Kleiner Hoffnungsschimmer für US-Wirtschaft

Aktualisiert am 03.09.2010 12 Kommentare

Die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im August nicht so stark verschlechtert wie erwartet. Die Zahl der Beschäftigten sank «nur» um 54'000 – und damit den dritten Monat in Folge.

Arbeitssuchende in den USA, Florida.

Arbeitssuchende in den USA, Florida.

Die Zahl der Beschäftigten ist lediglich um 54'000 gesunken. Dies dämpfte an den Finanzmärkten die Furcht vor einem Rückfall der weltgrössten Volkswirtschaft in die Rezession, die Aktien zogen in Europa und den USA deutlich an.

In der Privatwirtschaft entstanden sogar 67'000 neue Jobs, während die Regierung 121'000 Stellen strich. Sie hatte für die Volkszählung vorübergehend Hunderttausende Mitarbeiter angeheuert, die nun nicht mehr gebraucht werden.

Zudem fiel der Arbeitsplatzabbau in den beiden Vormonaten um 123'000 geringer aus als zunächst angenommen. Die Arbeitslosenquote stieg dennoch von 9,5 auf 9,6 Prozent.

Nicht kopfüber in Rezession stürzen

Experten sehen in den Zahlen einen Anhaltspunkt dafür, dass die weltgrösste Volkswirtschaft nicht erneut schrumpfen wird. «Dies deutet nicht darauf hin, dass wir kopfüber in eine Rezession stürzen», sagte US-Chefökonom Nigel Gault von IHS Global Insight.

Der Aufschwung nach der schwersten Wirtschaftskrise der vergangenen 70 Jahren war im Frühling fast zum Erliegen gekommen: Das Bruttoinlandprodukt wuchs nur noch um 0,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, während die Schweiz ein Plus von 0,9 Prozent schaffte.

«Wir stecken in der Flaute»

Die hohe Arbeitslosigkeit steht einer Konjunkturerholung im Weg. Die US-Wirtschaft hängt zu 70 Prozent vom privaten Konsum ab. Die Wirtschaftskrise hatte mehr als acht Millionen Amerikanern den Job gekostet.

Auch die Einkommen steigen nur langsam: Die Stundenlöhne erhöhten sich im August um 0,3 Prozent. «Die Wirtschaft steckt in einer Flaute», resümierte Ryan Sweet von Moddy's Economy.com.

Trotz der wackeligen Erholung erwägt die Demokratische Partei von Präsident Barack Obama keine neuen Konjunkturpakete. «Wir ziehen kein zweites Konjunkturprogramm in Betracht», sagte eine Sprecherin des Weissen Hauses.

Obama hatte im vergangenen Jahr 814 Milliarden Dollar in die Wirtschaft gepumpt, um Stellen zu schaffen. Der Präsident steht gut zwei Monate vor den Kongresswahlen unter Druck, angesichts der Furcht vor einer neuen Rezession Handlungsbereitschaft zu demonstrieren.

Dienstleister schaffen Jobs

In der schleppenden Konjunkturerholung gilt vor allem der Arbeitsmarkt als Sorgenkind. Obama erwägt weitere Steuerkürzungen für Unternehmen. Damit sollten Firmen dazu angehalten werden, Jobs in den USA zu schaffen. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen.

Die meisten Jobs schufen im August die Dienstleister. Im grössten Wirtschaftszweig entstanden 67'000 neue Stellen. Auch im Baugewerbe stieg die Zahl der Beschäftigten wieder. In der Industrie wurden dagegen 27'000 Jobs gestrichen. (bru/sda)

Erstellt: 03.09.2010, 16:33 Uhr

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12 Kommentare

Bruno Waldvogel

03.09.2010, 15:07 Uhr
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Eine interessante Entwicklung. Früher stöhnte man, wenn die Zahlen nicht noch höher im Plus waren als erwartet. Heute jubelt man, wenn das Minus nicht noch schlimmer ist. Und dann heisst es jedesmal: die Analysten hätten noch Schlimmeres erwartet - wohlgemerkt: dann immer im Rückblick. In der Vorausschau hörte man natürlich nichts davon. Das zeigt, wie verzweifelt die Lage ist. Antworten


Oskar Marti

03.09.2010, 15:21 Uhr
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Jede Woche wird das gegenteilige verbreitet, wie es die Börsen gerade so benötigen. Den Daten aus USA sind nicht zu trauen, jeder der die Bürokratie in den USA kennt weiss das die Datenerhebung nicht funktioniert. Antworten



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