Wirtschaft

62 Reichste besitzen so viel wie die halbe Weltbevölkerung

Aktualisiert am 18.01.2016 439 Kommentare

Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer grösser. Die Hilfsorganisation Oxfam sieht in Steueroasen das Hauptproblem.

Steht auf Platz drei der Superreichen: Der US-Grossinvestor Warren Buffet.

Steht auf Platz drei der Superreichen: Der US-Grossinvestor Warren Buffet.
Bild: Keystone

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Die soziale Ungleichheit nimmt weltweit zu: Die 62 reichsten Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung, wie die Hilfsorganisation Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos berichtete.

Gleichzeitig wuchs das Vermögen der 62 Reichsten binnen fünf Jahren um mehr als eine halbe Billion US-Dollar, während das Gesamtvermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um rund eine Billion Dollar zusammenschmolz. Die Geschwindigkeit, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, ist nach Angaben der Hilfsorganisation dabei noch grösser als erwartet.

Vor einem Jahr prognostizierte Oxfam, im Jahr 2016 werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung - das sind rund 70 Millionen Menschen - mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent zusammen. Tatsächlich wurde diese Schwelle bereits 2015 erreicht, ein Jahr früher als erwartet. Dem am Montag in Berlin veröffentlichten Oxfam-Bericht zufolge droht soziale Ungleichheit die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte zu machen.

Steueroasen als Hauptproblem

Ein Grund für die Entwicklung sei die unzureichende Besteuerung von grossen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen, erklärte Oxfam. Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen haben sich zwischen 2000 und 2014 demnach vervierfacht.

Neun von zehn der weltweit führenden Grossunternehmen haben Oxfam zufolge Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Entwicklungsländern gingen auf diese Weise jedes Jahr mindestens 100 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen verloren.

Neues Geschäftsmodell gefordert

Die Entwicklungsorganisation fordert daher, das Geschäftsmodell der Steueroasen zu beenden und grosse Vermögen stärker zu besteuern. Konzerne dürften sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen.

«Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften», erklärte Oxfam-Experte Tobias Hauschild. Statt Konsum steuerlich stärker zu belasten, müssten zudem grosse Vermögen, Kapitalgewinne und hohe Einkommen deutlich stärker besteuert werden. Zum Weltwirtschaftsforum werden ab Mittwoch rund 2500 Politiker und Geschäftsleute in Davos erwartet, darunter auch mehr als 40 Staatschefs. (dia/sda)

Erstellt: 18.01.2016, 02:27 Uhr

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439 Kommentare

stefan sutter

18.01.2016, 08:12 Uhr
Melden 371 Empfehlung 52

....und die SVP, die selbsternannte Partei des Volkes, macht sich für Steuersenkungen für die Reichen stark. Zugleich verhöhnt sie die Armen. Antworten


Sandra Studer

18.01.2016, 08:00 Uhr
Melden 328 Empfehlung 57

Aber der Schweizer regt sich auf wegen ein paar Millionen für Sozialleistungen für ein paar arme Tröpfe. Diese Entwicklung ist absolut abartig. 62 Leute!! Karl Marx hätte sich dieses Ausmass wohl in seinen schlimmsten Träumen nicht vorstellen können. Der Gute wird in seinem Grab rotieren. Völker hört die Signale... ! Antworten