Alle hoffen – nur George Soros nicht

Aktualisiert am 06.10.2009 11 Kommentare

Börsenguru George Soros hat das amerikanische Bankensystem als «quasi bankrott» bezeichnet. Den Meldungen über einen kommenden Aufschwung traut er nicht.

Mahner für die amerikanische Wirtschaft: George Soros.

Mahner für die amerikanische Wirtschaft: George Soros.
Bild: Keystone

«Die Erholung wird sich langsam vollziehen», sagte Soros laut einem Bericht der Zeitung «Financial Times Deutschland» (FTD) am Montag auf einer Veranstaltung im Rahmen der IWF-Tagung in Istanbul: «Die Vereinigten Staaten haben noch einen langen Weg vor sich.» Einem Aufschwung steht nach seiner Einschätzung nicht nur das angeschlagene Finanzsystem entgegen, sondern auch die Tatsache, dass zahlreiche Verbraucher verschuldet sind.

Im Zuge der Finanzkrise haben Geldhäuser in den USA laut der FTD bislang 1100 Milliarden Dollar abgeschrieben. Zudem geht das Bankensterben seit Monaten ungebremst weiter. Erst am vergangenen Freitag schlossen die US-Behörde die Jennings State Bank in Minnesota und die Southern Colorado National Bank. Damit sind seit Jahresbeginn bereits 98 amerikanische Banken pleitegegangen – fast viermal so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. 2008 traf es insgesamt 25 Institute; 2007 waren es lediglich drei gewesen.

Haushalte in den USA auf Sparkurs

Parallel dazu kletterte die Sparquote der amerikanischen Verbraucher laut dem FTD-Bericht auf den höchsten Stand seit 24 Jahren, weil sich die Haushalte angesichts fallender Häuserpreise, steigender Arbeitslosigkeit und hoher Vermögenseinbussen einschränken. Ein Impuls für einen Aufschwung dürfte von dort also kaum zu erwarten sein.

Europa sei weniger hart getroffen, sagte Soros weiter. Die Europäische Zentralbank werde vor der amerikanischen Notenbank Fed den Leitzins erhöhen, denn «für die USA wäre ein Ausstieg aus den Nothilfen zu früh».

Eine Reform des Finanzmarktes sei schwierig, so Soros. «Der Crash aus dem Jahr 2008 ist in den Köpfen vieler Menschen zu einem schlechten Traum geworden», sagte er, «sie vergessen ihn einfach und gehen zum Alltag über.»

(raa)

Erstellt: 06.10.2009, 09:49 Uhr

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11 Kommentare

Robert Josef Stadler

06.10.2009, 09:28 Uhr
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Ich teile die Meinung von G. Soros bezüglich dem Zustand der traditionellen Banken. Der Zusammenbruch unseres alten Währungssystems, das vollständig auf den USD ausgerichtet ist, lässt sich kaum vermeiden. Es sei denn, dass der Wert von Komplementärwährungen, wie sie Prof. Dr. Bernard Lietaer seit 1999 fordert, rasch erkannt würde. Antworten


Rudolf Bächtold

06.10.2009, 10:47 Uhr
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Soros hat natürlich vollkommen recht, und viele, die wieder fröhlich im Casino mitmischen, werden eine zweite harte Landung erleben. Alle sogenannten "positiven Signale" sind trügerisch: Es ist derart viel Substanz vernichtet worden und wird noch vernichtet werden, dass wir schon wieder mitten in einer neuen Börsen-Blase stecken. Nur die angeblichen "Experten" sehen sie wie 2007/2008 nicht. Antworten



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