Amerikas Überraschungsangriff auf die Finanzmärkte

Aktualisiert am 18.03.2010 121 Kommentare

Der gläserne Bankkunde: Die US-Steuerbehörden können in Zukunft von ausländischen Banken verlangen, ihnen Daten von amerikanischen Klienten zu melden. In Schweizer Finanzkreisen herrscht «Entsetzen».

Gravierende Folgen für Schweizer Finanzplatz befürchtet: Paradeplatz in Zürich.

Gravierende Folgen für Schweizer Finanzplatz befürchtet: Paradeplatz in Zürich.
Bild: Keystone

Der US-Senat hat gestern ein Gesetz verabschiedet, das eine weitreichende Neubestimmung für Finanzinstitute aus dem Ausland enthält. Demnach können Finanzinstitute aus dem Ausland künftig dazu gezwungen werden, die Daten ihrer amerikanischer Kunden der Steuerbehörde IRS offenzulegen, wie die NZZ heute meldet. Das einzige was unter dem Gesetz noch fehlt, ist Barack Obamas Unterschrift. Doch diese gilt als sicher.

Gemäss der NZZ herrscht über den Vorstoss in der Schweiz «Entsetzen», wo das neue Gesetz einschneidende Konsequenzen haben könnte. Die Auswirkungen werden als massiv eingeschätzt. Das einzig positive daran: Alle Länder sind betroffen. Nicht nur Schweizer Institute wie die UBS oder Credit Suisse.

Mit diesem Trick werden die US-Kunden gläsern gemacht: Ab 2013 sollen ausländische Finanzgesellschaften eine 30-prozentige Quellensteuer auf alle Transaktionen mit US-Wertschriften entrichten. Die NZZ macht ein Beispiel: Kauft eine Bank eine US-Aktie für 100 Dollar und verkauft sie mit Verlust bei 50 Dollar, fällt trotzdem eine Steuerschuld von 15 Dollar an.

Die Quellensteuer entfällt, wenn die Gesellschaften bilaterale Abkommen mit dem IRS abschliessen, doch dies erfordert Informationen über die US-Kontoinhaber. Für die Schweiz besonders schmerzhaft ist der Einbezug der Fondsgesellschaften in das neue Gesetz. (bru)

Erstellt: 18.03.2010, 11:14 Uhr

121

Kommentar schreiben







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

121 Kommentare

Sophia Muriel

18.03.2010, 08:36 Uhr
Melden

"Für die Schweiz besonders schmerzhaft..." Das soll wohl heissen "Für die Schweizer Banken mit Geschäften mit US-Kunden", denn für die Schweiz an sich hat dieses Gesetz keine direkten Folgen. US-Kunden sind US-Bürger und unterliegen damit US-Gesetzen. So what?!? Antworten


Dominik Holenstein

18.03.2010, 08:38 Uhr
Melden

Es ist wohl einfacher, hochkomplexe Produkte zu konstruieren die nur noch Mathematiker verstehen als die eigenen Kunden zu kennen. Es ist seltsam, wenn die Banken behaupten, dass es nur mit grossem Aufwand möglich sei, den effektiven Kunden einen Produktes herauszufinden. Mit den heutigen IT-Systemen und dem Verfügbaren Know-how ist das mit einem vertretbaren Aufwand möglich. Antworten



Wirtschaft

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Wirtschaft

Telefonbuch

Marktplatz

Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Grillsaison
homegate Besser grillieren mit unseren Experten-Tipps Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate

bluebanana.ch

Internet auf dem Fernsehen: Der Trend geht klar in diese Richtung. Werden Sie sich einen Smart TV kaufen?

Ja, auf jeden Fall

 
15.1%

Nein, interessiert mich nicht

 
40.2%

Erst wenn die Geräte billiger geworden sind

 
35.1%

Ich habe schon einen

 
9.7%

3308 Stimmen