt. Marktbeobachter führen das auf eine Intervention der SNB (SNBN 1089 2.06%) zurück. Schon im Januar hat Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand den Märkten in zwei dürren Sätzen mitgeteilt, dass sein Institut weiterhin eine übertriebene Frankenaufwertung verhindern werde. Die Schweizer Währung legt als Folge der Griechenlandkrise zu, weil sie als klassischer «sicherer Hafen» gilt.
Auf den Märkten wird allerdings noch immer gerätselt, welchen Eurokurs die SNB noch toleriert. Bis zum Dezember schien diese Untergrenze bei etwa 1.50 Franken pro Euro zu liegen. Ende Jahr gab das Präsidium bekannt, dass man hier mehr Spielraum belassen wolle.
Noch keine neue Untergrenze festgelegt
Analysten glauben, dass sich die Nationalbank noch nicht auf eine neue Untergrenze für den Euro festgelegt hat. Sie wolle erst Erfahrungen mit der neuen Marktentwicklung machen und teste die Wirkung ihrer Interventionen aus. Bisher zeige sich als Muster allerdings, dass die SNB keine Frankenaufwertung zulasse, die zu einem Eurokurs von unter 1.4640 führe, sagt Thomas Flury, Leiter des Fremdwährungs-Research bei der UBS.
Offiziell nimmt die SNB nie zu möglichen Interventionen Stellung. Indirekt lässt sich die Notenbank dennoch in die Karten blicken: Währungshändler, die am so genannten «Electronic Brokerage System» EBS angeschlossen sind, können die Gegenpartei erkennen. Dass die SNB heute morgen ihre Finger im Spiel hatte, wurde von da bestätigt. Dass die deutliche Kursreaktion nicht von einer plötzlichen Eurostärke ausgeht, zeigt sich schon am Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar. Hier musste die Gemeinschaftswährung weiter Federn lassen.
Der Zweck der Minitransparenz
Schon diese leicht grössere Transparenz durch die Nationalbank im EBS ist neu. Noch vor kurzem hat die SNB ihre Frankendeals meist über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) abgewickelt. Für Thomas Flury von der UBS ist das kein Zufall: «Die Nationalbank will bewusst ihren Namen zeigen, damit sie für ihre Interventionen weniger Geld einschiessen muss».
Wenn die Märkte einen Eingriff der SNB zur Frankenschwächung erkennen, setzen sie ebenfalls darauf. Das Signal allein genügt dann weitgehend für den Kursrutsch. Denn alle wissen: Die Notenbank könnte die Währung nach Belieben schwächen. Sie kann den Franken schliesslich auf Knopfdruck schaffen. Doch das will sie nicht, weil die Sorge wegen einer dadurch geschürten späteren Inflation immer mehr wächst.
Sensibel auf den Namen SNB
Doch weil die Händler nach wie vor bloss interpretieren müssen, was die SNB wirklich will, sind auch starke Kurssprünge wie heute nicht zwingend eine gezielte Aktion. «Auf den Märkten ist man im Moment besonders sensibel, wenn der Name der Nationalbank auf den Bildschirmen erscheint», sagt Thomas Flury. Möglich ist auch, dass die SNB bloss ihr Portfolio umschichtet oder eine Transaktion für den Bund vornimmt. Händler könnten das missverstehen, eine Intervention vermuten und sich entsprechend positionieren. Ich gehe allerdings stark davon aus, dass heute die SNB interveniert hat», sagt der Währungsspezialist der UBS. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.02.2010, 13:58 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.





