Wirtschaft

Amerikanische Städte drucken ihr eigenes Geld

Von Martin Kilian, Washington. Aktualisiert am 08.04.2009 13 Kommentare

Um die lokale Wirtschaft anzukurbeln und ihre Einwohner zu unterstützen, drucken Dutzende Städte in den USA jetzt ihre eigene Währung – mit Erfolg.

Kann in Dollar umgetauscht werden: Berkshares.

Kann in Dollar umgetauscht werden: Berkshares. (Bild: Slate.com)

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Eigenes Geld zu drucken kann in harten Zeiten wie den gegenwärtigen durchaus die Wirtschaft beleben. Das jedenfalls glauben die Verfechter lokaler Währungen in den Vereinigten Staaten, wo in mindestens zwölf Städten und ländliche Gebieten – Tendenz steigend – inzwischen örtliches Papiergeld gedruckt wird.

So kann der Kunde in der Region um die Universitätsstadt Chapel Hill im Bundesstaat North Carolina beispielsweise für Antiquitäten, Biodiesel oder Gitarrenstunden statt mit Dollar mit einer lokalen Währung, dem Plenty, bezahlen. Und in den Berkshires, einer ländlichen Gegend im Westen des Staats Massachusetts, akzeptieren inzwischen 370 lokale Geschäfte BerkShares, ein Papiergeld, das bei zwölf gleichfalls örtlichen Banken für Dollar eingekauft werden kann.

BerkShares für 3,2 Millionen Dollar

Einerseits soll damit soll Läden und Kleinunternehmen vor Ort, die unter der Wirtschaftskrise leiden, geholfen werden – die Shopper geben ihr Geld zu Hause aus! - , und andererseits winkt bedrängten Verbrauchern ein Discount: Für 95 Dollar erhalten sie 100 BerkShares, womit sich das Eingekaufte um fünf Prozent verbilligt. Mittlerweile zirkulieren bereits BerkShares im Wert von 3,2 Millionen Dollar, die Initiatoren der Papierscheine erwarten künftig noch grösseren Zulauf.

Auch in der von der Krise der amerikanischen Autoindustrie schwer gebeutelten Autostadt Detroit wurde kürzlich eine lokale Währung eingeführt: Mit Detroit Cheers kann bereits in zwölf Geschäften eingekauft werden, bald sollen es mehr sein. Der Trend zum lokalen Geld ist nicht neu: Während der Grossen Depression der dreissiger Jahre druckten viele amerikanische Gemeinden Notgeld, sogenanntes «Scrip», da die Schliessung lokaler Banken zu einem Cash-Notstand geführt hatte. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 08.04.2009, 08:57 Uhr

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13 Kommentare

Andreas Saladin

08.04.2009, 09:24 Uhr
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...?...wie ist jetzt dies mit dem Protektionismus? War nicht das grosse Problem der 30er-Jahre-Krise der darauffolgende Protektionismus? Was leben uns die Amis da vor......? Was würde passieren, wenn z.B. Steinbrück 'vorübergehend' die DM wieder einführen würde? Damit 'die Verbraucher' ihr Geld in 'der Heimat' ausgeben würden? Wie würden wohl die EU, wie die USA reagieren? Antworten


Müller Lutz

08.04.2009, 10:04 Uhr
Melden

@Karin Finger Den «Swiss» gibt es schon. WIR wurde damals genau zu diesem Zweck eingeführt: Das Geld bleibt im Land. Antworten



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