Anleger flüchten vor Trump in den Franken

Die bereits überbewertete Schweizer Währung hat erneut zugelegt. Als Grund dafür gelten die guten Umfragewerte von Donald Trump in den US-Wahlen. Verlierer sind die Exporteure.

Börsenschreck: Der Präsidentschaftskandidat bei einer Rede an der University of Northern Colorado. (30. Oktober 2016)

Börsenschreck: Der Präsidentschaftskandidat bei einer Rede an der University of Northern Colorado. (30. Oktober 2016) Bild: Brennan Linsley/AP/Keystone

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Spekulationen auf einen Wahlsieg von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump haben am Dienstag dem Franken Schub gegeben. Die Schweizer Währung kletterte zum Euro auf den höchsten Stand seit Ende Juni, als das überraschende Brexit-Votum für Turbulenzen gesorgt hatte.

Ein Euro kostete am Dienstagabend 1,0782 Franken nach 1,0850 in den Morgenstunden. Auch die «Antikrisen-Währung» Gold gewann an Wert.

«Der Franken bleibt deutlich überbewertet»

Trump, der wegen seiner Unberechenbarkeit als Börsenschreck gilt, hatte in den jüngsten Wahlumfragen deutlich Boden auf seine Kontrahentin Hillary Clinton gut gemacht. Sie war nach der wieder hochgekochten Affäre um die Nutzung eines privaten Servers für dienstliche E-Mails unter Druck geraten.

Die Schweizer Währung gilt als sicherer Hafen und ist daher bei Investoren in unsicheren Zeiten stets gefragt. «Der Franken bleibt deutlich überbewertet», sagte der Präsident der Schweizerischen Notenbank SNB, Thomas Jordan am Dienstagabend auf einer Veranstaltung in Vevey.

Exporteure leiden

Die Währungshüter wollen den Franken schwächen und damit indirekt die Wirtschaft stützen. Denn ein starker Franken macht Schweizer Waren in Europa teuer und bremst damit die Exporte.

(mch/sda)

Erstellt: 01.11.2016, 20:47 Uhr

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