Wirtschaft
Banker erhalten sechsstellige Prämie – nur fürs Bleiben
Aktualisiert am 13.08.2009 7 Kommentare
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Die angeschlagene HSH Nordbank will mehr als jedem zehnten Mitarbeiter eine Halteprämie von durchschnittlich rund 35'000 Euro zahlen – nur dafür, dass er bleibt. Für einzelne Mitarbeiter kann diese bis zu 120'000 Euro erreichen, wie die Online-Redaktion der «Welt» und andere deutsche Medien berichten. 600 Mitarbeiter kommen demnach für die Zahlungen in Betracht, so dass eine Gesamtsumme von 21 Millionen Euro zusammenkommen könnte – eine enorme Summe angesichts der Tatsache, dass eine Flucht von Leistungsträgern laut der «Welt» gar nicht stattfindet.
Kostspieliges Kommen und Gehen
Politiker reagieren mit Entsetzen: «Die Bank hat offensichtlich immer noch nicht verstanden, in welcher Situation sie sich befindet», sagte der Hamburger SPD-Fraktionschef Michael Neumann laut dem «Welt»-Bericht. Zumal auch auch andere Personalkosten die Bank belasten: An viele Mitarbeiter werden Prämien bezahlt, damit sie die Bank verlassen.
Bei der HSH Nordbank soll die Mitarbeiterzahl bis 2012 von 4300 auf etwa 3200 reduziert werden. Bisher wurden laut Bank 500 Jobs abgebaut, davon 250 über Abfindungen. Kündigungswilligen wurden bis zu 200'000 Euro Abfindung geboten, durchschnittlich betrug die Abfindung 65'000 Euro.
Grosszügige Zahlungen für Topmanager
Zuletzt hatte eine Prämienzahlung von 2,9 Millionen Euro an Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher für Aufregung gesorgt, obwohl die Gehälter der Vorstände bei der HSH Nordbank auf 500'000 Euro im Jahr begrenzt sein sollten – als eine Bedingung für die erhaltene Staatshilfen.
Die verstaatlichte Hypo Real Estate hatte ihrem Vorstandschef Axel Wieandt zu Jahresbeginn eine Sonderzahlung in Höhe von 500'000 Euro überwiesen. Der haushaltspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Alexander Bonde, nannte die Sonderzahlung für Wieandt inakzeptabel. Sie sei «ein deutliches Zeichen, dass die Bundesregierung in der Finanzmarktstabilisierung weiter der Logik der Banken folgt». (raa/ap)
Erstellt: 13.08.2009, 08:32 Uhr
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7 Kommentare
Die Rechtfertigung ("...sonst verlieren wir die guten Leute...") lässt sich auch anders interpretieren: wer gegen seine Belegschaft Lohnkürzungen fordert (10% oder mehr oder weniger), zeigt damit, was er von ihr hält: sie sollen baldmöglichst gehen. Antworten
Wundert sich jemand ernsthaft? Was soll die Aufregung? Waren denn wirklich alle so naiv zu glauben, dass die Versorgung mit Steuergeld nicht nur faul macht, sondern es auch gleich freudig für eigene Zwecke verwendet wird? Falls hier jemand nichts gelernt hat, dann sind es die Politiker, die den Unternehmen Steuergelder ohne genügende Bedingungen nachwerfen. Dieses Handeln entbehrt jeglicher Logik. Antworten
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