Wirtschaft

Yellen schickt Börsen weltweit auf Talfahrt

Aktualisiert am 11.02.2016 52 Kommentare

Mini-Crash im Aktienhandel: Der SMI verliert heute Morgen zeitweise fast 4 Prozent. Besonders die Bankentitel haben massiv verloren.

Der Handelstag beginnt mit einem massiven Minus: Der SMI auf Talfahrt.

Der Handelstag beginnt mit einem massiven Minus: Der SMI auf Talfahrt.
Bild: Google Finance

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Die Schweizer Börse ist am Donnerstagmorgen mit deutlichen Kursverlusten in den Tag gestartet. Der Leitindex SMI tauchte kurz nach Handelsstart um mehr als 2 Prozent und macht damit die Gewinne vom Vortag wieder zunichte. Gegen 10.30 Uhr weitete sich das Minus auf 3,86 Prozent aus. Um 12 Uhr steht der SMI noch 2,75 Prozent unter dem Vortageswert. Nach zwei tiefroten Handelstagen zu Wochenbeginn hatte der Aktienmarkt am Mittwoch zur Erholung angesetzt. Nun scheinen aber die Zweifel an der weltweiten Konjunktur erneut die Oberhand zu gewinnen.

Kurz nach Handelsstart gaben die Kurse aller 30 wichtigsten Aktien nach. Wie bereits zu Wochenbeginn rissen vor allem die Abschläge auf Bankenaktien den SMI in die Tiefe. Die Aktien der Credit Suisse verloren 5,3 Prozent an Wert, diejenigen der UBS um 4,4 Prozent. Im Verlaufe des Morgens nahmen die Verluste zu. Nach einem massiven Gewinneinbruch gaben auch die Aktien der Schweizer Versicherungsgruppe Zürich um 4,2 Prozent nach. Danach erholten sich die Aktien wieder leicht. Bis 10 Uhr betrug das Minus noch 3,4 Prozent.

Yellen habe eine «Welle der Panik» ausgelöst

Auslöser für den Kursssturz an der Schweizer, aber auch an vielen internationalen Börsen hat nach Agenturmeldungen die pessimistische Einschätzung der Konjunktur in den USA durch die US-Notenbankchefin Janet Yellen. Ausser dem SMI gaben auch der deutsche Dax sowie die Börsen in London, Paris und Hongkong zum Teil massiv nach. Yellen habe eine «Welle der Panik» ausgelöst, die von Amerika über Asien nach Europa geschwappt sei, sagte Spreadex-Analyst Connor Campbell in London. Sie habe die Angst vor einer weltweiten Rezession weiter angefacht.

Der deutsche Leitindex Dax gab bis zum späten Vormittag um mehr als drei Prozent nach. In Athen stürzte der Leitindex sogar um mehr als sechs Prozent ab - hier kamen Sorgen um Griechenlands Zukunft hinzu. In London gab der Index FTSE bis zum späten Vormittag um 2,7 Prozent nach, der CAC 40 in Paris sank um 3,9 Prozent. In Mailand notierte der Leitindex sogar 5,1 Prozent im Minus.

Die Börse in Tokio hatte am Donnerstag geschlossen; in Hongkong gaben die Kurse bis Handelsschluss um 3,9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit Juni 2012 nach. Die Wall Street in New York hatte am Mittwochabend nach Yellens Äusserungen nur 0,1 Prozent im Minus geschlossen.

Der nächste Zinsschnitt?

Yellen sagte vor einem Parlamentsausschuss, das Finanzumfeld sei in jüngster Zeit weniger günstig für das US-Wachstum. Sollte diese Entwicklung anhalten, dann könne dies Auswirkungen auf Konjunktur und Arbeitsmarkt haben. Sie verwies auf Chinas «verwirrende» Währungspolitik, die Turbulenzen weltweit auslöse und das US-Wachstum gefährde. Derzeit halte sie aber an der Prognose der Zentralbank fest, dass die Wirtschaft 2016 «moderat» wachsen werde.

Yellen hat noch nicht entschieden, ob sie angesichts der Turbulenzen in der Weltwirtschaft ihre Zinspolitik ändern wird. Die Notenbank sei überrascht, wie stark die Energiepreise gesunken und der Wert des US-Dollars gestiegen sei, sagte sie am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress.

Die US-Notenbank hatte im Dezember erstmals seit fast einem Jahrzehnt die Leitzinsen angehoben, und zwar um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25 bis 0,5 Prozent. (ofi/sda)

Erstellt: 11.02.2016, 22:16 Uhr

52

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Werbung

52 Kommentare

Nico Nanu

11.02.2016, 10:39 Uhr
Melden 100 Empfehlung 0

Es ist die Crux der Tageszeitungen, dass sie jeden Tag etwas schreiben müssen. Da geht es rauf, dann wieder runter, und der Wirtschaftsjournalist vom Dienst versucht eine Erklärung zu finden. Dabei ist es ganz einfach wie bei einem Stein, der ins Wasser geworfen wird. Ihm folgen viele Wellen, ein Auf und Ab, mehrfach wiederholt. Für jedes Auf und Ab wieder eine neue Erklärung zu suchen ist völlig unsinnig. Es war der eine Stein. Nach einer Zeit kommt ein nächster Stein. Wir wünschen uns Journis, die sich mehr auf diese wesentlichen Entwicklungen konzentrieren und den Mut haben, die läppischen immergleichen und immerfalschen tagesaktuellen Erklärungen seinzulassen. Antworten


Walter Boshalter

11.02.2016, 10:40 Uhr
Melden 79 Empfehlung 8

Da bin ich ja mal gespannt auf den Auftritt von Ueli in den nächsten Tagen, wenn er zusammen mit Jordan die Rettung der CS per Notrecht verkünden darf. Beim Gedanken daran wünscht man sich glatt wieder die gute alte EWS zurück. Antworten