«Der dritte schlechte Winter in Folge»

Zum Saisonende ziehen viele Schweizer Skigebiete eine negative Bilanz. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Schlechteres Resultat als im Vorjahr befürchtet: Ein Mann geht über eine Schneefläche in Melchsee-Frutt OW. (21. Dezember 2016)

Schlechteres Resultat als im Vorjahr befürchtet: Ein Mann geht über eine Schneefläche in Melchsee-Frutt OW. (21. Dezember 2016) Bild: Urs Flüeler/Keystone

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Dieses Wochenende stellen die ersten grösseren Skigebiete ihren Winterbetrieb ein. Ihre Bilanz zeigt: Das Wetter hat es ihnen seit Dezember nicht leicht gemacht. Skigebiete, die noch offen bleiben, hoffen auf Ostern.

Die Betreiber der Skigebiete wurden in diesem Winter stark von den Launen der Natur herausgefordert. Dies zeigt die Bilanz einiger Skigebiete, die am Wochenende ihren Winterbetrieb einstellen.

Weniger Gäste

Begonnen hat es mit dem zu milden und insbesondere zu trockenen Dezember. «Bei uns gab es im Dezember keine einzige Flocke Schnee», sagte beispielsweise Sepp Odermatt vom Skigebiet Klewenalp-Stockhütte im Kanton Nidwalden der Nachrichtenagentur SDA.

Damit waren die Innerschweizer nicht allein: Gemäss den Meteorologen reihten sich auf der Alpennordseite an einigen Orten 34 Tage ohne Niederschlag und somit ohne Schnee aneinander. Die Skigebiete bekamen dies stark zu spüren – insbesondere während der Festtage.

Genug Schnee in Savognin

Im sankt-gallischen Skigebiet Flumserberg zog es zwar zwischen 6000 und 8000 Personen pro Tag auf die Pisten. Das war aber lediglich die Hälfte der Anzahl Personen, die in diesem Gebiet an einem Spitzentag ein Skiticket lösen, wie Marketingleiterin Katja Rupf sagte.

Ein bisschen anders zeigte sich die Lage in Savognin GR. Dort habe es genug Schnee gehabt und die Pistenverhältnisse seien gut gewesen, sagte Christian Prinz, der kaufmännische Direktor der Savognin Bergbahnen AG. «Wenn es aber im Flachland keinen Schnee hat, haben die Leute keine Lust aufs Skifahren.» Aus diesem Grund dürften auch dort die Besucherzahlen tiefer ausfallen als im Vorjahr.

Aktion «Sommer über Nebel»

Im Skigebiet Melchsee-Frutt im Kanton Obwalden blieb wie in Flumserberg während der Festtage rund die Hälfte der Gäste aus, wie Daniel Dommann von den Sportbahnen sagte. «Dafür konnten wir den Gästen eine einmalige Attraktion bieten», fügte er an. Einer der drei Seen habe für den Eislauf freigegeben werden können. Das sei wohl in den 1960er-Jahren das letzte Mal vorgekommen.

Im Skigebiet Klewenalp-Stockhütte versuchte man mit der Aktion «Sommer über Nebel» Besucher anzulocken. Dafür seien beispielsweise die Spielplätze und Feuerstellen in Betrieb genommen worden, sagte Sepp Odermatt. Das sei recht gut angekommen und habe viele Fussgänger auf den Berg gebracht – wenn auch nicht zum Skifahren.

Traumwetter im Februar

Doch trotz der Bemühungen fiel das Resultat im Dezember in all den erwähnten Gebieten schlecht aus. Anders war es im Januar und insbesondere im Februar: «Im Februar war das Wetter auch an den Wochenenden gut, wenn die meisten frei hatten», betonte beispielsweise Katja Rupf vom Skigebiet Flumserberg.

Für die Skigebiete war dies besonders wertvoll. Zudem lag auch im Flachland Schnee, was die Lust aufs Skifahren steigen liess. Doch auch wenn diese zwei Monate an sich gut waren, konnten sie die Einbussen im Dezember nicht wettmachen, wie mehrere der Angefragten betonten.

Ab Mitte März war es «zu sehr Frühling»

Der anschliessend folgende März wiederum fiel wortwörtlich ins Wasser, wie Sepp Odermatt von der Klewenalp-Stockhütte berichtet. Der starke Regen und der Föhn in der ersten Märzhälfte vermiesten den Wintersportlern das Frühlingsskifahren und damit den Skigebieten die benötigten Einnahmen. «Ab Mitte März war es dann schon zu sehr Frühling und die Menschen hatten keine Lust mehr aufs Skifahren», sagte Bruno Landolt von den Elmer Sportbahnen.

«Es war kein guter Winter und das Wetter war eine grosse Herausforderung», fasste er zusammen. «Der dritte schlechte Winter in Folge», meinte Odermatt von der Klewenalp-Stockhütte.

Schlechteres Resultat als im Vorjahr

Dieser Meinung waren fast alle der Befragten: Sowohl die Sportbahnen Melchsee-Frutt als auch jene in Elm und in Savognin gehen davon aus, dass das Resultat schlechter ausfällt als im vergangenen Jahr. Einzig Katja Rupf vom Skigebiet Flumserberg sagte, dass man mit der Saison zufrieden sei.

Viele Skigebiete haben allerdings noch bis Ende April oder gar bis im Mai offen. Sie setzen auf die Frühlingsskifahrer und die Osterferien. Womöglich hilft ihnen dies für einen versöhnlichen Saisonabschluss. Die Aussichten für April seien gut, sagte etwa Sébastien Epiney, Direktor von Nendaz Tourismus im Wallis. (chi/sda)

Erstellt: 02.04.2017, 10:40 Uhr

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