Wirtschaft
Aufatmen bei 25'000 Beschäftigten
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Retter in der Not: Investor Nicolas Berggruen. (Bild: Keystone )
Der Tag der Entscheidung war für 25'000 Karstadt-Mitarbeiter eine erneute Zitterpartie: Um 10 Uhr hatte das Amtsgericht Essen über den Plan zur Rettung von entscheiden wollen, aber auch zum mittlerweile vierten Termin waren die Bedingungen dafür zunächst nicht erfüllt. Der Vereinbarung über niedrigere Mieten für die Karstadt-Warenhäuser, Voraussetzung für das Inkrafttreten des Kaufvertrags zwischen Nicolas Berggruen und Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, fehlten zwei letzte Unterschriften. Das Gericht musste seine Entscheidung auf den Nachmittag verschieben.
Erst am Donnerstag hatten sich Karstadt-Käufer Berggruen und das Vermieterkonsortium Highstreet auf die künftig günstigeren Mietkonditionen geeinigt. In einem Kraftakt seien über Nacht 80 Unterschriften eingesammelt worden, sagte Highstreet-Sprecher Richard Speich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD. Noch am Freitagmorgen rechnete er damit, dass auch die letzten Unterschriften pünktlich zum Termin vor dem Amtsgericht da sein würden. Insolvenzverwalter Görg teilte dem Gericht am Vormittag mit, er erwarte den Eingang der Unterschriften innerhalb der nächsten Stunden.
Unterschriften 90 Minuten verspätet
Gegen 11.30 Uhr, 90 Minuten nach dem ursprünglichen Termin vor Gericht, konnte Highstreet schliesslich den Eingang der fehlenden Unterschriften bekannt geben. «Alles ist da, alles ist bestens», erklärte Highstreet-Sprecher Speich gegenüber DAPD. In einer Stellungnahme teilte das Konsortium mit, die Einigung mit Herrn Berggruen zu begrüssen. «Nun ist Herr Berggruen in der Pflicht, Kapital und Ressourcen einzusetzen und zu beweisen, wie sein Plan für Karstadt gelingen kann», heisst es darin. Berggruen und sein Management müssten zeigen, dass sie Karstadt operativ führen könnten.
Mit der gerichtlichen Zustimmung zum Insolvenzplan ist ein schwieriger Prozess zu Ende gegangen. Die Karstadt-Mutter Arcandor hatte am 9. Juni 2009 Insolvenz angemeldet. Seit Frühjahr dieses Jahres hat die Insolvenzverwaltung nach einem Investor gesucht, der die verbliebenen Warenhäuser als Ganzes übernimmt. (bru/mrs/dapd/sda)
Erstellt: 03.09.2010, 12:12 Uhr
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