Wirtschaft

5 Milliarden weg: Qadhafi bestraft Finanzplatz Genf

Aktualisiert am 22.09.2009 77 Kommentare

Die Spannungen mit Libyen kommen Genf teuer zu stehen. Moammar al-Qadhafi will die dortige Niederlassung seines Staatsfonds schliessen und damit 5 Milliarden Dollar abziehen.

«Es ist schwierig geworden, von Genf aus zu operieren»: Oberst Qadhafi zieht Management seines Staatsfonds aus der Rhonestadt ab.

«Es ist schwierig geworden, von Genf aus zu operieren»: Oberst Qadhafi zieht Management seines Staatsfonds aus der Rhonestadt ab.
Bild: Reuters

Die Firma LAP Swiss betreut seit 2006 von Genf aus einen Teil des libyschen Staatsfonds namens Libyan African Portfolio der mit weltweit 40 Milliarden Dollar ausgestattet ist. Nun gibt es deutliche Anzeichen, dass die Geschäftsstelle des Libya Investment Authority bis Ende Jahr ihren Betrieb aufgibt und ins Ausland abwandert, wie das Westschweizer Branchenblatt «Private Banking» berichtet.

Der wahrscheinliche Wegzug sei eine Konsequenz aus dem politischen Konflikt zwischen der Schweiz und Libyen. «Der Druck wird immer grösser, so dass es schwierig wird, von Genf aus zu operieren», wird ein Kadermann der LIA zitiert. Damit bekommt der Standort Genf die Rechnung präsentiert für die Verhaftung des Qadhafi-Sohns Hannibal: Wegen der Verlagerung der libyschen Finanzaktivitäten ins Ausland entgehen ihm Kommissions- und Gebühreneinnahmen in beträchtlicher Höhe. Immerhin betreute das Büro in Genf nicht weniger als 5 Milliarden Dollar, das Gros der Gelder stammt aus den Einnahmen aus dem Ölgeschäft.

LAP Swiss hält mehrere Beteiligungen in verschiedenen afrikanischen Staaten. Die Palette der Investitionen reicht von Aktivitäten in der Hotellerie, über die Finanz- und Kommunikationsbranche, bis hin zu Öl- und Gasförderungen sowie der Luftfahrt. Der Staatsfonds wird zu 100 Prozent vom libyschen Staat gedeckt. Unlängst hat die Gesellschaft bekannt gegeben, sie wolle sich stärker in der Finanzbranche engagieren. Bereits hat sie Beteiligungen an europäischen Finanzgesellschaften wie Fortis, UniCredit und Kaupthing aufgebaut.

Libyen macht Drohung wahr

Bereits im Oktober 2008 hat der libysche Notenbankchef Farhat Qadara, bekannt gegeben, Libyen werde alle Guthaben auf Schweizer Banken abziehen und auf andere Banken in Europa überweisen. Das Statistik-Jahrbuch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für das Jahr 2008 belegte, dass dies nicht nur Lippenbekenntnisse waren: Im Jahr 2008 verringerten sich die libyschen Guthaben auf Schweizer Banken von 5,748 Milliarden Franken um 628 Millionen Franken auf 5,120 Milliarden Franken. (dvp)

Erstellt: 22.09.2009, 11:15 Uhr

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77 Kommentare

Werner Meier

21.09.2009, 13:29 Uhr
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Ja, Herr Qadhafi. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie fertig "getäubelet" haben, damit wir uns anschliessend wie Erwachsene weiter unterhalten können. Mit freundlichen Grüssen: Werner Meier. Antworten


Walter Zaugg

21.09.2009, 13:28 Uhr
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Wir brauchen keine Kommissions- und Gebühreneinnahmen aus Gadaffis Geldern. An diesen Geldern klebt eh Blut. Antworten



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